Geschlagen und gedemütigt: ZDF zeigt Reportage „Schlag ins Herz – Wenn aus Liebe Gewalt wird“

Geschlagen und gedemütigt: ZDF zeigt Reportage „Schlag ins Herz – Wenn aus Liebe Gewalt wird“
Experten gehen davon aus, dass sich durch die Coronapandemie die Situation in den Haushalten deutlich verschärft hat. Die Sorgen- und Hilfstelefone melden einen Anstieg von Anrufen. (Bild: pixabay)
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Redaktion

Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums wird etwa jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch einen ihrer Partner. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten. Und auch Männer erleben häusliche Gewalt. 

Wenn aus Liebe Gewalt wird

Autorin Natalie Suthor hat für „37°“ Betroffene begleitet, einen Täter befragt und ein Frauenhaus besucht. Die Reportage „Schlag ins Herz – Wenn aus Liebe Gewalt wird“ am Dienstag, 30. November, 22.15 Uhr im ZDF, geht den Fragen nach, wie Menschen in solche Beziehungen geraten können, wie sie mit dem Erlebten umgehen und wie effektive Hilfe aussehen kann. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.  

Demütigungen wurden zum Alltag

Die alleinerziehende Jenny Schmetzer (45) war auf der Suche nach Liebe und Glück, als sie ihren vermeintlichen Traummann kennenlernte. Alles schien perfekt, bis er eines Tages zuschlug. „Ich war wie in einer Schockstarre, ich habe noch nie in so hasserfüllte Augen geschaut“, so Schmetzer heute. Am nächsten Morgen flüchtete sie mit ihrer Tochter zu einer Freundin, doch nach unzähligen Reueschwüren verzieh sie ihm und kehrte zurück. Ein Fehler: Demütigungen und Gewalt wurden zum Alltag.   

Wer glaubt schon einem Mann, der misshandelt wird

Auch wenn 81 Prozent aller Menschen, die häusliche Gewalt erleben, weiblich sind, gibt es auch Männer, die Gewalt in der Partnerschaft erleben. „Wer glaubt schon einem Mann, der sagt: Ich werde von meiner Partnerin misshandelt“, dachte sich der heute 39-jährige Tami Weissenberg (Name geändert). Jahrelang hat er eine Beziehung ausgehalten, die von psychischer und physischer Gewalt gegen ihn geprägt war. Wie so viele, sah auch er jahrelang keine Möglichkeit, sich von seiner Partnerin zu lösen, auch weil es keine Hilfsangebote für Männer gibt. Dass sich das ändert, dafür setzt er sich heute ein.  

Experten gehen davon aus, dass sich durch die Coronapandemie die Situation in den Haushalten deutlich verschärft hat. Aktuelle Zahlen gibt es nicht, aber die Sorgen- und Hilfstelefone melden einen Anstieg von Anrufen. 

(Quelle: ZDF/Presse/le)