Winterurlauber können aufatmen Die Reschenstraße wieder frei befahrbar

Die Reschenstraße wieder frei befahrbar
Der Reschenpass ist eine der beliebtesten Alpenquerungen gen Süden. Besonders Reisende aus dem Süden und Südwesten Deutschlands schätzen diese unkomplizierte Straßenverbindung. (Bild: Land Tirol/EQ-Vis)

Auf dem Weg zum Reschenpass kam es zwischen Pfunds und Nauders immer wieder zu Steinschlägen. Felsbrocken durchschlugen dabei sogar die Sicherungsnetze. Deshalb entschied sich das Land Tirol zum Bau einer 400 Meter langen Galerie. Seit dem 19. Dezember ist die Reschenstraße wieder frei befahrbar. Die Bauarbeiten sind allerdings noch nicht abgeschlossen und ziehen sich bis 2026 hin. Winterurlauber auf dem Weg nach Südtirol können jetzt aber erst einmal aufatmen.

Der Reschenpass ist eine der beliebtesten Alpenquerungen gen Süden. Besonders Reisende aus dem Süden und Südwesten Deutschlands schätzen diese unkomplizierte Straßenverbindung. Schon in keltischer Zeit nutzten die Menschen hier einen Saumpfad zur Alpenüberquerung. Später verlief hier eine Römerstraße, die Via Claudia Augusta. 

Wichtige Nord-Süd-Verbindung

Neben dem Brenner zählt der Reschenpass zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen. Nachdem der Arlbergstraßentunnel nach langer Sperrung wieder offen ist, kann der Verkehr wieder rollen. Und auch die Dauerbaustelle zwischen Bludenz und dem Arlberg sollte bald der Vergangenheit angehören.

Der Reschenpass überquert den Alpenhauptkamm und trennt die Ötztaler Alpen im Osten von der Sesvennagruppe im Westen. Er verbindet den Vinschgau (Südtirol, Italien) mit dem Oberen Gericht (Tirol, Österreich) bzw. das Etschtal mit dem Oberinntal. Die Passhöhe selbst liegt vollständig auf italienischem Staatsgebiet und befindet sich nördlich des Dorfs Reschen bzw. des Reschensees. Der Reschensee selbst wird seit 1950 aufgestaut.

Der im Reschensee stehende Kirchturm ist ein beliebtes Fotomotiv

Vielen bekannt ist der im Reschensee stehende Kirchturm von Graun. Die alte Pfarrkirche St. Katharina ist ein beliebtes Fotomotiv. Der Pass selbst ist eher unspektakulär und liegt auf 1.455 Meter Seehöhe.

Die Grenze zwischen Italien und Österreich verläuft seit dem Inkrafttreten des Vertrags von Saint-Germain 1920 rund zwei Kilometer nördlich der Passhöhe.

Etwas nordwestlich über der Passhöhe befindet sich an den Hängen des Piz Lad zudem das durch einen Dreiländerstein markierte Dreiländereck zur Schweiz bzw. zum Kanton Graubünden.

Umleitung über die Schweiz war notwendig

Während der Bauarbeiten musste der Verkehr zeitweise über Schweizer Staatsgebiet, die Engadiner Straße, umgeleitet werden, was sehr zeitraubend war. Der Schwerverkehr musste sogar großräumig ausweichen. Der Umweg beträgt rund 6,6 Kilometer und dauert ca. 15 bis 20 Minuten.

Damit ist jetzt erst mal Schluss. Der Neubau der sogenannten Kanzelgalerie im Zuge der B 180 konnte in Rekordzeit fertiggestellt werden. Das Bauvorhaben selbst war ausgesprochen anspruchsvoll. Neben dem Bau der eigentlichen Galerie musste das Bauunternehmen auch tal- und beidseitig neue Stützmauern errichten. Mehrere Tausend Tonnen Beton wurden verbaut. Viele Nägel und Felsanker sorgen jetzt für ausreichend Stabilität.

Gefahr durch abbrechende Gesteinsbrocken

Der Abschnitt zwischen der Tschingelsgalerie und der Kanzelkehre auf der B180 gilt als absolut neuralgischer Bereich. Aus dem steilen, felsigen und labilen Gelände oberhalb der Straße brachen immer wieder Gesteinsbrocken aus, die teilweise die vorhandenen Steinschlagschutznetze durchbrachen und auf die Straße stürzten. Eine echte Gefahr für den Verkehr und ein untrügliches Zeichen für den spürbaren, immer weiter fortschreitenden Klimawandel.

Günstige Wetterbedingungen sowie der gute Baufortschritt haben nach Angaben des Landes Tirol dazu geführt, dass der Verkehr zwei Tage früher als geplant wieder zweispurig über das Baufeld geführt werden kann.

Neue Galerie bringt Sicherheit

Die neue Galerie bringt für den Verkehr die erforderliche Sicherheit. Rund 400 Meter ist die Galerie lang. Rund 39 Millionen Euro musste das Land Tirol für den Bau aufwenden.

2025 sind allerdings erneut Bauarbeiten nötig. Bis 9. März herrscht auf der Baustelle erst mal Winterpause. Danach müssen die Verkehrsteilnehmer aber wieder mit zeitlich begrenzten Sperrungen rechnen.

Ab Frühjahr 2025 kommt es wieder zu Behinderungen

Ab dem 10. März 2025 wird die Straße in diesem Bereich bis zum 2. Mai erneut gesperrt. Nach Abschluss der Vorarbeiten ab Mai 2025 soll der Verkehr einspurig mit Ampelregelung über das Baufeld geführt werden. Diese Verkehrsregelung dauert bis Herbst 2026.

Vor Fertigstellung der kompletten Baumaßnahme muss die Straße für weitere drei Monate von September bis November 2025 zwischen 8.00 und 18.00 Uhr für die Fertigstellung der Ausbauarbeiten und Asphaltierungsarbeiten wieder täglich komplett gesperrt werden.

Jetzt ist der Weg für Skiurlauber Richtung Südtirol aber erst mal wieder frei.