Eine neue interaktive Karte zeigt in Konstanz schattige und kühle Aufenthaltsorte. Bürger können zudem eigene Lieblingsorte melden und zur Karte beitragen.
Wenn die Temperaturen steigen, werden schattige Plätze und kühle Rückzugsorte besonders wertvoll. Die Stadt Konstanz stellt deshalb eine interaktive „Kühle-Orte“-Karte im kommunalen Geoportal zur Verfügung. Sie soll dabei helfen, während Hitzeperioden schnell geeignete Orte zur Abkühlung zu finden.
Die digitale Karte bündelt Orte im gesamten Stadtgebiet, die an heißen Tagen für Abkühlung und Erholung sorgen können. Dazu gehören öffentliche Grünanlagen und Parks, Trinkwasserbrunnen, Badestellen sowie öffentlich zugängliche Aufenthaltsorte mit hoher Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus sind das städtische Baumkataster, Wetterstationen und öffentliche Toiletten in der Karte verzeichnet.
Die Karte kann sowohl am Computer als auch mobil über Smartphone oder Tablet genutzt werden und steht damit auch unterwegs zur Verfügung. Sie ist über die Internetseite der Stadt Konstanz unter dem Bereich „Anpassung an den Klimawandel“ und dort über die „Kühle-Orte“-Karte abrufbar.
Eigene Lieblingsorte melden
Die Karte wird fortlaufend erweitert. Die Stadt bittet deshalb um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden kleine schattige Plätze, ruhige Innenhöfe, begrünte Aufenthaltsorte oder andere angenehme Rückzugsorte, die bislang noch nicht erfasst wurden.
Voraussetzung ist, dass die Orte öffentlich zugänglich sind. Vorschläge können Bürgerinnen und Bürger über ein Online-Formular einreichen. Nach einer Prüfung werden geeignete Orte in die Karte aufgenommen. Ziel ist es, ein möglichst umfassendes Bild an kühlen Aufenthaltsorten für heiße Tage zu schaffen.
Beteiligung am Hitzeaktionstag
Mit der „Kühle-Orte“-Karte beteiligt sich die Stadt Konstanz am diesjährigen Hitzeaktionstag am 11. Juni. Der bundesweite Aktionstag soll auf die gesundheitlichen Risiken extremer Temperaturen aufmerksam machen und praktische Hinweise für den Umgang mit Hitze geben.
Hitze kann den Körper stark belasten und unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Übelkeit verursachen. Auch Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag zählen zu den möglichen Folgen. Bestehende Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, können sich bei hohen Temperaturen zusätzlich verschlimmern.
Besonders empfindlich reagieren häufig ältere Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Personen, die im Freien arbeiten. Auch die Wohnverhältnisse beeinflussen, wie stark Menschen von Hitze betroffen sind.
Tipps für heiße Tage
Zu den wichtigsten Empfehlungen gehört es, regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke zu trinken. Körperliche Aktivitäten sollten möglichst in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Direkte Sonneneinstrahlung in der Mittagshitze sollte nach Möglichkeit vermieden werden.
Leichte, helle Kleidung, eine Kopfbedeckung und Sonnencreme können zusätzlich zum Schutz beitragen. Für Innenräume empfiehlt die Stadt, Fenster und Rollläden tagsüber geschlossen zu halten und erst in den kühleren Morgen- oder Abendstunden zu lüften. Wer zu Hause keine ausreichende Abkühlung findet, kann öffentliche „Kühle Orte“ wie Parks, Kirchen oder schattige Aufenthaltsbereiche nutzen.
Klimaanpassungskonzept in Vorbereitung
Die neue Karte ist Teil der städtischen Maßnahmen zur Klimaanpassung und zum gesundheitlichen Hitzeschutz. Nach Angaben der Stadt nehmen Dauer, Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden infolge der Klimakrise spürbar zu. Vor allem dicht bebaute Bereiche heizen sich im Sommer stärker auf und kühlen nachts nur langsam ab.
Zu den kommunalen Maßnahmen zählen unter anderem Baumpflanzungen, die Entsiegelung von Flächen, zusätzliche Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Schatten sowie die Verbesserung der Trinkwasserversorgung im öffentlichen Raum. Auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für die gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze gehört dazu.
Neben dem Hitzeschutz spielen auch Starkregen- und Hochwasserschutz eine wichtige Rolle. Die Stadt Konstanz erarbeitet derzeit ein ganzheitliches Klimaanpassungskonzept mit einem Maßnahmenkatalog. Der Entwurf soll im Herbst 2026 dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt werden.
(Quelle: Stadt Konstanz)