Selbstbestimmt vorsorgen Stiftung Liebenau berät zur letzten Lebensphase

Stiftung Liebenau berät zur letzten Lebensphase
Agathe Schmid (Mitte), Bewohnerin im Haus der Pflege St. Ulrika in Mengen, hat gemeinsam mit ihrer Tochter Daniela Maldera die gesundheitliche Versorgungsplanung der Stiftung Liebenau genutzt. GVP-Berater Martin Ditz gab dabei Unterstützung. (Bild: Stiftung Liebenau)
WOCHENBLATT
WOCHENBLATT

Mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung können Bewohner frühzeitig Wünsche für medizinische Krisen und die letzte Lebensphase festhalten. Die Beratung ist freiwillig.

Wie das Angebot konkret genutzt werden kann, zeigt das Beispiel von Agathe Schmid. Sie lebt seit drei Jahren im Haus der Pflege St. Ulrika in Mengen und hatte bislang keine Patientenverfügung erstellt. Die Einrichtung informierte deshalb ihre Tochter über das Beratungsangebot. Gemeinsam mit ihrer Mutter vereinbarte diese einen Termin mit den GVP-Beratern der Stiftung Liebenau.

In ausführlichen Gesprächen wurden die persönlichen Wünsche von Agathe Schmid besprochen und dokumentiert. Da sie über keinerlei kognitive Einschränkungen verfügt, konnte sie ihre Vorstellungen selbst formulieren und eine Patientenverfügung erstellen. „Meiner Mutter war es wichtig, ihre eigenen Entscheidungen selbst festzuhalten und für die Zukunft vorzusorgen. Gleichzeitig gab die Beratung ihr und uns Sicherheit und Orientierung“, berichtet Tochter Daniela Maldera.

Anspruch auf Beratung

Die gesundheitliche Versorgungsplanung (GVP) gehört zum festen Beratungsangebot der Stiftung Liebenau. Sie basiert auf den gesetzlichen Grundlagen des § 132g SGB V und richtet sich an Menschen in vollstationären Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Ziel ist es, den persönlichen Willen für medizinische Krisensituationen oder die letzte Lebensphase zu ermitteln, zu dokumentieren und damit für den Ernstfall verfügbar zu machen.

„Es geht darum, Sicherheit zu schaffen und den Menschen die Gewissheit zu geben, dass ihre Wünsche respektiert werden“, erklärt Martin Ditz, der gemeinsam mit seiner Kollegin Ludmilla Zernickel und weiteren Kolleginnen und Kollegen die GVP-Beratung in den Häusern der Pflege der Stiftung Liebenau anbietet.

Die Gespräche sind freiwillig und orientieren sich an den individuellen Werten, Vorstellungen und Bedürfnissen der Bewohner. Für gesetzlich Versicherte in den Einrichtungen ist die Beratung kostenfrei, da die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Wünsche rechtssicher dokumentieren

Die gesundheitliche Versorgungsplanung ist in den Geschäftsbereichen Pflege und Teilhabe der Stiftung Liebenau verankert. Qualifizierte Beraterinnen und Berater begleiten die Bewohner in persönlichen Gesprächen und sprechen mit ihnen über Wünsche zur medizinischen Behandlung, pflegerischen Versorgung und seelsorgerischen Begleitung. Sofern gewünscht oder erforderlich, werden auch Angehörige und rechtliche Betreuer einbezogen.

Die Ergebnisse werden rechtssicher dokumentiert, beispielsweise in Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten oder Notfalldokumenten. So können Ärzte, Rettungsdienste und Pflegekräfte im Ernstfall schnell und im Sinne der betroffenen Person handeln.

Besonderen Wert legt die Stiftung Liebenau auf Barrierefreiheit. Menschen mit Behinderungen wird durch Leichte Sprache oder unterstützte Kommunikation geholfen, ihre Wünsche und Vorstellungen selbstbestimmt einzubringen.

Entlastung in schwierigen Situationen

Von einer frühzeitigen Dokumentation des eigenen Willens profitieren neben den Betroffenen auch Angehörige, Mitarbeitende und medizinisches Personal. Gerade in lebensbedrohlichen Akutsituationen kann eine klar formulierte Patientenverfügung helfen, Unsicherheiten zu vermeiden und den Willen der betroffenen Person zu respektieren.

Die Stiftung Liebenau möchte deshalb möglichst viele Menschen dazu ermutigen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit qualifizierten GVP-Beratern bietet sie in ihren Einrichtungen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und unterstützt Bewohner dabei, selbstbestimmt Vorsorge für die letzte Lebensphase zu treffen.

(Quelle: Stiftung Liebenau)

ANZEIGE