Kritik von Arbeitgebern an geplanten Kita-Warnstreiks

Kritik von Arbeitgebern an geplanten Kita-Warnstreiks
Bobbycars liegen in einer Kita in einer Einzäunung. (Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration)
WOCHENBLATT
Redaktion

Stuttgart (dpa/lsw) – Die von Verdi für kommenden Dienstag angekündigten Warnstreiks an kommunalen Kitas in Mannheim und Stuttgart stoßen auf heftige Kritik der Arbeitgeber. Den Anlass könne man nicht nachvollziehen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV), Joachim Wollensak, am Mittwoch.

Der Bereich für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sei bereits in den Tarifrunden 2009 und 2015 ganz erheblich aufgewertet worden. Kundgebungen könne man in Berlin machen, wo der 8. März ein Feiertag sei, und damit die Verlässlichkeit der Einrichtungen nicht betroffen sei.

Verdi wirft den kommunalen Arbeitgebern mangelndes Entgegenkommen bei den laufenden Tarifgesprächen vor. Nach einem Zusammentreffen beider Seiten am vergangenen Freitag sind zwei weitere Gesprächsrunden geplant. Die dritte Runde ist für den 16. und 17. Mai terminiert. Verdi fordert für die rund betroffenen 330.000 Beschäftigten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Beschäftigter. In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50.000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst von den Tarifgesprächen betroffen.

Verdi-Landeschef Martin Gross hatte am Dienstag auf die hohe Belastung des Personals während der Pandemie verwiesen. Diese habe die Kitas und sozialen Einrichtungen und Dienste ans absolute Limit gebracht. «Die pädagogischen Fachkräfte haben ihre Gesundheit riskiert, um für uns mit offenen Einrichtungen die Kinder zu betreuen und den Eltern Arbeiten zu ermöglichen, und damit die Wirtschaft am Laufen zu halten.» Und sie hätten auf ihre eigene Tarifrunde seit zwei Jahren verzichtet. «Jetzt sind sie dran. Echte Aufwertung und verbindliche Regeln zur Entlastung dulden keinen Aufschub mehr.»