Mehrkosten stemmen: Wo wird der Badespaß teurer?

Mehrkosten stemmen: Wo wird der Badespaß teurer?
Nicht überall bleiben die Preise in den Bädern gleich. Einen regionalen Überblick gibt es hier. (Bild: didesign021/ iStock / Getty Images Plus)

Bäder haben auch in Schwaben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben der Energiekrise erschweren auch Personalengpässe den Betrieb. Das wirkt sich nun teils auf die Eintrittspreise aus – auch in der Region.

Im neuen Jahr müssen Badegäste für den Eintritt ins Hallenbad vielerorts tiefer in die Tasche greifen. In Mannheim hatte der Gemeinderat so beispielsweise im Dezember vergangenen Jahres höhere Ticketpreise beschlossen. „Die Anpassung erfolgt aufgrund der gestiegenen Energiekosten und der anstehenden Personalkostensteigerung“, heißt es aus dem Mannheimer Rathaus.

Mehr Ausgaben für Licht, Wasser und Gas

Auch der Badische Schwimm-Verband bleibt von den steigenden Kosten nicht unberührt. Im Jahr 2020 zahlten 60 der insgesamt 100 im Dachverband organisierten Vereine etwa 250.000 Euro für die Anmietung von Wasserflächen von Kommunen, wie Geschäftsführer Holger Voigt erläutert. Im Jahr 2022 sind diese Ausgaben auf etwa 600.000 Euro angestiegen.

Als Gründe nennt er höhere Ausgaben für Licht, Wasser, Gas sowie Tariferhöhungen. Insbesondere die Anfängerkurse seien betroffen. „Nicht alle Familien können sich die 120 Euro für einen Schwimmkurs leisten. Heute verlassen 50 Prozent der Kinder die Grundschule ohne ausreichende Schwimmkenntnisse – im Ernstfall kann das fatale Folgen haben.“, so Voigt.

Die Situation in der Region

Ulm:

In Ulm wurden die Preise zuletzt im Jahr 2015 um 20 Cent erhöht und sollen weiterhin unverändert gelten. So beträgt der Einzeleintritt etwa in das Westbad weiterhin 3,70 Euro. Zu schaffen macht den kommunalen Badbetreibern aber vor allem die für den Betrieb notwendigen Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienste. Ulm hat wegen des Personalmangels teilweise die Öffnungszeiten verkürzt.

Ravensburg:

Im Ravensburger Hallenbad stiegen die Preise zum neuen Jahr: seit 1. Januar zahlen Erwachsene 4,30 Euro, Ermäßigte 2,40 Euro. „Zwar ist eine Preiserhöhung in der Regel (sowie jetzt) alle zwei Jahre üblich, jedoch seien die laufenden Betriebskosten tatsächlich angestiegen, insbesondere die Energie- und Personalkosten, die aber moderat auf die neuen Preise abgewälzt werden konnten,“ so die Stadt.

„Zudem nehmen dieses Mal bereits umgesetzte oder noch anstehende Sanierungsmaßnahmen, beispielsweise die Sanierung des Eltern-Kind-Becken und Fliesenarbeiten, Einfluss auf die neuen Preise.“

Eine Erhöhung sei daher gerechtfertigt: „Die Investitionen in das Bad halten es attraktiv für Badegäste. Trotz der neuen Preise bleibt das Hallenbad jedoch nach wie vor ein Zuschussbetrieb, was bedeutet, dass die Ausgaben höher als die Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittstickets sind. Der Verlust wird mit Geldern aus dem allgemeinen Haushalt ausgeglichen.“

Lindau:

In der Therme Lindau ist in nächster Zeit keine Preiserhöhung geplant. Es bleibt demnach vorerst bei folgenden Eintrittspreisen:

  • Erwachsene: Therme: 2h für 25 Euro / Sport- und Familienbad: 2h für 9 Euro
  • Kinder: Therme nicht vergünstigt / Sport- und Familienbad: 2h für 6,50 Euro

Biberach:

Auch in Biberach sollen die Preise gleichbleiben. Dafür wird an anderen Stellen gespart: Momentan ist das Dampfbad geschlossen und die Wassertemperatur wurde um 2°C gesenkt. Das ist Teil eines Maßnahmenpakets der Stadtwerke Biberach, das dazu beiträgt, den Verbrauch von Ressourcen wie fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Das dient im selben Zug auch der Betriebskostensenkung. Nur so könne man weiterhin günstige Eintrittspreise anbieten.

„Die Stadtwerke Biberach wollen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und bewusster mit Energie umzugehen. Auch kleinere Maßnahmen haben in der Summe große Auswirkungen. Energiesparen im Kleinen ist also keineswegs unbedeutend, es summiert sich zu einem größeren, positiven Effekt für die Umwelt und unsere Ressourcen“, heißt es von den Stadtwerken.

Bad Waldsee:

In der Waldsee-Therme konnten die Eintrittspreise für das Jahr 2024 konstant gehalten werden. Zwei Stunden kosten für Erwachsene weiterhin 11,40 Euro.

Des Weiteren spiegle sich die Wertorientierung der Städtischen Rehakliniken Bad Waldsee mittlerweile auch in einem erfolgreichen Personalmarketing wider. So konnten die Waldsee-Therme und die Städtische Rehakliniken im vergangenen Jahr eine Vielzahl von neuen Mitarbeitern gewinnen.  

Konstanz:

Auch die Konstanzer Bäder sind von steigenden Energie- und Personalkosten betroffen. Daher sei es wahrscheinlich, dass es in Zukunft zu Preiserhöhungen kommt, derzeit ist das jedoch noch nicht der Fall.

Das Thema Fachkräftemangel sei auch am See ein großes Problem. Daher freuen sich die Konstanzer Bäder jederzeit über tatkräftige Unterstützung und Bewerber, beispielsweise von Fachangestellten für Bäderbetriebe und Rettungsschwimmern.

Egal ob Rettungsschwimmer oder Fachangestellte: Vielerorts suchen die Hallenbäder nach tatkräftiger Unterstützung.
Egal ob Rettungsschwimmer oder Fachangestellte: Vielerorts suchen die Hallenbäder nach tatkräftiger Unterstützung. (Bild: PeopleImages/ iStock / Getty Images Plus)

Friedrichshafen:

„Die steigenden Energiepreise und den Fachkräftemangel spüren wir wie alle anderen Bäder natürlich auch. Zudem wird es immer schwieriger Saisonkräfte für die Sommersaison in den Freibädern zu gewinnen.“, sagt eine Sprecherin der Stadt Friedrichshafen.

Für die kommende Saison seien jedoch keine Gebührenerhöhungen vorgesehen. Gebühren und Entgelte werden aber regelmäßig bei der Aufstellung von Haushaltsplänen von Gemeinderat und Stadtverwaltung auf den Prüfstand gestellt, sodass zukünftige Anpassungen nicht ausgeschlossen werden können.

Bad Buchau:

Die Adelindis Therme in Bad Buchau hat in den vergangenen eineinhalb Jahren keine Preiserhöhung vorgenommen. Zum 1. Januar war es dann wieder soweit: Für das Badevergnügen zahlen die Gäste nun 50 Cent mehr.

Der Fokus der Adelindis Therme liege darauf, den Gästen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis
zu bieten. Trotz der Herausforderungen ist das Bad stolz darauf, am hohen Qualitätsstandard festhalten zu können.

Tuttlingen:

Die Tuttlinger Wasserwelt „TuWass“ ist ein Freizeit- und Thermalbad mit weitläufiger Saunalandschaft. Die Kosten für Strom und Gas, die seit der Energiekrise im Dezember 2021 stark gestiegen sind, wirken sich auch negativ auf die Ausgaben des „TuWass“ aus.

Obwohl ein Großteil der benötigten Energie aus umweltfreundlicher Geothermie stammt – also aus tiefen Thermalquellen -, sind die Stromkosten für die Pumpen ebenfalls gestiegen. Diese Pumpen werden mit teurem Ökostrom betrieben. Zusätzlich wird ein Teil der Energie aus einem Blockheizkraftwerk bezogen, das sowohl mit Bio- als auch Erdgas läuft.

Trotzdem sind die Preise in der Wasserwelt seit 2018 stabil. Ob eine Anpassung notwendig sein wird, wird sich zeigen.

Was die Personalsituation im TuWass angeht, habe das Bad noch immer mit den langfristigen Folgen von Corona zu kämpfen. Viele Fachkräfte sind in dieser Zeit in andere Branchen abgewandert und nicht zurückgekehrt. Aus diesem Grund sucht das TuWass Personal in allen Bereichen: Kasse, Gastronomie, Reinigung, Technik und Badeaufsicht.

Sigmaringen:

Wie die Stadtwerke mitteilten, befindet sich Sigmaringen diesbezüglich in einer „glücklichen Lage“. Es gäbe keine gravierenden Faktoren bezüglich der Energiekosten, da das Donaubad mit regional erzeugter Biowärme versorgt wird. Das führt dazu, dass es zu keiner Erhöhung der Eintrittspreise für das Bad kommt. Die Preise für die Saison 2024 bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Auch wenn das Entspannen und Plantschen in Thermen und Hallenbädern in der Region teils teuer geworden ist, bleibt eines definitiv unverändert: Der Spaß, Sport und die Freude für die ganze Familie.

(Quelle: landtag-bw.de, Stadt Ravensburg, Therme Lindau, Stadtwerke Biberach, Stadt Friedrichshafen, Städtische Rehakliniken Bad Waldsee, Gesundheitszentrum Federsee, Stadtwerke Tuttlingen, Stadtwerke Sigmaringen)