Film-Gala In Laupheim: Am Freitag wurde hier nach einjähriger Pause wieder der Carl Laemmle-Preis der Filmproduzenten verliehen. Dem Preisträger Nico Hofman und Laudatorin Maria Furtwängler hat es gut gefallen.
Laupheim hat seine Laemmle-Gala-wieder: Nachdem die Verleihung des Carl Laemmle-Filmproduzentenpreises vergangenes Jahr pandemiebedingt ausgefallen ist, gab es am Freitag eine Neuauflage im kleinen Rahmen. 200 geladene Gäste aus der Film- und Medienszene durften ins Kulturhaus, aber die fanden es großartig, sich wieder in Laupheim treffen zu können: Ausgelassene Stimmung und Musik vom Laupheimer Salonorchester, ausgiebige Lobreden für den Preisträger, nur auf die Partystimmung musste aufgrund der Abstandsregeln im Kulturhaus verzichtet werden.

Dabei war die Promi-Dichte weit kleiner als zuvor – kein Vergleich etwa zur Premiere vor vier Jahren, als Hollywood-Legende Roland Emmerich nicht nur persönlich seinen Preis in Laupheim abholte, sondern bei der Gelegenheit auch der Öffentlichkeit seinen Lebensgefährten Omar de Soto vorstellte: Die Boulevard-Medien überschlugen sich damals vor Aufregung.
Diesmal gab es nur einen wirklich bekannten Promi: Schauspielerin Maria Furtwängler, die die Lobrede auf Preisträger Nico Hofmann hielt. Wer diesen Namen nicht kennt, kennt vielleicht einen seiner Filme: Der Psychothriller „Der Sandmann“, Literaturverfilmungen wie „Der Turm“, Kinofilme wie „Der Medicus“ oder die Hape Kerkeling-Biographie „Ich bin dann mal weg“ und vor allem Historien-Mehrteiler wie „Unsere Mütter, unsere Väter“ oder „Kuhdamm ´56“ sind das Markenzeichen des gebürtigen Mannheimers. Als Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent erreichte Nico Hofmann mit Geschichten zur Deutschen Geschichte ein Millionenpublikum in Kino und Fernsehen. Nächstes Projekt ist ein Film über das legendäre Magier-Duo Siegfried & Roy.

Der 62-Jährige Nico Hofmann ist Chef der größten deutschen Filmproduktionsfirma UfA in Berlin und bildet an der Filmhochschule Ludwigsburg den Nachwuchs aus. Der Laemmle-Peis geht zurück auf den Gründer der „Universal“-Filmstudios in Hollywood Carl Laemmle, der aus Laupheim stammt und 1884 nach USA auswanderte – und als Erfinder von Hollywood gilt. Die Stadt Laupheim widmet ihm eine Abteilung im Museum im Schloss Großlaupheim und den mit 40 000 Euro dotierten Carl Laemmle Preis. Man hatte 2016 die Allianz Deutscher Filmproduzenten dafür gewonnen, ihren neu geschaffenen Branchenpreis nicht in einer der Film-Metropolen wie Berlin oder München zu verleihen, sondern in der Geburtsstadt des Hollywood-Pioniers.
Filmproduzenten sind jene, die hinter den Kulissen die Produktion eines Films organisieren und zum Beispiel die Schauspieler aussuchen. Sie stehen nicht so sehr im Rampenlicht wie Regisseure oder Darsteller – der Filmproduzentenpreis soll ihre Leistung ins öffentliche Licht setzen. Auch nächstes Jahr soll das wieder von Laupheim aus geschehen (www.produzentenallianz.de).