„Binsen, Bast und Brennesseln“ Steinzeitliches Handwerk in den Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee

Steinzeitliches Handwerk in den Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee
Aktionswochen bei den Pfahlbauten: „Haus am See – wie Pfahlbauer bauen“. (Bild: Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee)

WOCHENBLATT

Seit über hundert Jahren können die Besucher des Pfahlbaumuseums in Unteruhldingen am Bodensee in das Leben der Stein- und Bronzezeit eintauchen. In diesem Jahr veranstaltet das Freilichtmuseum sechs Aktionswochen zum Thema „Haus am See – wie Pfahlbauer bauen“.

Wer wissen will, wie vor Tausenden von Jahren aus Binsen Hüte, Mäntel und Matten geknüpft und geflochten wurden, kann dies vom 24. bis 29. Mai bei der Experimentalarchäologin Gisela Michel erfahren. Schritt für Schritt erklärt sie im Steinzeitparcours als „Uhlda“, wie sich aus Bastfasern feine Schnüre, aber auch dicke Seile zum Hausbau herstellen lassen.

Experimentalarchäologin Gisela Michel.
Experimentalarchäologin Gisela Michel. (Bild: Pfahlbauten Unteruhldingen am Bodensee)

Daneben war die Brennessel nicht nur bei den Pfahlbauern als Tee- und Düngemitel begehrt. Ihre feinen Fasern eigneten sich auch gut für die Herstellung von Schnüren, Netzen und Stoffen. Wer mag, kann bei den Mitmachaktionen das Spinnen mit einer Handspindel erlernen. Das fertige Produkte dürfen die Gäste dann mit nach Hause nehmen.

Im Steinzeitparcours runden Schautafeln das Jahresthema „Hausbau“ ab und im Pfahlbaukino werden Filme dazu gezeigt. Nach dem Besuch der Pfahlbaudörfer mit ihren 23 Rekonstruktionen können zwei Ausstellungen besichtigt werden: Die Ausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer“ mit Hunderten von Originalfunden aus Siedlungen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden sind.

Die zweite Ausstellung widmet sich der Museumsgeschichte im ältesten archäologischen Freilichtmuseum Baden-Württembergs. Die Pfahlbauten sind täglich vom 9.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Mehr Infos finden Sie unter www.pfahlbauten.de.

(Pressemitteilung: Pfahlbauten Unteruhldingen)