Tipps zur Vorbeugung Bodensee: Wasserqualität ausgezeichnet, aber Achtung vor Badedermatitis

Bodensee: Wasserqualität ausgezeichnet, aber Achtung vor Badedermatitis
Eine Badedermatitis ist unangenehm, aber meist ungefährlich. (Bild: tylim/ iStock / Getty Images Plus)

Die Wasserqualität des Bodensees ist seit Jahren sehr gut – dem Badespaß steht also nichts im Wege. Er kann jedoch durch die sogenannte „Badedermatitis“ getrübt werden. Diese ist zwar meist harmlos, aber lästig. Wie man sie erkennt und was man dagegen tun kann.

Die meisten Badeplätze werden von Mai bis September alle zwei Wochen durch das Gesundheitsamt des Bodenseekreises kontrolliert. Hierbei wird auch die Wasserqualität geprüft.

Die Ergebnisse sind seit Jahren überzeugend: Alle Badestellen am Bodensee weisen eine sehr gute bis gute Wasserqualität auf und können bedenkenlos zum Baden und Erfrischen genutzt werden.

Das zeigt auch die Gewässerkarte des Gesundheitsministeriums Baden-Württemberg. Hier gibt es stetig einen Überblick über die Qualität der einzelnen Wasserstellen.

Badedermatitis: Infektion jederzeit möglich

Trotz der einwandfreien Wasserqualität kann das Badevergnügen durch eine Infektion mit der Badedermatitis bzw. Zerkariendermatitis – im Bodenseeraum auch als „Hundsblattern“ bekannt – getrübt werden.

Hervorgerufen wird diese durch die Larven von Saugwürmern, die Zerkarien genannt werden. Diese Larven befallen normalerweise Wasservögel wie Enten oder Schwäne und andere Wassertiere und -schnecken.

Steigen die Wassertemperaturen jedoch pünktlich zur Badesaison im Mai und Juni an, schwärmen die Zerkarien aus und können in die Haut von in der Nähe badenden Menschen eindringen.

Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius fördern die Vermehrung der Parasiten.

Daran erkennt man die Badedermatitis

Wenn Sie nach dem Schwimmen im See stark juckende Pusteln auf der Haut entdecken, steckt womöglich eine Badedermatitis dahinter.

Schon wenige Minuten nach dem erstmaligen Kontakt kann ein Prickeln oder leichtes Hautjucken und gerötete Haut an der Eintrittsstelle auftreten – ähnlich wie bei einem Mückenstich. An den betroffenen Stellen erscheinen gerötete Flecken.

Werden Personen ein weiteres Mal von den Parasiten befallen, tritt meist nach zehn bis 25 Stunden ein Hautausschlag (Dermatitis) auf, manchmal am gesamten Körper. An den betroffenen Hautstellen bilden sich gerötete, geschwollene Quaddeln. Außerdem verspürt man einen sehr starken Juckreiz.

Die Badedermatitis kann allerdings individuell sehr unterschiedlich verlaufen.

Bei besonders empfindlichen oder allergischen Personen oder auch bei einem starken Befall sind in seltenen Fällen weitere Symptome wie Lymphknotenschwellungen, Fieber, Übelkeit und/oder Kreislaufstörungen bis hin zu Schockzuständen möglich.

Der Hautausschlag bei einer Badedermatitis kann gemein jucken.
Der Hautausschlag bei einer Badedermatitis kann gemein jucken. (Bild: Kwangmoozaa/ iStock / Getty Images Plus)

Ist die Badedermatitis gefährlich?

Die gute Nachricht ist: Der Hautausschlag ist wegen des starken Juckreizes zwar sehr unangenehm, aber meist harmlos, da der Mensch einen Fehlwirt für Zerkarien ist. Der Befall der Haut ist daher nur oberflächlich. Die Larven können nicht weiter in den Körper vordringen und sterben ab.

Vorsicht ist nur bei sehr empfindlichen und allergischen Menschen geboten.

So wird die Infektion behandelt

Eine besondere medizinische Behandlung ist meist nicht nötig, denn die Hautausschläge heilen in der Regel innerhalb einer Woche, spätestens nach 20 Tagen, von selbst ab.

Allerdings sollte man die juckenden Quaddeln möglichst nicht aufkratzen, da dadurch Bakterien in die Haut eindringen können, was die Abheilung verzögert.

Empfehlenswert sind juckreizstillende und entzündungshemmende Salben, Gele oder Lotionen, um den Juckreiz zu lindern.

Auch Hausmittel wie kalte Kompressen, ätherische Öle (z.B. Menthol oder Cineol) sowie Aloe-Vera- oder Hamamelis-Gel wirken kühlend und beruhigend.

Aber Achtung: Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum nicht abklingen oder sich verschlimmern, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Antihistaminika, also antiallergische Medikamente, oder kortisonhaltige Cremes verordnen.

Da sich die Larven durch Entenkot vermehren, sollten diese nicht gefüttert werden!
Da sich die Larven durch Entenkot vermehren, sollten diese nicht gefüttert werden! (Bild: Dmitrii Bereznev/ iStock / Getty Images Plus)

Badedermatitis verhindern

Um sich vor einer Zerkariendermatitis zu schützen, können bestimmte Verhaltensmaßnahmen helfen:

  • Meiden Sie flache Uferzonen und begeben Sie sich rasch in tiefere und kühlere Gewässer.
  • Halten Sie sich nicht allzu lange im See auf. Mehrere kürzere Badeintervalle senken das Risiko eines Befalls.
  • Duschen Sie sich nach dem Baden sorgfältig ab, um eventuell vorhandene Larven abzuspülen.
  • Trocknen Sie sich anschließend gut ab. Auch dadurch werden die Zerkarien von der Haut entfernt.
  • Ziehen Sie nasse Badekleidung am besten gleich aus.
  • Wasserfeste Sonnencremes bieten einen gewissen Schutz, da es dadurch für die Parasiten schwieriger wird, in die Haut einzudringen.
  • Auch eine wasserfeste Creme mit Niclosamid oder Vaseline schützt vor Infektionen, bietet jedoch keinen Sonnenschutz.

Übrigens: Da der Kot von Wasservögeln eine wichtige Rolle bei der Vermehrung der Parasiten spielt, sollten diese nicht durch Füttern angelockt werden. Fütterungsverbote an Badeplätzen sind deshalb durchaus sinnvoll.

(Quelle: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, NABU Schleswig-Holstein)