Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 erweitert die Deutsche Bahn ihr Fernverkehrsangebot. Auch Lindau profitiert von ICE-Verbindungen, allerdings mit baubedingten Einschränkungen.
Der neue Bahn-Fahrplan 2027 bringt zusätzliche ICE-Sprinter, schnellere internationale Verbindungen und günstigere Angebote für Familien, Gruppen und Pendler. Die Fahrpreise bleiben nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) stabil. Tickets für den neuen Fahrplan sind ab Mittwoch, 14. Oktober 2026, erhältlich.
Besonders für Reisende aus der Bodenseeregion sind die geplanten ICE-Verbindungen über Lindau-Reutin interessant. Gleichzeitig führen umfangreiche Bauarbeiten dazu, dass einzelne Züge zeitweise ausfallen oder andere Strecken bedienen.
Neue ICE-Verbindung von Lindau nach Frankfurt und Tirol
Nachdem die Railjet-Verbindung Frankfurt–Stuttgart–Lindau–Landeck–Innsbruck im Jahr 2026 entfallen musste, soll künftig am Wochenende wieder ein ICE je Richtung zwischen Frankfurt und Landeck-Zams verkehren.
Die Verbindung startet frühmorgens um 6.11 Uhr in Frankfurt, samstags auch bereits in Köln, und führt über Heidelberg, Stuttgart und Ulm nach Lindau-Reutin. Dort ist die Ankunft um 10.28 Uhr vorgesehen. Anschließend fährt der Zug über Bregenz weiter nach Landeck-Zams, wo er um 13.07 Uhr ankommt.
In der Gegenrichtung startet der ICE am Wochenende um 14.50 Uhr in Landeck-Zams und erreicht Lindau um 17.25 Uhr. Über Stuttgart, mit Ankunft um 19.59 Uhr, und Heidelberg geht es weiter nach Frankfurt, wo der Zug um 21.56 Uhr ankommt. Sonntags fährt die Verbindung bis Köln weiter.
Allerdings gibt es eine wesentliche Einschränkung: Baubedingt können diese ICE-Züge nur bis zum 4. April 2027 an den Bodensee fahren. Danach sowie unter der Woche verkehrt das Zugpaar ab Ulm stattdessen über Günzburg nach München.
Weitere ICE-Verbindung nach Innsbruck bleibt bestehen
Die tägliche ICE-Verbindung von Dortmund über den Frankfurter Flughafen, Mannheim, Stuttgart und Lindau nach Innsbruck bleibt grundsätzlich erhalten.
Aufgrund von Bauarbeiten kann dieses Zugpaar jedoch vom 15. Mai bis zum 10. Juli sowie ab dem 22. August 2027 nicht verkehren.
Damit müssen sich Reisende aus Lindau insbesondere während der Sommermonate auf Einschränkungen im Fernverkehr einstellen.
Schnellere Verbindungen nach Paris und Italien
Auch auf internationalen Strecken erweitert die Deutsche Bahn ihr Angebot. Ab Sommer 2027 sollen in Kooperation mit Trenitalia und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) neue Direktverbindungen von München über Innsbruck nach Italien angeboten werden. Voraussetzung ist die Zulassung der eingesetzten Frecciarossa-Züge.
Geplant sind zunächst jeweils eine Hin- und Rückfahrt auf den Verbindungen nach Rom und Mailand.
Von München aus sollen Reisende beispielsweise um 14.32 Uhr nach Verona, Bologna, Florenz und Rom fahren können. Die Ankunft in Rom ist für 23.10 Uhr vorgesehen. Eine weitere Verbindung startet um 16.32 Uhr in München und erreicht Mailand um 23.05 Uhr.
Verbesserungen gibt es außerdem auf der Strecke nach Frankreich. München und Augsburg erhalten am Wochenende eine zusätzliche direkte TGV-Verbindung nach Straßburg und Paris.
Darüber hinaus wird die erste tägliche TGV-Verbindung von München und Augsburg nach Paris rund 30 Minuten schneller. Möglich wird dies durch die Nutzung der Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm. Die Ankunft in Paris ist um 12.07 Uhr vorgesehen.
Mehr ICE-Sprinter zwischen Stuttgart und Berlin
Auf der Strecke Stuttgart–Nürnberg–Berlin erweitert die Deutsche Bahn das Angebot um vier zusätzliche ICE-Sprinter-Fahrten.
Ab Nürnberg fahren künftig weitere schnelle Verbindungen um 12.57 Uhr und 16.57 Uhr nach Berlin. In der Gegenrichtung kommen neue Fahrten mit Abfahrt in Nürnberg um 11.01 Uhr und 15.03 Uhr hinzu.
Die Fahrzeit zwischen Nürnberg und Stuttgart beträgt knapp zwei Stunden, zwischen Nürnberg und Berlin rund zwei Stunden und 45 Minuten.
Damit entsteht auf dieser Verbindung ein erweitertes Sprinter-Angebot im Vier-Stunden-Takt.
Auch zwischen Nürnberg und Wien wird das Angebot ausgebaut. Nach Abschluss der Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Passau sollen ab dem 19. Dezember 2026 wieder schnelle Direktverbindungen nach Linz und Wien verkehren. Eine zusätzliche Verbindung erhöht die Zahl der Direktverbindungen zwischen Nürnberg und Wien auf zehn.
Bauarbeiten sorgen 2027 für Einschränkungen
Trotz der geplanten Verbesserungen müssen Bahnreisende auch 2027 mit zahlreichen Einschränkungen rechnen. Die Deutsche Bahn kündigt umfangreiche Bauarbeiten an, die teilweise zu längeren Fahrzeiten, geänderten Streckenführungen und Zugausfällen führen.
Besonders betroffen ist die Verbindung zwischen München und Salzburg. Wegen einer Streckensanierung können vom 8. Februar bis zum 9. Juli 2027 statt stündlicher Fernverkehrsverbindungen nur noch drei Eurocity-Fahrten pro Tag und Richtung über Mühldorf angeboten werden.
Die Railjet-Züge zwischen München, Wien und Budapest werden in diesem Zeitraum über Passau statt über Salzburg geführt.
Auch zwischen Augsburg, Donauwörth, Nürnberg und Berlin wird das ICE-Angebot zeitweise reduziert. Ab dem 5. Februar stehen zunächst nur noch sieben Fahrten pro Tag und Richtung zur Verfügung. Weitere Einschränkungen folgen im Laufe des Jahres.
Zwischen Frankfurt und Nürnberg entfallen ab dem 13. August täglich acht ICE-Fahrten, darunter zwei Verbindungen von und nach Passau. Mindestens stündliche ICE-Verbindungen zwischen Frankfurt und Nürnberg sollen jedoch bestehen bleiben.
Die größten baubedingten Änderungen sind laut DB bereits zum Buchungsstart in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.
Familienticket für 99,99 Euro wird dauerhaft angeboten
Neben den neuen Zugverbindungen kündigt die Deutsche Bahn Verbesserungen bei ihren Ticketangeboten an.
Das im Sommer eingeführte DB Familienticket wird dauerhaft angeboten. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen deutschlandweit im Fernverkehr in der zweiten Klasse hin- und zurückreisen. Die Sitzplatzreservierung ist bereits im Preis enthalten.
Das Ticket ist ab dem 26. Oktober 2026 wieder buchbar. Erster möglicher Reisetag ist der 1. November.
Auch für Pendler gibt es eine Änderung: Ab dem 21. Oktober werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abonnement um 25 Prozent günstiger. Künftig bietet die DB Streckenzeitkarten ausschließlich ohne Abo an.
Gruppen profitieren ebenfalls von erweiterten Buchungsmöglichkeiten. Der Sparpreis Gruppe kann künftig bis zu 14 Tage lang unverbindlich online reserviert werden.
Fahrplanwechsel am 13. Dezember: Tickets ab 14. Oktober
Der neue Bahn-Fahrplan tritt am 13. Dezember 2026 in Kraft. Fahrkarten sind bereits ab dem 14. Oktober 2026 über bahn.de, die App DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich.
Reisende sollten bei ihrer Planung insbesondere die angekündigten Bauarbeiten und die zeitweise eingeschränkten ICE-Verbindungen über Lindau berücksichtigen.
(Quelle: Deutsche Bahn AG)