Neue Pläne und Klimabilanz Landkreis Lindau prüft mehr Personal für Klimaschutz
Der Landkreis Lindau prüft eine personelle Verstärkung im Klimaschutz. Zugleich zeigt die aktuelle Bilanz einen Rückgang der Treibhausgasemissionen um 15,2 Prozent.

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Der Landkreis Lindau will seine Klimaschutzarbeit möglicherweise personell verstärken. Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft hat die Verwaltung einstimmig beauftragt, entsprechende Fördermöglichkeiten zu prüfen. Gleichzeitig stellte der Landkreis die Ergebnisse seiner bisherigen Klimaschutzmaßnahmen vor.
Im Fachbereich Kreisentwicklung ist der Bereich Klimaschutz bislang mit einem Stellenanteil von 50 Prozent besetzt. Zu den Aufgaben gehören vor allem das Monitoring und die Betreuung des Klimabündnisses Allgäu. Nun soll untersucht werden, ob die Stelle mithilfe des Förderprogramms „KommKlimaFöR 2026“ aufgestockt oder zu einer Stelle als Klimaschutzlotse beziehungsweise Klimaschutzmanager ausgebaut werden kann.
Bis zu 45.000 Euro für Klimaschutzstelle vorgesehen
Das Förderprogramm sieht einen Zuschuss von 50 Prozent bei einer Förderhöchstgrenze von bis zu 150.000 Euro vor. Um eine Antragstellung im kommenden Winter vorzubereiten, sollen im Haushaltsentwurf für 2027 vorsorglich bis zu 45.000 Euro eingeplant werden.
Die Mittel werden allerdings mit einem Sperrvermerk versehen. Eine Freigabe ist erst möglich, wenn das Prüfergebnis vorliegt und der zuständige Ausschuss erneut zustimmt. Eine Entscheidung über die tatsächliche personelle Verstärkung ist damit noch nicht gefallen.
Landrat Elmar Stegmann sieht in der möglichen Aufstockung eine Chance, die Zusammenarbeit zwischen Landkreisverwaltung und Kommunen zu verbessern und bestehende Klimaschutzmaßnahmen langfristig abzusichern.
Treibhausgasemissionen um 15,2 Prozent gesunken
Bei der Vorstellung der Klimaschutzbilanz verwies die Verwaltung auf die Ergebnisse des „Klimabündnisses Allgäu 2030“. Demnach gingen die Treibhausgasemissionen der Landkreisliegenschaften im Bilanzjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 15,2 Prozent zurück.
Besonders deutlich waren die Einsparungen beim Energieverbrauch. Der Wärmeverbrauch sank um 21 Prozent, der Stromverbrauch um 18 Prozent.
Zu dieser Entwicklung trugen nach Angaben des Landkreises Investitionen in moderne Gebäudetechnik, ein digitales Energiemonitoring und die schrittweise Umstellung auf LED-Beleuchtung bei.
Ein weiteres Beispiel für die Klimaschutzmaßnahmen ist der Neubau der Antonio-Huber-Schule in Lindenberg. Das Gebäude wurde nach dem Effizienzhausstandard KfW 40 EE errichtet. Beim Bau kamen rund 1.100 Kubikmeter Holz zum Einsatz. Nach Angaben des Landkreises wurden dadurch etwa 862 Tonnen CO₂ langfristig gebunden. Gegenüber einer vergleichbaren Betonbauweise seien rund 300 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart worden.
Wasserstoffbusse und erneuerbarer Diesel im Fokus
Auch im öffentlichen Nahverkehr beschäftigt sich der Landkreis mit klimafreundlicheren Antrieben. Seit Dezember 2023 besteht ein neues ÖPNV-Konzept. Im Westallgäu sind zudem vier Wasserstoffbusse im Einsatz.
Darüber hinaus soll geprüft werden, in welchem Umfang der erneuerbare Dieselkraftstoff HVO100 für die bestehende Regionalbusflotte infrage kommt. Voraussetzung für einen möglichen Einsatz sind entsprechende Freigaben der Fahrzeughersteller und geeignete wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Landkreis Lindau strebt Zertifizierung für Radverkehr an
Beim Ausbau des Radverkehrs verzeichnet der Landkreis ebenfalls Fortschritte. Am 13. Oktober 2026 fand die Hauptbereisung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) statt.
Die Bewertungskommission empfahl anschließend die Zertifizierung als fahrradfreundlicher Landkreis. Diese soll im Februar erfolgen.
Parallel dazu wird das Alltagsradnetz weiter ausgebaut. Dazu gehören unter anderem neue Radwege entlang der Kreisstraßen LI 15, LI 6 und LI 5. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in den kommenden Jahren um weitere fünf Prozent zu steigern.
Moorschutz und Naturschutzförderung
Neben Gebäuden und Verkehr spielen Moorflächen eine wichtige Rolle in der Klimaschutzstrategie des Landkreises. Rund neun Prozent der Landkreisfläche bestehen aus Moorgebieten.
Zu den Maßnahmen gehören das länderübergreifende Moorschutzprojekt Degermoos sowie Wiedervernässungen in den Trogener Mooren und am Finckenmoos. Diese Projekte sollen dazu beitragen, Kohlenstoff langfristig in den Moorböden zu speichern und damit den Klimaschutz zu unterstützen.
Ergänzt werden die Maßnahmen durch das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP). Im Jahr 2026 werden darüber rund 1.400 Hektar Fläche von mehr als 400 Vertragsnehmern gefördert. Das gesamte Fördervolumen liegt bei über 832.000 Euro.
(Quelle: Stadt Lindau)
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- Erstmals veröffentlicht
- 29.10.2026, 09:06 Uhr





