Gehirn- und Hirnhautentzündungen stehen im Mittelpunkt des nächsten Sana-Gesundheitsforums in Biberach. Chefarzt PD Dr. Siegfried Kohler informiert am 1. Oktober über Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie.
Das Sana Klinikum Landkreis Biberach setzt im Oktober seine Veranstaltungsreihe „Sana-Gesundheitsforum“ fort. Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, spricht PD Dr. Siegfried Kohler, Chefarzt der Klinik für Neurologie, ab 18 Uhr über das Thema „Gehirn- und Hirnhautentzündungen – Symptome, Ursachen und therapeutische Ansätze“.
Das Biberacher Sana Klinikum ist Zentralkrankenhaus für den Landkreis und Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Ulm. Im Rahmen des Gesundheitsforums informiert das interdisziplinäre Ärzte- und Expertenteam regelmäßig über medizinische Themen, Krankheitsbilder, Präventionsmaßnahmen sowie Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Die Veranstaltungen richten sich an Patienten, akut oder chronisch Erkrankte, Angehörige und Gesundheitsinteressierte. Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen und sich auszutauschen.
Klinik für Neurologie mit Regionaler Stroke Unit
Die Klinik für Neurologie unter der chefärztlichen Leitung von PD Dr. Siegfried Kohler diagnostiziert und behandelt das gesamte Spektrum akuter und chronischer Erkrankungen des Nervensystems. Dazu zählen Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks ebenso wie Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur.
Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Akutneurologie mit der Versorgung von Schlaganfallpatienten auf der Regionalen Stroke Unit. Darüber hinaus behandelt das neurologische Team zahlreiche weitere Erkrankungen, bei denen eine rasche und differenzierte neurologische Diagnostik entscheidend ist. Dazu gehören auch entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Gehirn- und Hirnhautentzündungen, die im Mittelpunkt des kommenden Gesundheitsforums stehen.
Gehirn- und Hirnhautentzündungen im Fokus
Gehirn- und Hirnhautentzündungen sind entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems, die unterschiedliche Bereiche betreffen können. Bei einer Meningitis sind die Hirn- und Rückenmarkshäute entzündet, bei einer Enzephalitis das Gehirngewebe selbst. Treten beide Erkrankungen gemeinsam auf, spricht man von einer Meningoenzephalitis.
Auslöser können insbesondere Viren und Bakterien, seltener auch Pilze oder Parasiten sein. Daneben kommen nichtinfektiöse Ursachen wie Autoimmunreaktionen infrage, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe im Gehirn richtet.
Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Ursache und betroffenem Bereich. Typische Anzeichen einer Meningitis sind Fieber, starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Bei einer Enzephalitis können unter anderem Bewusstseins- und Verhaltensveränderungen, Verwirrtheit, epileptische Anfälle oder weitere neurologische Ausfälle auftreten.
„Entscheidend ist, Warnzeichen frühzeitig ernst zu nehmen. Gerade bei schweren Entzündungen des zentralen Nervensystems können eine schnelle Diagnostik und der rasche Beginn einer gezielten Therapie den weiteren Krankheitsverlauf maßgeblich beeinflussen“, erklärt PD Dr. Kohler.
Gehirn- und Hirnhautentzündungen können schwerwiegend und mitunter lebensbedrohlich verlaufen. Nach Schätzungen der WHO traten im Jahr 2019 weltweit rund 2,5 Millionen Fälle von Meningitis auf. Rund 1,6 Millionen davon waren auf eine bakterielle Meningitis zurückzuführen, an der etwa 240.000 Menschen starben. Etwa jeder fünfte Betroffene einer bakteriellen Meningitis trägt langfristige gesundheitliche Folgen davon, darunter Hörverlust, epileptische Anfälle sowie Beeinträchtigungen des Sehens, der Sprache oder des Gedächtnisses.
Für die Diagnose sind neben der körperlichen und neurologischen Untersuchung sowie Blutuntersuchungen insbesondere die Untersuchung des Nervenwassers, des sogenannten Liquors, und bildgebende Verfahren von Bedeutung. Der Liquor wird in der Regel mittels einer Lumbalpunktion gewonnen; ergänzend kann beispielsweise eine Magnetresonanztomografie (MRT) zum Einsatz kommen.
Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache: Bei einer bakteriellen Meningitis kommen Antibiotika zum Einsatz, bestimmte Virusinfektionen können mit antiviralen Medikamenten behandelt werden. Bei einer Autoimmunenzephalitis zielt die Behandlung darauf ab, die fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems zu hemmen.
Welche Formen von Gehirn- und Hirnhautentzündungen auftreten können, welche Ursachen ihnen zugrunde liegen und anhand welcher Symptome sie sich bemerkbar machen, erläutert PD Dr. Siegfried Kohler im Rahmen seines Vortrags. Darüber hinaus gibt er Einblicke in die diagnostischen Möglichkeiten und stellt aktuelle therapeutische Ansätze vor. Dabei geht er auch darauf ein, bei welchen Warnzeichen schnelles medizinisches Handeln erforderlich ist und welche Möglichkeiten bestehen, bestimmten Formen von Gehirn- und Hirnhautentzündungen vorzubeugen.
Veranstaltungsdetails
Das Gesundheitsforum findet am Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 18 Uhr im Veranstaltungsraum 1 (EG) des Sana Klinikums Landkreis Biberach, Marie-Curie-Straße 4, 88400 Biberach, statt.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei; die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Interessierte können sich bis zum Vortag der Veranstaltung bevorzugt per E-Mail an [email protected] oder telefonisch von Montag bis Freitag unter 07351 55-9000 anmelden.
Weiterführende Informationen sind unter www.sana.de/biberach erhältlich.
(Quelle: Sana Kliniken Landkreis Biberach GmbH)