Hautkrankheit mit Schamgefühl Akne kann in jedem Alter sehr belastend sein

Akne kann in jedem Alter sehr belastend sein
In Baden-Württemberg leiden viele Betroffene unter Akne. (Bild: AOK Ulm-Biberach)
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Redaktion

Einen Pickel hier oder da hat jeder mal. Meist haben sie mit hormonellen Veränderungen, Stress oder bestimmten Kosmetikprodukten zu tun. Wenn die Haut aber dauerhaft voller Papeln und Pusteln ist, sprechen Mediziner von Akne.

Unreine Haut in der Pubertät – fast jeder Jugendliche kennt das Problem. Manche haben nur mit ein paar Mitessern und Pickeln zu kämpfen, andere leiden unter zahllosen entzündeten Pusteln und Knötchen. Und das nicht nur im Gesicht, sondern auch auf Rücken und Dekolleté. „Etwa 15 bis 30 von 100 Jugendlichen sind von einer behandlungsbedürftigen Form der Akne betroffen“, sagt Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Damit ist Akne vulgaris (gewöhnliche Akne) die häufigste Hauterkrankung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Meistens klingt die Akne nach der Pubertät wieder ab. Bei einigen Betroffenen bleiben jedoch Narben zurück. Insbesondere bei Frauen kann die Erkrankung auch bis über das 25. Lebensjahr hinaus andauern.

Nach einer Auswertung der AOK Baden-Württemberg waren im Jahr 2020 landesweit etwa 114.000 Versicherte wegen Akne in ärztlicher Behandlung. Bei zwei Dritteln handelt es sich um Mädchen und Frauen. Im Landkreis Biberach waren deswegen 2.729 AOK-Versicherte beim Arzt. Am häufigsten sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 25 Jahren betroffen. Mit zunehmendem Alter wird die Erkrankung dann deutlich seltener.

Mit mangelnder Hygiene hat die Krankheit nichts zu tun. Der Grund für Pickel & Co. sind hormonelle Umstellungen in der Pubertät: Bei beiden Geschlechtern bildet der Körper verstärkt das männliche Geschlechtshormon Androgen. Es regt unter anderem an, dass die Talgdrüsen der Haut mehr Fett bzw. Talg produzieren. Der Talg hält die Haut geschmeidig und schützt sie.

Bei gesunden Poren kann der produzierte Talg abfließen. Wenn die Talgdrüsen jedoch durch Überproduktion verstopfen, können Mitesser entstehen. Gelangen Bakterien in die Drüsenausgänge, entzünden sich die Mitesser und es entstehen mit Eiter gefüllte Bläschen, Pusteln oder Pickel. „Weil nicht alle Jugendlichen diese Hautveränderungen bekommen, wird vermutet, dass auch genetische Faktoren, das Immunsystem und Umwelteinflüsse bei der Entstehung eine Rolle spielen“, so Dr. Knapstein.

Dass Stress Einfluss auf die Krankheit hat, konnte bislang nicht bewiesen werden, genauso wenig wie ein Zusammenhang zwischen einer bestimmten Ernährung und der Entstehung von Akne. Beide können aber den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Mediziner unterscheiden zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Akne. Bei der leichten, nicht entzündlichen Form bilden sich Mitesser. Bei der mittelschweren Akne sind deutlich mehr Aknepickel zu sehen. Stärker entzündete Pickel werden als Papeln (kleine Knötchen) oder als Pusteln (mit Eiteransammlung) bezeichnet. Bei schweren Formen leiden die Betroffenen unter sehr vielen Pusteln und Knoten in der Haut. Auch nach Abklingen der Erkrankung können Narben zurückbleiben.

Zur Hautpflege bei Akne werden leichte Lotionen oder fettfreie Hydrogele, die Feuchtigkeit spenden, empfohlen. „Anders als fetthaltige Cremes verstopfen sie die Poren der Haut nicht. Seifenfreie und pH-neutrale Hautreinigungsprodukte können ebenfalls hilfreich sein. Wichtig zu wissen ist auch, dass zu viel Pflege der Haut eher schadet“, so die Ärztin.

Pickel belasten viele Betroffene stark und nagen an deren Selbstbewusstsein. Bestehende Unreinheiten sollten jedoch nicht selbst ausgedrückt werden. Zum einen können dadurch Keime in die vorhandene Entzündung gelangen und zum anderen können Narben entstehen. Für die Behandlung schwerer Akne gibt es wirksame Medikamente zur äußeren Anwendung oder in Form von Tabletten.

„Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin besprochen werden“, sagt Dr. Knapstein. „Wichtig ist Geduld, denn Medikamente und ergänzende Verfahren brauchen Zeit, um wirken zu können.“

(Pressemitteilung: AOK Ulm-Biberach)