Käfer unter Beobachtung Erneut Japankäfer in Lindau nachgewiesen – Funde sorgen für Aufmerksamkeit

Erneut Japankäfer in Lindau nachgewiesen – Funde sorgen für Aufmerksamkeit
In Bayern wurden 2026 erneut Exemplare des meldepflichtigen Quarantäneschädlings nahe Lindau und Kiefersfelden nachgewiesen. (Symbolbild: KI-generiert)
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In der Nähe von Lindau werden erneut Japankäfer gefunden. Experten untersuchen die Funde und prüfen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Auch 2026 sind in Bayern erneut Japankäfer (Popillia japonica) nachgewiesen worden. Vergangene Woche wurden in Fallen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nahe Lindau am Bodensee sieben Käfer sowie im Raum Kiefersfelden ein weiterer Käfer gefangen. Nachdem der Quarantäneschädling bereits 2024 und 2025 in beiden Regionen festgestellt worden war, handelt es sich um das dritte Jahr in Folge mit Nachweisen. Die LfL untersucht die Funde nun näher und entscheidet auf Grundlage der Ergebnisse über mögliche weitere Maßnahmen.

Die aktuellen Nachweise stammen aus dem nationalen Monitoring zur Früherkennung von Quarantäneschadorganismen, das die LfL seit 2021 für den Japankäfer durchführt. Dafür sind in Bayern mehr als 100 Lockstofffallen entlang wichtiger Verkehrswege sowie an weiteren Risikostandorten installiert.

Bislang keine etablierte Population

Eine etablierte Population des Japankäfers konnte in Bayern bislang nicht nachgewiesen werden. Einzelne Käferfunde bedeuten nach Angaben der LfL noch nicht, dass sich der Schädling dauerhaft angesiedelt hat. Hinweise auf eine Etablierung könnten sich ergeben, wenn neben einzelnen Käfern auch fortpflanzungsfähige Tiere oder verschiedene Entwicklungsstadien wie Larven gefunden werden.

Zur Einordnung der aktuellen Funde führt die LfL zusätzliche Untersuchungen im Umfeld der Fundorte durch und überwacht die Situation weiterhin eng.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Nachweise des Japankäfers in Baden-Württemberg und Hessen beobachten die Pflanzenschutzdienste die Entwicklung aufmerksam. Sollten weitere Funde in Bayern erfolgen oder Hinweise auf eine Etablierung des Schädlings vorliegen, können gemäß den rechtlichen Vorgaben des Bundes und der Europäischen Union Befalls- oder Pufferzonen ausgewiesen werden.

Schädling befällt mehr als 400 Pflanzenarten

Der ursprünglich aus Nordostasien stammende Japankäfer gilt in der Europäischen Union als prioritärer Unionsquarantäneschädling und ist meldepflichtig. Aufgrund seines breiten Wirtspflanzenspektrums und seines hohen Schadpotenzials zählt er zu den besonders risikoreichen Quarantäneschädlingen.

Der Käfer befällt mehr als 400 Pflanzenarten, darunter zahlreiche landwirtschaftliche Kulturen, Obstgehölze, Weinreben, Bäume, Sträucher sowie Zier- und Wildpflanzen. Die erwachsenen Tiere verursachen Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten, während die im Boden lebenden Larven Gras- und Pflanzenwurzeln schädigen können.

Reisende sollen aufmerksam sein

In seinem Herkunftsgebiet wird der Japankäfer durch natürliche Gegenspieler reguliert. In Europa fehlen diese Regulationsmechanismen weitgehend, sodass sich der Schädling rasch vermehren und größere Populationen aufbauen kann. Um eine Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und eine Etablierung zu verhindern, unterliegt der Japankäfer umfangreichen Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen.

Da der Käfer als „blinder Passagier“ über Fahrzeuge, Gepäck oder Campingausrüstung eingeschleppt werden kann, bittet die LfL insbesondere zu Beginn der Reisezeit um erhöhte Aufmerksamkeit. Nach Reisen in Befallsgebiete sollten Fahrzeuge und Gepäck kontrolliert sowie keine Pflanzen, Erde oder Samen mitgebracht werden.

Mit einer Körperlänge von etwa acht bis elf Millimetern ist der Japankäfer ungefähr so groß wie eine Kaffeebohne. Kennzeichnend sind der metallisch grün glänzende Kopf, die kupferbraunen Flügeldecken sowie fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei weitere am Hinterleibsende.

Wer in Bayern einen Käfer entdeckt, der diese Merkmale aufweist, wird gebeten, das Tier einzufangen und zusammen mit einem Foto sowie der Angabe des Fundortes per E-Mail an [email protected] zu senden. Weitere Informationen zum Japankäfer, seinen Erkennungsmerkmalen und möglichen Verwechslungen stellt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft auf ihrer Internetseite bereit.

(Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.