Auto-Check Winterreifen im Test: Zwischen guten Modellen und lebensgefährlichen Ausreißern

Winterreifen im Test: Zwischen guten Modellen und lebensgefährlichen Ausreißern
Der ADAC hat für den aktuellen Winterreifentest 33 Modelle untersucht. (Bild: ADAC/Marc Wittkowski)
WOCHENBLATT
Redaktion

Der Oktober ist da und damit gilt die alte „Von O bis O Regelung“. Das heißt: Zeit für die Winterreifen! Doch ab wann sind sie wirklich nötig und wann werden Sommerreifen zur echten Gefahr? Wir klären hier die wichtigsten Fragen sicheren Autofahren in der kalten Jahreszeit.

Sobald die alten Pkw-Reifen weniger als 1,6 Millimeter Restprofil haben, darf man damit nicht mehr im Straßenverkehr fahren. Wer sich Neue anschaffen muss, sollte allerdings einiges beachten. Der aktuelle ADAC-Winterreifentest zeigt zahlreiche empfehlenswerte und solide Modelle, aber auch ein paar mangelhafte Exemplare. Untersucht wurden insgesamt 33 Modelle aus zwei Dimensionen, für Kleinwagen und SUV der unteren Mittelklasse. Besonders bei Bremswegen und Verschleiß empfiehlt der ADAC, genau hinzusehen.

Profiltiefenmessung: Autoreifen haben beim Neukauf meist zwischen sieben und neun Millimeter.
Profiltiefenmessung: Autoreifen haben beim Neukauf meist zwischen sieben und neun Millimeter.
(Bild: picture alliance / Bildagentur-online/HRI-McPhoto)

In der Dimension 185/65 R15 (T) für VW Polo, Audi A1 oder Opel Corsa sind die Reifen von Continental, Goodyear, Semperit und Michelin sehr ausgewogen, zeigen insbesondere auf Nässe, Schnee und trockener Fahrbahn gute Leistungen und bekommen daher das ADAC Urteil „gut“. Danach folgt ein breites Mittelfeld, das mit wachsenden Einschränkungen parallel zu den absteigenden Platzierungen empfohlen werden kann. Hier spart ein genauer Blick in die Ergebnistabelle bares Geld, denn in dieser Dimension sind die guten Reifen nicht sehr viel teurer als die Modelle mit Einschränkungen.

Modelle von Imperial und Wanli fallen durch

Nur mit „ausreichend“ bewertet wurden die Modelle von Dunlop, Fulda und Barum, weil sie auf trockener Fahrbahn nicht nur unharmonisch auf Lenkbefehle des Fahrers ansprechen, sondern – weitaus kritischer – bei Ausweichmanövern früh zum Übersteuern neigen.

Die Modelle von Imperial und Wanli fallen mit „mangelhaft“ durch. Die ADAC- Tester raten von diesen in China produzierten Reifen ab, weil sie auf Nässe extrem schlecht abschneiden: Deren Bremsweg aus 80 Stundenkilometern ist rund 10 Meter länger als der des Erstplatzierten Bridgestone (36,2 Meter).

Beim Reifenwechsel sollte darauf geachtet werden, welches Modell man nutzt um wirklich gut durch den Winter zu kommen.
Beim Reifenwechsel sollte darauf geachtet werden, welches Modell man nutzt um wirklich gut durch den Winter zu kommen.

In der Dimension 215/60 R16 für SUV wie beispielsweise Skoda Karoq, Audi Q3 und VW T-Roc sind die Modelle von Continental, Dunlop, Goodyear und Michelin „besonders empfehlenswert“, weil sie ohne Schwächen in den Hauptkriterien bleiben. Das breite Mittelfeld bietet gute Alternativen zu den Spitzenreitern, denn sie werden meist nur wegen eines Mankos abgewertet. Auch hier lohnt ein Blick ins Detail, denn je nach individuellem Fahrprofil kann sich ein „befriedigender“ – und meist günstigerer – Reifen als der persönlich beste herausstellen. So gibt es beim Yokohama leichtes Verbesserungspotenzial im Nassen und auf Schnee, der Bridgestone könnte hier noch besser performen, und der Kleber hat Defizite auf trockener und nasser Fahrbahn.

Schwache Laufleistung

Schlusslicht mit einem „ausreichend“ ist das Modell von Coopertires, das u.a. die schlechteste Trockenperformance zeigt, weil sich der Fahrradius im Kurvenverlauf ändert und der Fahrer Probleme hat, das Auto zu stabilisieren und in die Ursprungsrichtung zu lenken. Hinzu kommt, dass dieser Reifen beim Verschleißtest mit Abstand am schlechtesten abschneidet: Er erreicht mit knapp 24.000 Kilometer Laufleistung rund 19.000 Kilometer weniger als der Spitzenreiter Sava.

Auf der Seite des ADAC gibt es eine ausführliche Grafik zum Test.

Übrigens braucht es für ein winterfestes Auto nicht nur den Blick auf die Reifen. In unserem Winter-Check für Autos verraten wir, welche Wartungsarbeiten nötig sind, um sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

(Quelle: ADAC)