Am vergangenen Freitag ging die 74. Lindauer Nobelpreisträgertagung traditionell auf der Insel Mainau zu Ende. Gräfin Bettina Bernadotte entließ die über 600 begeisterten Teilnehmer aus der „Lindauer Bubble“ zurück in ihre Heimatländer.
In der vergangenen Woche hatten die Teilnehmer bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung viele Gelegenheiten, zu diskutieren, sich auszutauschen, weltweite Netzwerke zu knüpfen, andere junge Wissenschaftler und ihre Arbeit kennenzulernen, aber auch die Möglichkeit, die Nobelpreisträger, ihre Idole hautnah erleben zu dürfen.
Tagung vermittelt Optimismus
Nobelpreisträger Moungi G. Bawendi vom Massachusetts Institute of Technology, selbst Nobelpreisträger 2023, brachte es stellvertretend für alle Laureaten bei der Abschlusskundgebung auf der Mainau auf den Punkt. Er sei nach vier Monaten der Trump-Regierung sehr pessimistisch gewesen. Nach dieser Tagungswoche habe sich das in Optimismus gewandelt. Den jungen Wissenschaftlern rief er zu: „Ihr sei die Zukunft, Ihr werdet die Welt für uns verändern!“.
Wissenschaft ohne Politik nicht möglich
Zuvor hatte ein hochkarätig besetztes Podium (Peter Agre, Martin Chalfie, Frances H. Arnold, Fuhar Dixit und Yuko Harayam, Moderation Ona Ambrozaite) die Gelegenheit, die Wechselwirkungen von Politik und Wissenschaft zu diskutieren und kritisch zu hinterfragen.
Einmal mehr wurde klar, dass Politik ohne Wissenschaft genauso wenig möglich sei, wie umgekehrt. Nach wie vor stünden die Menschenrechte im Fokus. Allerdings habe die Politik oft andere Themen im Mittelpunkt ihrer Entscheidungen und erwarte von der Wissenschaft und Forschung Lösungen auf die drängenden Fragen. Gleichwohl müsse die Wissenschaft auf die Konsequenzen ausbleibender politischer Entscheidungen in wichtigen Fragen hinweisen.
Frances Arnold, selbst wissenschaftliche Beraterin von Ex-Präsident Joe Biden berichtete von einem Gespräche mit Biden, der offenbar nur gelangweilt und gestresst zugehört habe. Für die Politik stünden wohl andere Schwerunkte im Fokus. Das müsse sich wieder ändern.





Impressionen von der Insel Mainau: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Nobelpreisträger
bei der Abschlussveranstaltung der 74. Lindauer Nobelpreisträgertagung.
Viele Probleme wie z. B. der Klimawandel nur global lösbar
Deshalb müsse die Wissenschaft verstärkt darauf hinweisen, welche Vorteile wissenschaftliche Arbeit der Menschheit bringe. Einigkeit bestand darin, dass globale Probleme, wie z.B. Der Klimawandel, nur gemeinsam lösbar seien.
Die jungen Wissenschaftler sollten nicht nur zuhören, sondern auf die Konsequenzen, manche Probleme auszusitzen oder gar zu verleugnen, hinweisen und zeigen, welche Vorteile für die gesamte Menschheit sich aus wissenschaftlicher Arbeit und Forschung ergeben würden.
„Folgt Eurem Herzen und seid mutig!“
Simon Nirenberg überbrachte stellvertretend den Dank der Nachwuchswissenschaftler an die vielen fleißigen Hände und Hirne, die solch eine fantastische Tagung mit unglaublich vielen Eindrücken und Erkenntnissen erst ermöglicht hätte. Es sei fantastisch gewesen, von den „Besten der Welt“ lernen zu dürfen. Aber auch der Austausch mit den anderen jungen Teilnehmern habe einen neuen Ansporn gebracht. Alle müssten jetzt neugierig bleiben und dürften sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen. „Folgt Eurem Herzen und seid mutig!“, rief er den jungen Wissenschaftlern zu.
Dank an die Organisatoren
Der Dank von Gräfin Bettina Bernadotte galt dann neben den vielen Sponsoren und Unterstützern (ohne die sei eine solche Tagung nicht möglich) auch insbesondere den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Nobelbüro, die oft fast Tag und Nacht an der Vorbereitung gearbeitet hätten.
Dankesworte gab es auch für das Land Baden-Württemberg, das den letzten Tag inklusiv Schifffahrt ermöglicht hatte.
Mit einem lachenden und weinenden Auge entließ die Gräfin alle Teilnehmer aus der „Lindauer Bubble“ nicht ohne den Hinweis bzw. die Hoffnung, vielleicht den einen oder anderen Teilnehmer in einigen Jahren selbst als Nobelpreisträger begrüßen zu dürfen, wie das der dänische Laureat Morten Meldal geschafft habe. Er war 1986 selbst bei der Lindauer Tagung als junger Wissenschaftler dabei.
Nach einem gemeinsamen Picknick im Park und einem Rundgang durch die herrliche Blumeninsel ging es an Bord der „Sonnenkönigin“ zurück über den inzwischen sonnigen Bodensee.


