75 Jugendliche aus vier Ländern kommen beim IBK-JugendZukunftsDialog auf dem Bodensee zusammen. Sie entwickeln gemeinsam Ideen für die Zukunft und stärken die grenzüberschreitende Jugendbeteiligung.
75 Jugendliche aus Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz haben sich am 4. Juli 2026 beim IBK-JugendZukunftsDialog auf dem Bodensee getroffen. An Bord der MS Gunzo tauschten sich Vertreter aus 14 Jugendgremien der internationalen Bodenseeregion aus, arbeiteten gemeinsam an Zukunftsfragen und setzten ein Zeichen für grenzüberschreitende Jugendbeteiligung.
Nachhaltigkeit und Zukunft im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt standen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie das diesjährige Schwerpunktthema der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) unter dem Vorsitz des Kantons Zürich: Zukunftsvisionen und Zukunftsbilder. Den thematischen Schwerpunkt hatten die Jugendlichen gemeinsam festgelegt. Auch die inhaltliche Konzeption des JugendZukunftsDialogs entwickelten sie über mehrere Monate hinweg in einem eigenen Organisationsteam.
Die Teilnehmenden stiegen in Friedrichshafen, Romanshorn und Bregenz zu. Während des gemeinsamen Tages auf dem Bodensee blieb Zeit für Austausch, Workshops und Begegnungen. Moderiert wurde die Veranstaltung weitgehend von jungen Menschen selbst. Zum Jugendmoderationsteam gehörten Carlos Chugh vom Kreisjugendrat Bodenseekreis, Luka Metz sowie die Vorarlberger Jugendbotschafterinnen Viola Amann und Lea Brauchle.
Workshops zu Klimaschutz, Bildung und Teilhabe
In neun Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit unterschiedlichen Zukunftsthemen. Im Fokus standen unter anderem Klimaschutz, erneuerbare Energien, Bildung, Chancengleichheit, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe.
Dabei wurde deutlich, dass sich viele Jugendliche mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien wünschen, ohne Naturschutz, Flächenverbrauch und Speichertechnologien aus dem Blick zu verlieren. Auch der Klimawandel, der Schutz der Artenvielfalt sowie die Chancen einer nachhaltigen Wirtschaft spielten eine wichtige Rolle.
Im Bildungsbereich sprachen sich die Teilnehmenden für eine bessere individuelle Förderung, kleinere Klassen, mehr Schulsozialarbeit sowie moderne und barrierefreie Lernumgebungen aus. Intensiv diskutiert wurde außerdem, wie Barrierefreiheit im Alltag verbessert werden kann. Genannt wurden unter anderem Gebärdensprache an Schulen, zusätzliche visuelle Informationen bei Lautsprecherdurchsagen, Grundkurse in Gebärdensprache und mehr gesellschaftliche Inklusion.
Unterschiedliche Perspektiven bereichern den Austausch
Der JugendZukunftsDialog zeigte, wie vielfältig die Lebensrealitäten junger Menschen in der Bodenseeregion sind. Mit an Bord waren unter anderem Jugendliche mit Fluchterfahrung aus der Ukraine, junge Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen sowie Teilnehmende mit körperlichen Einschränkungen. Diese unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven prägten die Diskussionen in den Workshops.
Das Feedback der Jugendlichen fiel laut Veranstaltern sehr positiv aus. Viele hätten sich noch mehr Zeit für den internationalen Austausch und die Workshops gewünscht. Zahlreiche Kontakte sollen nach dem Treffen digital weitergeführt werden. Gegenseitige Einladungen zu Veranstaltungen sind bereits geplant.
„Ich fand die Idee sehr schön und freue mich, wenn es wieder einen solchen Anlass geben würde. Auch die organisatorischen Herausforderungen wurden gut gelöst“, sagte Sophia Katharina Brandi vom Jugendparlament Zürich.
Ergebnisse sollen in die Politik eingebracht werden
Moritz Hermann vom Landratsamt Bodenseekreis zog nach rund einem Jahr Vorbereitung ebenfalls ein positives Fazit: „Ich bin sehr froh, dass der JugendZukunftsDialog in dieser Form gelungen ist. Das war eine große Gemeinschaftsleistung und ein starkes Signal für die grenzüberschreitende Jugendbeteiligung in der Bodenseeregion.“
Die Ergebnisse der Workshops werden im Nachgang von einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet. Anschließend können die verschiedenen Jugendgremien sie thematisch passend an politische Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung weitergeben. Zudem werden Fotos, Videos und grafische Workshopergebnisse für die Teilnehmenden und die Öffentlichkeit aufbereitet.
Der IBK-JugendZukunftsDialog 2026 wurde gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern, der Internationalen Bodensee-Konferenz sowie dem Programm „Young Skills, Young Voices!“ umgesetzt. Ziel ist es, die internationale Vernetzung der Jugendgremien zu stärken und Impulse aus der Sicht junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse der Bodenseeregion einzubringen.
(Quelle: Landratsamt Bodenseekreis)