Fachleute aus Polen und der Ukraine haben sich im Bodenseekreis über Brand- und Bevölkerungsschutz informiert. Im Mittelpunkt standen Technik, Ausbildung und Krisenvorsorge.
Am 9. und 10. Oktober 2026 besuchten Kommunalpolitiker und Fachleute aus dem polnischen Partnerlandkreis Tschenstochau gemeinsam mit zwei Vertretern aus dem ukrainischen Landkreis Rajon Kolomyja mehrere Feuerwehren im Bodenseekreis. Auf dem Programm standen Besuche in Friedrichshafen, Überlingen und Stetten sowie Fachgespräche über Einsatzstrukturen und die Vorbereitung auf Krisensituationen.
Feuerwehren stellen Technik und Einsatzkonzepte vor
Bei der Feuerwehr Friedrichshafen lernten die Gäste die Organisation und verschiedene Spezialeinheiten kennen. Vorgestellt wurden die Bereiche Gefahrgut, Öl- und Schadenswehr, das Einsatzleitfahrzeug mit Führungsgruppe sowie die Drohneneinheit des Bodenseekreises.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die kreisweite Zusammenarbeit, Führungsstrukturen und technische Möglichkeiten zur Erkundung und Lagebeurteilung.
Ein weiterer Programmpunkt war die Übergabe eines neuen CBRN-Erkundungswagens durch Landrat Luca-Wilhelm Prayon an die Feuerwehr Überlingen. Das vom Bund bereitgestellte Fahrzeug dient dazu, chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren aufzuspüren und zu melden. Es ergänzt die vorhandene Spezialausrüstung in Überlingen und Friedrichshafen und stärkt die Gefahrenabwehr im gesamten Bodenseekreis.
Feuerwehr Überlingen demonstriert Menschenrettung
Bei der Jahreshauptübung der Feuerwehr Überlingen erhielten die Besucher Einblicke in die praktische Arbeit der Einsatzkräfte. Gezeigt wurden die Brandbekämpfung und die Menschenrettung über eine Drehleiter sowie über tragbare Leitern.
Anschließend tauschten sich die Fachleute aus Deutschland, Polen und der Ukraine über ihre Erfahrungen mit Einsatztaktik, Ausbildung und technischer Ausstattung aus.
Bevölkerung auf Krisensituationen vorbereiten
Ein weiterer Schwerpunkt des internationalen Austauschs war die Frage, wie sich die Bevölkerung besser auf Krisen vorbereiten lässt. Diskutiert wurden Warnsysteme, verständliche Informationsangebote und konkrete Empfehlungen zur Eigenvorsorge.
Der polnische Partnerlandkreis setzt dabei unter anderem auf Informationsstände bei Gemeinde-, Kultur- und Sommerfesten, um die Menschen direkt zu erreichen.
Die Beteiligten waren sich einig, dass eine widerstandsfähige Gesellschaft verlässliche Informationen, eingeübte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Kommunen, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und der Bevölkerung benötigt.
Auch gemeinsame Fortbildungen und ein künftiger Austausch von Feuerwehrangehörigen wurden besprochen. Der grenzüberschreitende Wissenstransfer soll dazu beitragen, die Vorbereitung auf größere Schadenslagen und Krisen zu verbessern.
Vertreter aus drei Ländern beim Fachaustausch
Zur polnischen Delegation gehörten Krzysztof Smela, Landrat des Landkreises Tschenstochau, und Adam Morzyk, Mitglied des dortigen Kreisvorstands. Ebenfalls dabei waren der stellvertretende Woiwodschaftskommandant der Staatlichen Feuerwehr in Schlesien, Leitender Branddirektor Arkadiusz Krzemiński, sowie Branddirektor Kamil Dzwonnik, Kommandant der Staatlichen Feuerwehr in Tschenstochau.
Weitere Teilnehmer waren Leitender Branddirektor Jarosław Jankowski, Kommandant der Zentralen Schule der Staatlichen Feuerwehr in Tschenstochau, und Cezary Stępień, Leiter des Amtes für Krisenmanagement, Sicherheit und Bürgerangelegenheiten des Landkreises Tschenstochau.
Aus dem ukrainischen Landkreis Rajon Kolomyja nahmen der stellvertretende Kreistagsvorsitzende Dmytro Samuliak und Kreistagsmitglied Ivan Bozhovskyi teil.
Auf deutscher Seite begleiteten Landrat Luca Wilhelm Prayon, Landtagsabgeordneter Dr. Alexander Bruns, die Oberbürgermeister Simon Blümcke und Jan Zeitler, Bürgermeister Daniel Heß, Dietmar Buck vom Rechts- und Ordnungsamt des Bodenseekreises, Kreisbrandmeister Alexander Amann sowie Katharina Zlotos, Beauftragte für Kreispartnerschaften, den Austausch.
(Quelle: Landratsamt Bodenseekreis)