Bürgermeisterwahl Erwin Promoli wird Bürgermeister in Bad Schussenried

Erwin Promoli wird Bürgermeister in Bad Schussenried
Interessiert verfolgten Erwin Promoli und seine Frau die Entwicklung der Stimmenauszählung. (Bild: Maximilian Kohler)

Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl in Bad Schussenried war Erwin Promoli der klare Sieger. Auf ihn entfielen 69,6 Prozent der abgegebenen und gültigen Stimmen, sein Mitbewerber Jürgen Bairle erhielt 28, 3 Prozent, 2,3 Prozent der Stimmen gingen an von Wählern benannte Personen.

Bereits bei der ersten Meldung aus Steinhausen lag Promoli deutlich in Führung. Daran änderte sich auch mit den weiteren Meldungen aus den anderen Stimmbezirken nichts mehr. Die mäßige Wahlbeteiligung führte unter den Anwesenden Bürgern und Ehrengästen allerdings zu Diskussionen, zumal sie zu Beginn deutlich unter 30 Prozent lag. Mit den Stimmbezirken der Stadt und den Briefwählern verbesserte sie sich dann auf 43,9 Prozent.

Die Bedeutung der Stadt zeigte sich in der Anwesenheit der Abgeordneten Wolfgang Dahler (MdB), Thomas Dörflinger (MdL), Landrat Mario Glaser und den Bürgermeistern Peter Diesch (Bad Buchau) und Waldemar Schulz (Ingoldingen). Nach der Auszählung sprachen die Ehrengäste dem neugewählten Bürgermeister Ihre Glückwünsche aus. 

Das Endergebnis der Wahl stand gegen 19 Uhr fest.
(Bild: Maximilian Kohler)

Promoli bedankt sich

Tiefe Dankbarkeit für den Wahlausgang ist dem uns zur Verfügung gestellten Statement von Promoli zu entnehmen:

„Liebe Bürgerinnen und Bürger, Ich danke Ihnen von Herzen für das große Vertrauen und das klare Votum, das Sie mir mit Ihrer Stimme geschenkt haben. Während meines Wahlkampfs habe ich so großen Zuspruch erlebt: Menschen, die ich vorher nicht kannte, kamen auf mich zu und bestätigen meine Arbeit. Die große Menge des Zuspruchs berührt mich bis heute.

Dieses Wahlergebnis ist für mich Ehre und Verpflichtung zugleich. Ehre, weil Sie mir zutrauen, Bad Schussenried in den kommenden Jahren zu führen. Verpflichtung, weil dieses Amt Verantwortung bedeutet – für unsere Stadt, für alle Teilorte und für jeden einzelnen Menschen, der hier lebt.

Bedanken möchte ich mich für das Kommen und die Glückwünsche der Abgeordneten Wolfgang Dahler (MdB, CDU) Thomas Dörflinger (MdL, CDU), unsers Landrats Mario Glaser und allen Bürgermeister/innen der uns verbundenen Kommunen.

Mein Dank geht auch an den amtierenden Bürgermeister Herr Deinet für seinen unermüdlichen Einsatz um Bad Schussenried, an die Gemeinderäte beider Fraktionen, Bürgerliche Wähler Liste (BWL), sowie Freie Wählervereinigung (FWV) für das ausgesprochene Vertrauen. Ich freue mich auf eine vertrauensvolle, sachliche und konstruktive Zusammenarbeit. Bedanken möchten ich mich bei den vielen Helfern und Unterstützern während der Zeit – einige davon sind in der Zwischenzeit zu lieben Freunden geworden.

Last but not least gehört mein persönlicher Dank meiner Frau und meinen beiden Kindern, die mich unterstützen und während den letzten Monaten ertragen mussten – ohne deren Rückhalt ich diese Aufgabe nicht ausführen könnte.

Im Wahlkampf habe ich viele Gespräche geführt. Ich habe zugehört, nachgefragt und gelernt.
Die Themen, Sorgen und Ideen aus diesen Bürgerdialogen nehme ich mit – sie werden nicht in Schubladen verschwinden, sondern Grundlage meiner Arbeit sein.

Ich habe immer gesagt: Keine leeren Versprechen. Realistische Ziele. Solide Finanzen.
Und Entscheidungen mit Augenmaß.

Vor Bad Schussenried liegen anspruchsvolle Jahre – es geht um wichtige Aufgaben:
bei der weiteren Stadtentwicklung, der zukunftsgerichteten Finanzpolitik, um nur zwei Themen zu nennen. Diese Aufgaben können wir nur gemeinsam lösen – Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft.

Ich verstehe mich als Bürgermeister, der gestaltet statt verwaltet, der zuhört, erklärt und Entscheidungen transparent macht, und der den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern dauerhaft sucht.

Mein Ziel ist klar: Ein wirtschaftlich stabiles, lebenswertes und zukunftsfähiges Bad Schussenried,
das sich weiterentwickelt, ohne seine Identität zu verlieren. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen –mit Respekt, mit Mut und mit dem festen Willen, das Beste für unsere Stadt zu erreichen.

Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen. Ich freue mich auf die Aufgabe. Und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen allen.

Lassen Sie uns gemeinsam die Perle Bad Schussenried wieder aufpolieren!“

Bewundernswerte Fairness des Mitbewerbers

Auch der unterlegene Bairle ließ uns ein Statement zum Wahlausgang zukommen: „Ich sehe es sportlich, das ist Demokratie. Ich hoffe Herr Promoli macht seine Worte für unsere Stadt wahr und setzt die Themen, die unsere Stadt beschäftigen um. Ich wünsche Ihm viel Erfolg!“

Traurig niedrige Wahlbeteiligung

Mit Erwin Promoli wechselt nun bereits der dritte Mitarbeiter der Schussenrieder Stadtverwaltung (nach 1945) in den Chefsessel im Rathaus. Dies zeigt, dass Verwaltungsmitarbeiter, die etwas können und Ehrgeiz entwickeln, durchaus Chancen haben ein solches Amt zu übernehmen. Deshalb war es schon überraschend, dass sich aus dieser Personengruppe niemand zur Wahl des Bürgermeisters in Bad Schussenried aufstellen ließ. Die Stadt fehlt es nicht an Attraktivität und die Entlohnung nach der Besoldung B müsste eigentlich begehrenswert sein. Der Wahlsieger Promoli und sein Herausforderer Bairle haben jedenfalls diese Umstände erkannt und die Chance beim Schopfe gepackt.  

Noch in diesem Jahr wird in Bad Buchau ein Nachfolger von Bürgermeister Peter Diesch gewählt. Interessant wird, ob sich in der Kurstadt am Federsee die Verwaltungsfachleute dann ebenfalls zurückhalten. Das wäre schade, denn solche Chancen in attraktiven Städten gibt es nicht so häufig.

Zurückgehalten haben sich in Schussenried auch die Wähler. Die Wahlbeteiligung war enttäuschend. Über die Gründe, warum da so war, dafür kann man philosophieren, ohne die wirkliche Ursache zu ergründen. Wer aber bei einer Bürgermeisterwahl nicht von seinem Wahlrecht Gebrauch macht, sollte sich später bei der Kritik an der Stadtpolitik und Arbeit der Verwaltung zurückhalten. Jeder Wahlberechtigte hatte die Möglichkeit, mit der eigenen Stimme die Zukunft seiner Stadt mitzubestimmen. Hoffentlich findet eine so niedrige Wahlbeteiligung keine Fortführung in anderen Städten und Gemeinden.