Rund 5.200 Reinigungskräfte in den Landkreisen Biberach, Ravensburg, Tuttlingen und im Bodenseekreis profitieren ab Januar von höheren Branchen-Mindestlöhnen. Der Stundenlohn steigt auf mindestens 15 Euro, in der Außenreinigung sogar auf 18,40 Euro pro Stunde.
Der gesetzliche Mindestlohn steht erneut im Fokus der politischen Debatte – und im Kreis Ravensburg zeigt sich besonders deutlich, wie groß das Potenzial einer Anhebung wäre.
Während der Fleischkonsum langsam sinkt, bleibt die Arbeit hinter den Kulissen ein harter Knochenjob. Niedrige Löhne und belastende Arbeitsbedingungen prägen den Alltag der Beschäftigten. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert deshalb eine faire Bezahlung und setzt sich für einen Mindestlohn ein.
Im Rahmen bundesweiter Schwerpunktkontrollen des Zolls zur Einhaltung des Mindestlohns haben über 100 Ermittler des Hauptzollamts Ulm vergangenen Donnerstag ein Logistikzentrum im Raum Sigmaringen überprüft.
Im Job alles geben – und trotzdem nur ein „schmales Portemonnaie“ haben: Im Kreis Ravensburg arbeiten aktuell rund 10.000 Menschen für den gesetzlichen Mindestlohn. Wissenschaftler haben berechnet, was ein höherer Mindestlohn für den Kreis Ravensburg bedeuten würde.
Neues Jahr, neue Vorschriften. 2024 bringt für Unternehmen und ihre Beschäftigten zahlreiche rechtliche Änderungen mit sich: beim Insolvenzrecht ebenso wie beim Mindestlohn. Die Experten der IHK Schwaben fassen zusammen, worauf man sich zum Jahreswechsel einstellen muss.
Das Hauptzollamt Ulm, das auch für den Landkreis Ravensburg zuständig ist, hat im vergangenen Jahr 89 Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil Unternehmen entweder den gesetzlichen Mindestlohn oder bestehende Branchenmindestlöhne unterschritten, gar nicht oder zu spät gezahlt haben.
Rund 6,7 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten in einem Minijob und dürfen damit maximal 450 Euro im Monat verdienen. Das ändert sich jetzt zum 1. Oktober.
Ulm - Sie reinigen Schulen und Büros, sorgen für Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen: Die 1.830 Reinigungskräfte im Landkreis Ravensburg machen nicht nur in Pandemie-Zeiten einen unverzichtbaren Job.
Unsaubere Praktiken im Visier: Das Hauptzollamt Ulm, das auch für den Landkreis Ravensburg zuständig ist, hat im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 771 Arbeitgeber in der Region kontrolliert. Im Fokus der Fahnder dabei: illegale Beschäftigung, Sozialbetrug und Verstöße gegen geltende Mindestlöhne.
Kreis Ravensburg - Wer wenig verdient, könnte schon bald erheblich mehr im Portemonnaie haben: Die Ampel-Koalition in Berlin plant einen deutlich höheren gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde – 2,40 Euro mehr als bislang. Allein im Landkreis Ravensburg würden davon 26.520 Menschen profitieren – das sind 19 Prozent aller Beschäftigten im Kreis.
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