Projektpartner gesucht Landschaftspflegeverband Lindau‑Westallgäu startet Wiesen‑Aufwertungs-projekt im Landkreis Lindau

Landschaftspflegeverband Lindau‑Westallgäu startet Wiesen‑Aufwertungs-projekt im Landkreis Lindau
Bunt blühende Wiesen sollen im Landkreis Lindau wiederhergestellt werden. (Foto: Anne Puchta)
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Artenreiche Mähwiesen mit Wiesen-Margeriten, Wiesen-Glockenblumen, Wiesensalbei oder Wiesenflockenblumen gehörten noch bis vor wenigen Jahrzehnten zum Landschaftsbild – vor allem im östlichen Landkreis Lindau. Diese artenreichen Flachland‑ und Berg‑Mähwiesen wurden traditionell ein‑ bis zweimal jährlich gemäht und kaum gedüngt.

Durch häufigere Mahd und intensive Düngung ab den 1970er/1980er-Jahren, aber auch durch Nutzungsaufgabe sind viele dieser Wiesen mittlerweile verschwunden. Heute sind im Landkreis Lindau nur noch wenige magere Flachland- und Berg-Mähwiesen bekannt. Gerade diese Flächen haben jedoch eine große Bedeutung als Lebensraum für Heuschrecken, Tagfalter, Wildbienen und andere Insekten und sind zugleich ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft.

Aus diesem Grund hat der Landschaftspflegeverband (LPV) Lindau‑Westallgäu e. V. das Wiesen‑ und Moorschutzprojekt „BioKliArt“ gestartet. Ziel des Projekts ist es, artenreiche Mähwiesen zu erhalten und artenarme, aber extensiv genutzte Wiesen wieder aufzuwerten. Denn viele der bereits extensiv genutzte Wiesen im Landkreis verfügen heute über kein ausreichendes Samenpotenzial mehr im Boden, um von selbst wieder artenreicher zu werden, und oft fehlen artenreiche Nachbarflächen, von denen sich Pflanzen wieder ansiedeln könnten.

Um zunächst einen Überblick über die noch vorhandenen blüten- und artenreichen Mähwiesen zu gewinnen, wurde im Sommer 2025 eine Biologin mit einer Erfassung beauftragt. Dabei konnten 28 Flachland‑ und Berg‑Mähwiesen mit einer Gesamtfläche von knapp 13 Hektar ausfindig gemacht werden. Der gute Zustand dieser Flächen zeigt: Angepasste, extensive Bewirtschaftung funktioniert – und die beteiligten Landwirte leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume.

Mit handgeführten Spezialgeräten werden die Samen blühender Pflanzenarten wiesen-schonend geerntet:
(Foto: JG)

Die artenreichen Mähwiesen können im Rahmen des Projekts als sogenannte Spenderflächen dienen. Von ihnen wird regionales, heimisches Saatgut gewonnen – schonend und ohne Schäden an der Wiese, mit handgeführten Geräten wie dem „eBeetle“ oder dem „Wiesefix“. Dieses Saatgut wird im Winterhalbjahr auf geeignete, artenarme Empfängerflächen im Landkreis ausgebracht. Dabei wird darauf geachtet, dass die Spenderflächen frei von Problem- oder Giftpflanzen sind.

Der LPV Lindau-Westallgäu sucht nun Projektpartner im Landkreis Lindau: angesprochen sind Landwirte ebenso wie Kommunen oder private Flächeneigentümer, die ihre Wiesen wieder in artenreiche Blumenwiesen entwickeln möchten. Als Empfängerflächen geeignet sind Wiesen, die bereits seit einigen Jahren extensiv bewirtschaftet werden, also mit niedriger Schnittfrequenz und ohne Güllegabe, und die keine Streu‑ oder Nasswiesen sind. Idealerweise sollten keine oder nur wenige dominante Arten wie Ampfer, Kreuzkräuter oder Disteln vorkommen.

Projektpartner erhalten vom LPV Lindau‑Westallgäu fachliche Beratung, kostenloses heimisches Saatgut sowie Unterstützung bei der Übertragung auf ihre Flächen. Dank der Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz entstehen für die Teilnehmenden keine Kosten.
Der LPV Lindau‑Westallgäu lädt alle Interessierten herzlich ein mitzuwirken. Jede artenreiche Wiese zählt. Melden Sie sich gerne bei: Ellen Rupprecher, Tel. 08382 8893-401, [email protected].