Schleuser-Ermittlung Sechs von neun Fahrzeuginsassen mit Polizeirelevanz

Die Migranten, die zum Teil der deutschen Justiz und den Ausländerbehörden keine Unbekannten waren, mussten am Folgetag zurück in ihr Heimatland fliegen.
Die Migranten, die zum Teil der deutschen Justiz und den Ausländerbehörden keine Unbekannten waren, mussten am Folgetag zurück in ihr Heimatland fliegen. (Bild: Bundespolizei)

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In der Nacht auf Sonntag (26. November) hat die Bundespolizei fünf Albaner gefasst, die sich seit Wochen unerlaubt im Schengenraum aufgehalten hatten.

Die Migranten, die zum Teil der deutschen Justiz und den Ausländerbehörden keine Unbekannten waren, mussten am Folgetag zurück in ihr Heimatland fliegen. Gegen einen polizeibekannten Landsmann, der die Migranten in einem Transporter befördert hatte, wird nun wegen Einschleusens von Ausländern ermittelt.

Lindauer Bundespolizisten stoppten einen Transporter mit albanischer Zulassung, welcher auf der BAB 96 in Richtung Österreich unterwegs war, und kontrollierten anschließend die neun albanischen Insassen.

Bei der Überprüfung des 35-jährigen Fahrers sowie dreier Insassen hatten die Beamten in Bezug auf die Reisepässe und die erlaubte visafreie Kurzaufenthaltsdauer im Schengenraum von maximal drei Monaten innerhalb eines halben Jahres nichts zu beanstanden.

Bei einem 36-Jährigen stellten die Beamten aber fest, dass das Ausländeramt Esslingen seit Februar 2022 aufgrund einer Straftat nach dem Aufenthaltsgesetz per Aufenthaltsermittlung auf der Suche nach dem Mann war.

Durch die Überprüfung der Einreisestempel in den Pässen der anderen fünf Mitfahrer fanden die Polizisten hingegen heraus, dass die Albaner ihre erlaubte visafreie Kurzaufenthaltsdauer von über 7 bis hin zu fast 33 Wochen überschritten hatten.

Außerdem ermittelten die Bundespolizisten, dass gegen einen dieser Männer seit Juni 2023 ein zweijähriges Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Bundesrepublik besteht. Der 28-Jährige hatte bereits 2015 in Deutschland einen Asylantrag gestellt, welcher in Folge abgelehnt worden war.

Darüber hinaus schlug auch der Fahndungscomputer bei der Überprüfung des Mannes an. Gegen den Südosteuropäer lag ein Vollstreckungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen Diebstahls vor. Der Albaner konnte die ausstehende Geldstrafe in Höhe von 245 Euro zahlen, jedoch nicht die fast sechsmal so hohen Verfahrenskosten.

Im Gepäck eines 35-jährigen Insassen fanden die Bundespolizisten einen weiteren Reisepass, in dem jedoch die Lichtbildseite entfernt worden war, weswegen ihn die Beamten wegen Veränderns von amtlichen Ausweisen anzeigten.

Die fünf Männer im Alter von 20 bis 53 Jahren erhielten Anzeigen wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes. Vier von ihnen mussten eine Sicherheitsleistung in Höhe von jeweils 300 bis 800 Euro hinterlegen.

Die Bundespolizei ermittelt nun gegen den einschlägig polizeibekannten Fahrzeuglenker wegen Einschleusens von Ausländern. Der Beschuldigte kam später auf freien Fuß.

Für die anderen fünf Albaner ging es am Montagvormittag (27. November) vom Flughafen Memmingen zurück nach Tirana.

(Pressemitteilung: Bundespolizeiinspektion Kempten)