Tag und Nacht Verantwortung für Patienten im MCB übernehmen

Tag und Nacht Verantwortung für Patienten im MCB übernehmen
Franziska von Stryk (rechts) und Praxisanleiterin Carmen Vogel auf der Schülerstation im Klinikum Friedrichshafen. (Bild: MCB)

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„Die machen es prima“, sagt Notker Hackenbruch, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie und läuft zufrieden lächelnd weiter auf dem Flur der Station 3 in Richtung OP-Säle der Klinik Tettnang.

Seit zehn Tagen ist die Station 3 eine sogenannte Schülerstation: Zwei ganze Wochen sind die elf angehenden Pflegefachfrauen und –männer, die sich im dritten und damit letzten Jahr ihrer Ausbildung befinden, hier Tag und Nacht für „alles“ verantwortlich. Für die Patienten natürlich, aber auch für den Dienstplan, die Organisation der Station, die Bereich- und Zimmerpflege, das Telefon, den Patiententransport, den Kontakt zum Sozialdienst oder den Therapeuten… die Komplexität der Aufgabe ist gewaltig und dennoch versprüht das junge Team, das natürlich von examinierten Pflegekräften begleitet wird, einen souveränen und herzerfrischenden Charme.

Marina Pfau und Sarah Wolf sind heute an der Seite der künftigen Kollegen und erinnern sich noch gut an ihre Ausbildung in der Klinik Tettnang, beide gehören zu den Pionierinnen der Schülerstation, die hier erstmals 2018 stattfinden konnte.

Auf der Station 3 sind die Patienten der Bauch- und Wirbelsäulenchirurgie untergebracht und jene, die an Schulter oder Knie operiert wurden – das Behandlungsspektrum ist groß und mit allen Aufgaben der Schülerstation eine hervorragende Vorbereitung auf die demnächst anstehenden Proben-Examina und Abschlussprüfungen im Juli. „Die Schülerstation hilft da super“, strahlt Rinora Biba über das ganze Gesicht.

Auf der Schülerstation Tettnang besuchen die Auszubildenden Rinora Biba (links) und Praxisanleiterin Sarah Wolf eine chirurgische Patientin.
Auf der Schülerstation Tettnang besuchen die Auszubildenden Rinora Biba (links) und Praxisanleiterin Sarah Wolf eine chirurgische Patientin. (Bild: MCB)

„Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen“, erzählt sie und verrät, dass sie schon mit vier Jahren Krankenschwester werden wollte und ihr Berufswunsch nach einem entsprechenden Praktikum noch größer wurde. Die Schülerstation macht ihr großen Spaß und es macht sie glücklich, sich Zeit für die Patienten nehmen zu können. Nach dem bestandenen Examen möchte sie sich aber lieber um Patienten der Inneren Medizin oder der Gynäkologie kümmern.

Auch Franziska von Stryk weiß genau, wie es nach der dreijährigen Ausbildung für sie weitergehen soll: Sie möchte gerne das Studium zur Hebamme anschließen, wenn sie ihr Examen auf der Neurologie des Klinikums Friedrichshafen gemacht hat. Gemeinsam mit ihren 20 Mitschülern treibt sie die Schülerstation 2023 auf den Pflegegruppen 21/22 im Klinikum um und auch hier werden von den angehenden Pflegefachkräften Allgemein-, Gefäß- und Unfallchirurgische Patienten versorgt. „Die Schüler sind sehr motiviert, selbstständig, wissbegierig und gut drauf“, sagt Praxisanleiterin Carmen Vogel.

Im Vorfeld hätten die Auszubildenden sich intensiv mit den verschiedenen Krankheitsbildern vertraut gemacht – eine gute Vorbereitung die auch so manche Wissenslücke schließen konnte, die durch das eingeschränkte Lernen in Theorie und Praxis durch die Pandemie entstanden war. Auch hier erhalten die Schüler ein sehr gutes Feedback von den Ärzten und den Patienten, die sich über die gut aufgelegten angehenden Pflegefachkräfte freuen und auch mal ein Auge zudrücken. „Ich finde es toll, zum ersten Mal so viel Verantwortung für die Patienten übernehmen zu dürfen“, sagt Franziska von Stryk und verrät, dass sie immer froh ist, wenn Patienten nach Hause dürfen. Denn dann weiß auch sie, „ich habe meinen Job richtig gemacht“.

Eine Art Schülerstation gibt es auch im OP-Bereich des Klinikums: Dort nennt sich das Projekt „Saalpflege im OP“ und die künftigen operations-technischen beziehungsweise anästhesie-technischen Assistenten (OTA und ATA) übernehmen dann für einen OP-Saal die Verantwortung.

Franziska von Stryk, Rinora Biba und ihre Mitschüler gehören zum ersten Jahrgang der generalistischen Pflegeausbildung: Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege-Ausbildung wurden gebündelt, um die Ausbildung moderner und attraktiver zu gestalten.

In den ersten beiden (von drei) Ausbildungsjahren absolvieren alle die Ausbildung gemeinsam und legen währenddessen einen Schwerpunkt für die praktische Ausbildung fest. Durch die generalistische Ausbildung, so das Ziel, soll ein möglicher Wechsel zwischen den verschiedenen Pflegebereichen vereinfacht werden. 

(Pressemitteilung: MCB)