„Konstanz summt“: Haus Urisberg wird insektenfreundlicher

„Konstanz summt“: Haus Urisberg wird insektenfreundlicher
In über sieben Einsätzen haben Ehrenamtliche und Freiwillige vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) bei der Seniorenresidenz der Spitalstiftung mehrere Biotope angelegt. (Bild: BUND Konstanz)

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„Was macht ihr denn da?“ oder „Sowas hab‘ ich früher auch bei mir im Garten gemacht.“ – Aufmerksam beobachteten die Bewohner des Haus Urisberg in Wollmatingen wie der Garten der Seniorenresidenz naturnah und insektenfreundlich umgestaltet wurde.

In über sieben Einsätzen haben Ehrenamtliche und Freiwillige vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) bei der Seniorenresidenz der Spitalstiftung mehrere Biotope angelegt. Am Eingang wurde ein Wildstaudenbeet, etwa mit Schlüssel- und Glockenblumen, angelegt und in die Rasenfläche daneben hunderte Zwiebelblumen gesetzt.

„Die Stauden bieten Wildbienen und Schmetterlinge einen gedeckten Tisch. Es ist immens wichtig auch in der Stadt ein Nahrungs- und Pollenangebot für Insekten zu schaffen“, sagt Jarid Zimmermann, Geschäftsführer beim BUND Konstanz. Auf der Rückseite des Hauses wurde eine Benjeshecke und eine Eidechsenburg angelegt, um Reptilien und Kleinsäugern Unterschlupf zu bieten. Initiiert wurde die Umgestaltung des Gartens durch die Spitalstiftung.

„Als Stiftung, die nach Prinzipien der Gemeinwohlökonomie arbeitet, ist es unser Auftrag, nicht nur gute Pflegeleistungen zu bieten, sondern auch das Gemeinwohl zu fördern. Dies tun wir beispielsweise, indem wir uns für die Biodiversität in der Stadt einsetzen“, erläutert Sabine Schilling, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Spitalstiftung Konstanz. Finanziert wurde das Pflanzmaterial aus Spenden des Projekts „Konstanz summt“, eine Kooperation von BUND und NABU.

Sie heißen Echte Schlüsselblume, Mittlers Zittergras oder Salbeiblättriger Gamander – diese Wildpflanzen aus dem Staudenbeet am Eingang bieten einen Lebensraum für Schmetterlinge, Wildbienen und weitere Insekten. Die Benjeshecke auf der Rückseite besteht aus locker gelagertem Gehölzschnitt, der vor Ort anfällt, und bietet so Insekten, Kleinsäugen und Vögeln einen Lebensraum. Die Reptilienburg schafft eine Überwinterungs- und Versteckmöglichkeit für Eidechsen.

Anwohner berichteten von Eidechsen in der Umgebung, sodass die Reptilienburg wahrscheinlich gut von den Tieren angenommen wird. Dank der vielen helfenden Hände wurde ein kleines Paradies für viele verschiedene Insekten- und Tierarten geschaffen. Das Beet wurde an drei Aktionen angelegt, für die Benjeshecke und die Reptilienburg wurden dann schließlich vier weitere Arbeitsaktionen in Anspruch genommen.

Info:

Die Spitalstiftung Konstanz ist seit dem Jahr 2020 Mitglied bei der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Hierbei handelt es sich von einem ethischen Wirtschaftsmodell, bei dem das Wohl von Mensch und Umwelt oberste Priorität haben. Zudem Bringt sie öfters Impulspostkarten heraus, welche motivieren ein nachhaltigeres Leben zu führen.

Das „Konstanz summt“-Projekt hat das Ziel, Lebensraum für Insekten und andere Tiere in Konstanz zu schaffen und auf das Insektensterben aufmerksam zu machen. In Kooperation mit dem Amt für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Konstanz gestalten der BUND und NABU öffentliche Flächen, Firmengelände und Gärten sozialer Einrichtungen insektenfreundlich um.

Ehrenamtliche legen unter anderem Blühflächen, Sandbiotope, Benjeshecken und Reptilienburgen an, pflanzen insektenfreundliche Sträucher und Stauden. Interessierte Firmen sind herzlich eingeladen sich unter [email protected] zu melden. Auch Spenden für die insektennahe Umgestaltung sind natürlich herzlich willkommen.

(Pressemitteilung: BUND Konstanz)