Kultur am Bodensee Eine Viertelmillion Besucher bei den Festspielen in Bregenz

Eine Viertelmillion Besucher bei den Festspielen in Bregenz
Wenn über der Bregenzer Seebühne die Sonne unter- und der Mond aufgeht – dann ist Zeit für die Oper „Der Freischütz“. (Bilder: Ulrich Stock)

Wenn am Sonntagabend (17. August) die 79. Bregenzer Festspiele zu Ende gehen und das derzeit gute Wetter anhält, werden voraussichtlich 249 000 Menschen die rund 80 Veranstaltungen der diesjährigen Saison besucht haben. Der größte Teil davon, nämlich über 180 000, hätten demnach die Oper „Der Freischütz“ besucht, die auf der weltgrößten Seebühne in diesem Jahr ihre Wiederaufnahme feierte.

Bei der Präsentation der vorläufigen Bilanz am Donnerstag sprachen die Verantwortlichen der Festspiele von einer äußerst erfolgreichen Saison 2025. Es sei ein „großartigen Sommer“ mit einem enormen Publikumszuspruch gewesen, freute sich Festspiel-Präsident Hans-Peter Metzler. Lilli Paasikivi, die neue Intendantin der Bregenzer Festspiele, schwärmte geradezu von einem „fantastischen“ und „enthusiastischen“ Publikum, insbesondere bei den Aufführungen auf der Seebühne.

Trotz der eher verregneten ersten Halbzeit habe die (voraussichtliche) Auslastung beim Spiel auf dem See satte 97 Prozent betragen, wie der kaufmännische Direktor der Festspiele, Michael Diem, bei der Pressekonferenz erklärte. Wörtlich sagte er: „Wäre das Wetter besser gewesen, so hätten wir sogar 100 Prozent erreicht.“ Zweimal hätten heftige Regengüsse die Aufführung auf der Seebühne so sehr beeinträchtigt, dass eine nach 67 Minuten (und damit nach der Hälfte der Spielzeit) abgebrochen und ins Festspielhaus verlegt werden musste, die andere erst gar nicht beginnen konnte. Im letzteren Fall erhielten die Besucher ihr Geld zurück, was die Festspiele laut Diem rund 450 000 Euro kostete.

Informierten über eine äußerst erfolgreiche Saison (von links):Michael Diem (kaufmännischer Direktor der Bregenzer Festspiele), Lilli Paasikivi (Intendantin der Festspiele) und Hans-Peter Metzler (Präsident der Festspiele)
Informierten über eine äußerst erfolgreiche Saison (von links):
Michael Diem (kaufmännischer Direktor der Bregenzer Festspiele), Lilli Paasikivi (Intendantin der Festspiele) und Hans-Peter Metzler (Präsident der Festspiele)

Frei nach dem Motto „Nach den Spielen ist vor den Spielen“ wird nach der letzten „Freischütz“-Aufführung bereits am kommenden Montag mit den Abbauarbeiten auf der Seebühne begonnen. Wie Pressesprecherin Babette Karner auf WOCHENBLATT-Nachfrage erklärte, werde das Abräumen etwa vier bis fünf Wochen in Anspruch nehmen. Der mittlerweile schon traditionelle Verkauf der Requisiten wird voraussichtlich Ende Oktober stattfinden.

Mit einer ganz in Blau getauchten Bühne und gen Himmel gerichteten Scheinwerferkegeln verabschiedet sich Abend für Abend „Der Freischütz“ vom Publikum.
Mit einer ganz in Blau getauchten Bühne und gen Himmel gerichteten Scheinwerferkegeln verabschiedet sich Abend für Abend „Der Freischütz“ vom Publikum.

Derweil fiebern die Festspielmacher bereits der nächsten Saison entgegen. Als erste Seebühnen-Neuproduktion unter Lilli Paasikivi ist in den Sommern 2026 und 2027 erstmals „La traviata“ zu sehen. Giuseppe Verdis berühmtes Werk eröffnet am 22. Juli 2026 die 80. Bregenzer Festspiele. Mit dem Aufbau des neuen Bühnenbilds wird im nächsten Frühjahr begonnen. Als Oper im Festspielhaus feiert am 23. Juli 2026 „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ von Leoš Janáček Premiere. Der Vorverkauf für die Festspielsaison 2026 startet am 29. September 2025.

Noch können Touristen und Einheimische tagsüber das bizarre Bühnenbild von Philipp Stölzl besichtigen, bevor am nächsten Montag auf der Seebühne abgebaut wird.
Noch können Touristen und Einheimische tagsüber das bizarre Bühnenbild von Philipp Stölzl besichtigen, bevor am nächsten Montag auf der Seebühne abgebaut wird.
Bregenzer Festspiele: Zahlen und Fakten

– Mitwirkende: 1000 Personen
– Jahresbudget: 27 Millionen Euro
– (davon) Subventionen: 6,94 Millionen Euro
– (davon) Sponsoren/Spenden: 1,3 Millionen Euro

Subventionsgeber

– 40 % Republik Österreich
– 35 % Land Vorarlberg
– 25 % Stadt Bregenz

Besucher (Seebühne)
– 63 % Deutschland
– 23 % Österreich
– 11 % Schweiz/Liechtenstein
– 3 % restliches Ausland

Platzangebot (max. Sitzplätze)
– Seebühne: 6722
– Festspielhaus/Großer Saal: 1656
– Werkstattbühne: 1563
– Seefoyer: 204
– Seestudio: 330
– Parkstudio: 220
– Vorarlberger Landestheater: 502
– Kunsthaus Bregenz: 150
– Theater Kosmos: 150