Grüne wollen Balkonkraftwerke pushen

Grüne wollen Balkonkraftwerke pushen
Die Häfler Grünen-Fraktion hat einen Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht (von links): Jochen Reiter, Dagmar Mader, Christine Heimpel, Regine Ankermann, Walter Zacke, Anna Hochmuth, Ulrich Heliosch und Felix Bohnacker. (Bild: Gemeinderatsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
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Im jüngsten Antrag, den die Grünen-Fraktion an die Verwaltung geschickt hat, geht es um eine Anpassung der Förderrichtlinien für Balkonsolaranlagen. Sie sollen für die Antragstellenden einfacher werden.

Generell sei das Förderprogramm für „Klimaschutz bei Wohngebäuden, Elektromobilität und Einbruchschutz“, wie es offiziell heißt, sehr gut, sind sich die Grünen einig. Seit die Balkonsolaranlagen 2022 in das Programm aufgenommen wurden und mit 300 Euro bezuschusst werden, sind bereits knapp 300 Anlagen gefördert worden.

„Diese Motivation der Häfler und den Rückenwind sollte Friedrichshafen nutzen, um dem städtischen Klimaziel näher zu kommen“, sagt Fraktionsvorsitzende Anna Hochmuth, denn ihre Fraktion ist sich sicher: „Da geht noch mehr“.

Sie möchte mit einem angepassten Förderprogramm noch mehr Bürger animieren, Balkonkraftwerke zu installieren und so zur Energiewende im Privatbereich beizutragen. Balkonkraftwerke kommen ohne fossile Brennstoffe aus und sind– sowohl für Eigentümer als auch Mieter – ein vergleichsweise kostengünstiger Beitrag zur Energiewende.

„Wir sind von verschiedenen Bürgern kontaktiert worden, die Antragstellung sei zu kompliziert und die Anforderungen teilweise unnötig hoch“, berichtet Stadträtin Regine Ankermann.

Um für interessierte Häfler die Hürden für eine Förderung zu senken, schlagen die Grünen folgende Änderungen vor: Künftig sollen auch Anlagen mit normalen Schokostecker anstelle von aufwändigeren Wieland- Steckern gefördert werden.

Auch die Abnahme durch einen Fachbetrieb soll wegfallen. Da es sich um ein „Steckdosenkraftwerk“ handelt, das sich nach dem System „plug and play“ montieren lässt, kann die bis jetzt verpflichtende Installation durch einen Elektrofachbetrieb wegfallen. Für die Käufer der Balkonanlage entfallen zusätzliche Handwerkerkosten sowie derzeit lange Wartezeiten auf einen Monteur.

Wünschenswert sei darüber hinaus, dass das Stadtwerk am See als lokaler Energielieferant Balkonkraftwerke als Komplettpakete anbietet. So sparen sich Bürger den Planungsaufwand und auch die Suche nach Bezugsquellen entfällt. Zudem kann das Stadtwerk vergünstigt im Großhandel einkaufen und so günstigere Konditionen gewähren, bindet Kunden durch den Abwicklungsservice inklusive Förderantrag bei der Stadt.

Nicht zuletzt profitiert das Stadtwerk am See von den Kilowattstunden, die bei Nichtverbrauch in sein Netz gelangen, ohne dass es dafür Einspeisevergütung zahlen muss.

(Pressemitteilung: Bündnis 90/DIE GRÜNEN)