Seit 15 Jahren Häfler Physiotherapeut betreut die deutsche Volleyballnationalmannschaft

Häfler Physiotherapeut betreut die deutsche Volleyballnationalmannschaft
Oliver Klenk (ganz rechts) betreut das Deutsche Volleyballteam bei der Olympia in Paris. (Bild: Volley YoungStars Friedrichshafen Freunde des Volleyballsports Friedrichshafen e.V.)
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Ab 27. Juli kämpft die Volleyball-Nationalmannschaft in Paris um Olympisches Gold. Mit dabei ist der Häfler Physiotherapeut Oliver Klenk. Er ist seit 15 Jahren leitender Physiotherapeut des DVV-Teams.

Für Oliver Klenk sind es die zweiten Olympischen Spiele, schon 2012 in London gehörte er zum Team. Der Unterschied? „Damals haben wir uns erst fünf Wochen vorher qualifiziert, dieses Mal wissen wir seit acht Monaten, dass wir dabei sind.“ Mit entsprechender Vorlaufzeit sei die Mannschaft von Bundestrainer Mihał Winiarski selbstbewusster und besser vorbereitet. „Wir gehen mit einer anderen Zielsetzung ins Turnier und haben den Anspruch, mindestens das Halbfinale zu erreichen, wenn nicht sogar eine Medaille zu holen“, sagt Klenk.

In der ersten Phase der Vorbereitung haben Marco Morgenroth und Isabell Bender – ebenfalls als Physiotherapeuten in der Praxis Klenk beschäftigt – die Spieler betreut. Oli Klenk stieg am 3. Juli zur Einkleidung in Düsseldorf ein. Es folgten Trainingslager und Testspiele in Kienbaum, Frankfurt, Polen und Saarbrücken. Unter anderem hat das DVV-Team um Kapitän Georg Grozer gegen den Weltranglistenersten Polen und die Nummer drei Slowenien nur knapp in fünf Sätzen verloren. Die gute Nachricht des Physios: „Wir haben viel Training und Schweiß investiert und sind tatsächlich in allen Bereichen besser geworden“.

Ein Arbeitstag von Oliver Klenk hat bis zu 16 Stunden, nach langen und späten Spielen gehen die Behandlungen bis nach Mitternacht. Dabei sind die wochenlangen Reisen mit der Nationalmannschaft für den Häfler Physiotherapeuten ein Zuschussgeschäft. „Hobby und Herzblut“ nennt der 45-Jährige die Motivation für sein Engagement.

Die deutsche Delegation wohnt während der Spiele im Olympischen Dorf. Dort stehen für die Olympiateilnehmerinnen und -teilnehmer Wohnungen bereit, die anschließend an Familien vermietet werden. Sein Arbeitsplatz? „Vermutlich im Wohnzimmer“, sagt der Physiotherapeut. Dort baut Oli Klenk seine Liege und die benötigten Geräte auf, um die Spieler optimal behandeln zu können. Einen besonders guten Draht hat er zu Georg Grozer, Christian Fromm, Lukas Kampa, Lukas Maase, Moritz Reichert und Jan Zimmermann sowie Julian Zenger, der bei den YoungStars am Bundesstützpunkt ausgebildet wurde. „Ich begleite die Spieler seit Anfang ihrer Nationalmannschaftskarriere und kenne sie natürlich auch aus ihrer Zeit in Friedrichshafen“, sagt der langjährige Physiotherapeut der VfB-Volleyballer in Friedrichshafen. Dabei sind einige Freundschaften entstanden.

So ereignisreich ein Sommer mit der Nationalmannschaft ist, so entbehrungsreich ist er auch. Wenn Ehefrau Kathrin und die beiden Kinder Anfang August in Paris eintreffen, hat sich die Familie fünf Wochen nicht gesehen. Auch während des Turniers wird dafür nicht viel Zeit bleiben.

Für das deutsche Volleyballteam beginnt das Olympische Turnier am 27. Juli mit der Vorrunde gegen Japan (27.7., 9 Uhr), USA (30.7., 13 Uhr) und Argentinien (2.8., 9 Uhr), bevor es in die Ko-Runde geht. Am Samstag, 10. August, wird um 13 Uhr das Finale angepfiffen. Das würde sich Oliver Klenk natürlich am liebsten von der Mannschaftsbank an der Seitenlinie aus anschauen.

(Pressemitteilung: Volley YoungStars Friedrichshafen Freunde des Volleyballsports Friedrichshafen e.V.)