Landesweite Apfelfeste – auch in unserer Region

Landesweite Apfelfeste – auch in unserer Region
Mit landesweiten Apfelfesten möchte der BUND auf den Erhalt der wichtigen Streuobstwiesen aufmerksam machen (Bild: Jörf Farys/BUND)
WOCHENBLATT
Redaktion

Stuttgart/Bft/RV/FN (wb/le) – Es wird Herbst. Die Blätter werden bunt und die Äpfel reif. Auf den Streuobstwiesen ist Erntezeit. In ganz Baden-Württemberg treffen sich vom 25. September bis zum 3. Oktober BUND-Gruppen, um auf den Streuobstwiesen Äpfel zu sammeln und Apfelsaft zu pressen.

Mit den Streuobsttagen sensibilisiert der BUND für den besonderen Wert von Streuobstwiesen für Mensch und Natur. Die Landesregierung hat zwar viele gute Maßnahmen zum Schutz dieser besonderen Kulturlandschaft initiiert, doch hapert es noch an der konsequenten Umsetzung.

Hier ein paar Termine:

  • Baienfurt, Hoftheater: 26. September, 11 bis 17 Uhr, Hoferntetag in mit Infostand, Verkostung von Streuobstsäften und Walnussprodukten
  • Ravensburg, Streuobstwiese Edith-Stein-Schule: 2. Oktober, 14 bis 16.30 Uhr, BUND-Kinder- & Familienaktionen rund um die Streuobstwiese.
  • Friedrichshafen/Ailingen, Streuobst-Garten und Freizeitgelände Weilermühle: 3. Oktober, 14 bis 17 Uhr, Streuobstfest mit Saft pressen für Kinder, Sortenausstellung und -Bestimmung, Kaffee und Kuchen

Streuobstwiesen sind Hotspots der Artenvielfalt

5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten leben in diesem einzigartigen Lebensraum. Für uns Menschen liefern sie über 1.000 Obstsorten und leckere Säfte. „Streuobstwiesen sind eine wertvolle artenreiche Kulturlandschaft – und sie liefern uns gesundes, regionales Obst. Deshalb setzt sich der BUND Baden-Württemberg schon seit Jahrzehnten für ihren Erhalt ein“, sagt Sylvia Pilarsky-Grosch, BUND-Landesvorsitzende. „Doch der Lebensraum Streuobstwiese ist bedroht. In den letzten Jahrzehnten sind sehr viele Streuobstwiesen durch Wohnbebauung, Gewerbegebiete und intensiv genutzte Wiesen zerstört worden.“

Viele Streuobstwiesen verfallen einfach

Ein weiteres großes Problem: Viele Streuobstwiesen verfallen schlichtweg. Die Pflege erfordert einen sehr hohen Arbeitsaufwand. Die Streuobstbäume werden in Folge nicht mehr beschnitten, das Obst nicht mehr geerntet und die Wiesen nicht mehr gemäht oder beweidet. „Viele Streuobstwiesen bestehen nur wegen des immensen idealistischen Einsatzes vieler Landwirt*innen und Streuobstbesitzer*innen“, so Pilarsky-Grosch. „Zwar hat die Landesregierung mit ihrer Baumschnittförderung und der Agrarförderung FAKT einen Anfang gemacht. Doch über das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) müssen künftig nicht nur 2,50 Euro, sondern 10 Euro pro Baum pro Jahr zur Verfügung stehen.“

Über 50 BUND-Gruppen setzen sich in Baden-Württemberg für den Schutz und die naturgerechte Pflege von Streuobstwiesen ein
Über 50 BUND-Gruppen setzen sich in Baden-Württemberg für den Schutz und die naturgerechte Pflege von Streuobstwiesen ein (Bild: Pixabay)

BUND-Gruppen im Einsatz für Streuobstwiesen

Auch über 50 BUND-Gruppen setzen sich in Baden-Württemberg für den Schutz und die naturgerechte Pflege von Streuobstwiesen ein. Die BUND-Ehrenamtlichen schneiden Obstbäume, pflanzen junge Bäume nach und kümmern sich um Mahd oder Beweidung. „Auch den vielen BUND-Gruppen ist es zu verdanken, dass es noch etliche gut erhaltene Streuobstwiesen gibt“, so Almut Sattelberger, Streuobst-Beauftragte des BUND Baden-Württemberg.

(Quelle: BUND)