Blutbad angerichtet Staatsanwaltschaft will Messerstecher von Würzburg in Psychiatrie sehen

Staatsanwaltschaft will Messerstecher von Würzburg in Psychiatrie sehen
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. (Bild: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)
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Redaktion

Estenfeld (dpa) – Die Generalstaatsanwaltschaft München will den Messerstecher von Würzburg dauerhaft in einer geschlossenen Psychiatrie unterbringen lassen. Drei Frauen wurden am 25. Juni 2021 getötet, weitere Personen teilweise schwer verletzt.

«Der Beschuldigte hat die Taten aufgrund einer psychischen Erkrankung begangen», sagte Oberstaatsanwältin Judith Henkel am Montag in Estenfeld bei Würzburg vor dem Landgericht Würzburg. Er sei zur Tatzeit schuldunfähig gewesen, habe das Unrecht seiner Taten laut zweier Gutachten nicht einsehen können.

Der Beschuldigte sei paranoid schizophren und allgemeingefährlich. Der Somalier habe heimtückisch und aus Hass auf Deutschland gehandelt, wo er sich ungerecht behandelt und vom Geheimdienst verfolgt gefühlt habe. Stimmen in seinem Kopf hätten den Mann zu der Tat ermutigt, sagte Henkel. «Seine Absicht war es, so viele Menschen wie nur möglich (…) zu töten.»

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem Flüchtling nach der Beweisaufnahme nun Mord in drei Fällen, versuchten Mord in sechs Fällen, versuchten Totschlag in vier Fällen sowie gefährliche, schwere und vorsätzliche Körperverletzung vor. «Es waren vier Minuten, in denen der Beschuldigte ein Blutbad angerichtet hat», sagte Henkel. Er habe die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Opfer ausgenutzt.

Nach den für Montag ebenfalls geplanten Plädoyers der Nebenklagevertreter soll die Verteidigung des Mannes an diesem Dienstag ihre Schlussworte sprechen. Ein Urteil wäre am Donnerstag möglich.

Seit April muss sich der Somalier um die 30 – das genaue Alter ist den Behörden nicht bekannt – in dem Sicherungsverfahren verantworten. Es gilt als erwiesen, dass er am 25. Juni 2021 in der Würzburger Innenstadt drei ihm unbekannte Frauen mit einem Messer tötete. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals 11-jähriges Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte. Ein angegriffener Polizist blieb unverletzt.