Praxen und Mitarbeiterwohnungen fertiggestellt Wichtiger Meilenstein auf dem Biberacher Hospitalquartier

Wichtiger Meilenstein auf dem Biberacher Hospitalquartier
Vier Millionen Euro wurden in das Projekt im Mühlweg investiert. (Bild: Stadt Biberach)
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Die Physiotherapiepraxis hat bereits den Betrieb aufgenommen, die Arztpraxis öffnet am 7. Oktober erstmals ihre Türen: Nach rund 15 Monaten Bauzeit ist das zweiteilige Projekt Mühlweg 7 auf dem Hospitalquartier fertiggestellt. Angrenzend an den zweigeschossigen Neubau, in dem die beiden Praxen untergebracht sind, wurde das Bestandsgebäude saniert. Hier stehen der Hospitalstiftung künftig 13 Mitarbeiterwohnungen zur Verfügung.

Der Hospital zum Heiligen Geist kann als ältestes Stiftung des Landes auf eine fast 800-jährige Geschichte zurückblicken. Die Stiftung sei aber alles andere als eine alte Institution, betonte der Erste Bürgermeister und Hospitalverwalter Ralf Miller bei einer Feier anlässlich des Projektabschlusses im Mühlweg. Die Stiftung entwickle sich vielmehr stetig weiter und gehe auf gesellschaftliche Bedürfnisse ein. Dem Bau von Wohnungen für Betreutes Wohnen in den 1990er-Jahren seien zu Beginn der Nullerjahre die Krippen und nun Praxen sowie Mitarbeiterwohnungen gefolgt. Auf dem Quartier träfen sich Kinder und Senioren, die vhs Biberach halte hier ebenso regelmäßig Kurse ab wie Firmen Tagungen. „Unsere Angebote entwickeln sich weiter, wir sind ein offenes Quartier.“

Miller erzählte, dass es schon länger den Gedanken gegeben habe, Praxen auf dem Quartier anzusiedeln. Mit dem Umzug der ZfP-Tagesklinik an den Klinikcampus und den dadurch freiwerdenden Räumen sei diese Idee konkreter geworden – auch, weil sich die bürokratischen Hürden für eine Kinderkrippen- Erweiterung schnell als zu hoch erwiesen hätten. Der Hospitalrat habe sich außerdem gegenüber einem möglichen Anbau für Praxen offen gezeigt. Das Bestandsgebäude schien für Mitarbeiterwohnungen prädestiniert, war dieses doch einst dafür konzipiert worden.

Der Hospitalverwalter verdeutlichte, dass es insbesondere im Pflegebereich sehr schwierig sei, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Die 13 möblierten Wohnungen, „komfortabel ausgestattet“, sollen nun ein wichtiger Faktor bei der Fachkräftegewinnung werden. „Der Mietpreis liegt 20 Prozent unter der ortsüblichen Miete.“ Es gebe bereits interessierte Mieter, noch in diesem Jahr sollen die ersten einziehen.

Hausarzt- und Kinderarztpraxis

In der Physiotherapiepraxis von Ante und Jasmin Kovacevic werden im ersten Obergeschoss des Neubaus bereits seit Mitte September Patienten behandelt, die Praxis im Erdgeschoss öffnet am 7. Oktober erstmals. Allgemeinmediziner Dr. Christoph Haas zieht mit seiner Hausarztpraxis vom Rißcenter in den Mühlweg. Auch seine Frau, die Kinderärztin Dr. Marlene Haas, wird künftig Teil der fachübergreifenden Gemeinschaftspraxis sein. Vier Millionen Euro investierte der Hospital in Um- und Neubau. Ralf Miller lobte, dass vom Spatenstich bis zum Bezug der Räume lediglich 15 Monate vergangenen seien. Auf Grundlage der kalkulierten Bauzeit von 18 Monaten sei die Fertigstellung erst für Dezember vorgesehen gewesen. „Es hat sich mal wieder gezeigt: Mit heimischen Firmen und Planungsbüros ist gut bauen.“

Architektin Manja Peter überreichte Ralf Miller zur Eröffnung einen symbolischen Schlüssel und blickte nochmals auf den Planungsprozess zurück. Das Bestandsgebäude mit ursprünglich 16 Mitarbeiter-Wohnungen sei in den 1950er-Jahren gebaut worden. Ausgestattet jeweils mit einer Badewanne und einem Waschbecken, aber keiner eigenen Toilette. Die Struktur habe in weiten Teilen erhalten bleiben können, was sich auch positiv auf die Kosten ausgewirkt habe. Das Brandschutzkonzept habe ertüchtigt werden müssen, die Technik sei erneuert worden. Ob die Wohnungen komplett möbliert werden, sei eine längere Diskussion gewesen. „Für uns war es schön, dass wir dies machen durften“, sagte Peter. „Das kommt nicht so oft vor.“

Beim Neubau, der auf 23 Bohrpfählen steht, habe der Untergrund Sorgen bereitet und Mehrkosten verursacht. Die Planung sei herausfordernd gewesen – auch, weil später einmal sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss jeweils vier Wohnungen eingebaut werden könnten. „Ein sehr zukunftsfähiges Gebäude“, so die Architektin.

Ein solches entsteht derzeit bekanntlich auch wenige Meter weiter, ebenfalls auf dem Hospitalquartier – der Neubau von „Haus 2“. Auch hier kommen die Arbeiten gut voran. Ralf Miller kündigte die Einweihung für September kommenden Jahres an. 

(Pressemitteilung: Stadt Biberach)