Das tragische Zugunglück im Juli 2025 hatte die ganze Region erschüttert. Drei Menschen starben und über 30 Personen wurden verletzt. Ursache für die Tragödie war ein Hangrutsch. Ermittler haben jetzt einen Bericht veröffentlicht.
Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach Schätzungen auf rund zehn Millionen Euro. Ein Jahr nachdem der Regionalzug am 27. Juli entgleiste, hat die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) jetzt einen Bericht zu der verheerende Zugkatastrophe am 27. Juli 2025 veröffentlicht.
Zug kollidierte mit Hangmure
Der Regionalexpress RE 3227 kollidierte auf der Fahrt von Sigmaringen nach Ulm gegen 18.08 Uhr bei Riedlingen-Zell mit einer Hangmure, die infolge eines Starkregenereignisses Schlamm und Geröll auf die Gleise gespült hatte. Der Zug entgleiste daraufhin mit nahezu allen Achsen.
Durch die Entgleisung wurde das führende Fahrzeug nach links den Hang hinaufgeschleudert und prallte dort gegen mehrere Bäume, wodurch es vollständig zerstört wurde. Bei dem Unglück kamen drei Menschen ums Leben: der Triebfahrzeugführer, ein in Ausbildung befindlicher Triebfahrzeugführer sowie eine Reisende. Weitere fünf Fahrgäste wurden schwer und 31 leicht verletzt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach Schätzungen auf rund zehn Millionen Euro. Davon entfallen etwa 7,5 Millionen Euro auf die zerstörten Fahrzeuge und 2,5 Millionen Euro auf die beschädigte Infrastruktur. Rund 250 Meter Gleisanlagen wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Intensive Starkregenzelle über Riedlingen-Zell
Die Untersuchungen zeigen, dass dem Unfall ein regionales Unwetter mit Starkregen vorausging. Bereits am Vortag hatte der Deutsche Wetterdienst eine Kaltfront mit Gewittern und Starkregen für Süddeutschland angekündigt und entsprechende Warnungen herausgegeben. Am Unfalltag zog zwischen 17 und 18 Uhr eine besonders intensive Starkregenzelle über den Bereich Riedlingen-Zell. Innerhalb einer Stunde fielen dort nach den Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes rund 27,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Da die Böden durch vorausgegangene Regenfälle bereits gesättigt waren, konnte das Wasser kaum noch versickern und floss oberirdisch ab. Dadurch wurden Schlamm und Geröll aus dem Hangbereich auf die Bahnstrecke gespült und bildeten die spätere Hangmure.
Niederschläge hatten bereits nachgelassen
Zum Zeitpunkt der Kollision hatte das eigentliche Gewitter den Unfallort bereits weitgehend passiert, die Niederschläge hatten deutlich nachgelassen. Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes waren den Fahrdienstleitern über das interne Meldesystem bekannt. Der Bericht hält jedoch fest, dass zuvor mehrere Regionalzüge den betroffenen Streckenabschnitt planmäßig und ohne Auffälligkeiten passiert hatten. Auch aufgrund der Wetterwarnungen oder eigener Wetterbeobachtungen ergaben sich zunächst keine konkreten Hinweise darauf, dass sich bereits eine gefährliche Hangmure auf den Gleisen gebildet hatte.
Zwischen Riedlingen und Rechtenstein
Der Unfall ereignete sich auf der eingleisigen, nicht elektrifizierten Hauptstrecke zwischen Riedlingen und Rechtenstein. Der Streckenabschnitt ist für Neigetechnikzüge ausgelegt und erlaubt dort Geschwindigkeiten von bis zu 150 km/h. Die Unglücksstelle liegt in einem Geländeeinschnitt unterhalb einer Straßenbrücke der Kreisstraße K7545.