Gefühle als Falle Liebesbetrug: 40-Jährige zahlt 30.000 Euro für ein paar nette Worte

Liebesbetrug: 40-Jährige zahlt 30.000 Euro für ein paar nette Worte
Love-Sammer schaffen es, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen – und zwar ohne ein einziges Treffen. (Symbolbild: Tero Vesalainen // iStock / Getty Images Plus)

Der Ideenreichtum der Liebesbetrüger ist grenzenlos. Mal geben sie sich als Kapitän, Ingenieur oder wie aktuell als niederländischer Autohändler aus. Sie gaukeln Liebe vor und wollen aber nur Geld. Das musste eine Frau aus Neu-Ulm schmerzlich erfahren.

Die Frau lernte zunächst über die sozialen Medien einen Mann kennen, welcher sich als Autohändler ausgab. Im Laufe des Jahres intensivierte sich der gegenseitige Kontakt über soziale Medien und Messenger-Dienste zwischen den beiden. Hierbei bat der Täter die Geschädigte immer wieder, ihr mit einer kurzfristigen Zahlung von Geldbeträgen aus „kleineren Notlagen“ auszuhelfen, so die Polizei.

Die Geschädigte überwies immer wieder Geld

Diese begründete er jeweils mit angeblich kurzfristig auftretenden Zollforderungen aufgrund von Fahrzeugverkäufen. Auf diese Weise bewegte der noch unbekannte Täter die Geschädigte zu mehreren Überweisungen in Höhe von insgesamt knapp 30.000 Euro. Erst als sich die Geschädigte im Nachgang eigenständig an den deutschen Zoll wandte, wurde sie auf die vorliegende Betrugsmasche aufmerksam gemacht. Enttäuscht und um viel Geld erleichtert blieb sie zurück.

Love-Scam – das große Geschäft mit der angeblichen Liebe

Bei der sogenannten Love-Scam-Masche bauen die hauptsächlich im Ausland agierenden Täter zunächst über soziale Medien eine intime und romantische Beziehung zu den Geschädigten auf. Ihre Identität und Profilbilder sind hierbei frei erfunden oder werden missbräuchlich von Dritten verwendet, heißt es von der Polizei. Nach einer gewissen Zeit täuschen die Täter dann finanzielle Notlagen vor und bitten ihre Opfer, ihnen kurzfristig mittels Geldzahlungen auszuhelfen.

Polizeiliche Kriminalprävention: „Sowohl Scam-Männer als auch Scam-Frauen schaffen es, sich im täglichen Leben ihrer Opfer unverzichtbar zu machen – und zwar ohne ein einziges Treffen. Auf eine romantische Mail am Morgen folgt ein kurzes Telefonat am Mittag, nach Feierabend wird gechattet oder stundenlang telefoniert. Bei den Gesprächen geht es zu Beginn keineswegs um Geld, sondern um den Beruf, die Familie sowie um Liebe und eine gemeinsame Zukunft. Oft werden Geschichten über verstorbene Ehepartner und Kinder aufgetischt“.

Liebesbetrug verursacht in Deutschland hohe Schäden, die allein zwischen 2021 und 2024 auf mindestens 110 Millionen Euro geschätzt werden, so die Statistik. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Opfer aus Scham keine Anzeige erstatten. 

(Quelle: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West)