HSG Konstanz freut sich auf „Highlight“ gegen Vizemeister

Aaron Czako von der HSG Konstanz.
Aaron Czako von der HSG Konstanz. (Bild: Michael Elser)

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Es deutet vieles auf einen heißen Tanz vor großer, stimmungsvoller Kulisse hin. Der Vorverkauf für das Heimspiel der HSG Konstanz am Sonntag, 17 Uhr, in der Schänzle-Hölle gegen den amtierenden Vizemeister der 3. Liga Süd, den TuS Fürstenfeldbruck, läuft gut.

Tickets sind über www.hsgkonstanz.de/tickets 1,50 Euro vergünstigt gegenüber der Abendkasse erhältlich.

Dramatisches Hinspiel mit Nackenschlag in letzter Sekunde

Die Zuschauer dürften dabei voll auf ihre Kosten kommen. In der Vergangenheit bürgten die Duelle zwischen der HSG Konstanz und dem TuS Fürstenfeldbruck stets für packende, oftmals hochdramatische Schlagabtäusche. Jüngstes Beispiel dafür ist das Hinspiel, in dem die Bayern mit der Schlusssirene noch den 31:31-Ausgleichstreffer markieren konnten und danach im Freudentaumel wild durch die Halle hüpften, während die Gelb-Blauen bedröppelt und mit Wut im Bauch danebenstanden.

Von einem „Highlight-Spiel“ spricht daher Jörg Lützelberger. „Wenn man das Spiel in einer emotionalen zweiten Halbzeit dreht, bis zur Ziellinie kämpft“, blickt er zurück auf das Hinspiel, „dann tut der Ausgleich in letzter Sekunde natürlich weh.“

Viel individuelle Qualität aus 1. und 2. Bundesliga bei den Bruckern

Der Gegner hatte allerdings vor allem in Person von Benedikt Kellner, der auf sechs Jahre in der 1. Bundesliga bei Erlangen und Coburg zurückblicken kann, sowie Jonas Link, der über die Erfahrung aus 133 Erst- und 168 Zweitliga-Partien mit 263 beziehungsweise 456 Toren verfügt, viel Qualität. Qualität, die sich zwar nicht immer an den letzten Ergebnissen ablesen lässt, die Mannschaft für Lützelberger allerdings kein bisschen weniger gefährlich macht. Ganz im Gegenteil.

Man könne aktuell schwer einschätzen, wer bei den Brucker Panthern fit ist und was genau am Sonntag auf den HSG-Coach und seine Mannschaft warten wird. Fest steht für ihn: „Alle, die spielen, sind richtig gut.“ Dafür bürgt auch die Vizemeisterschaft in der letzten Saison. Hätte nicht Oppenweiler/Backnang am grünen Tisch die Punkte nach der Niederlage in Kornwestheim zurückbekommen, dürften sich die Brucker gar Meister nennen. Auf Teilnahme an der Aufstiegsrunde, für die man sich auch als Vizemeister qualifiziert hatte, und den Lizenzantrag bei der Handball-Bundesliga wurde jedoch verzichtet.

Forderungen der Handball-Bundesliga konnten nicht gestemmt werden

„Die Spieler würden es so nicht noch einmal machen“, sagte Trainer Martin Wild damals mit Blick auf die gemeinsame Spielzeit mit der HSG in der stärksten zweiten Liga der Welt in der Saison 2020/21, als viele seiner Spieler als reine Amateure ihren Job hintenanstellen und Urlaub für Auswärtsspiele hatten nehmen müssen. Wild: „Wir könnten also keine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen.“

Er selbst möchte spätestens ab Sommer 2025 als Trainer aufhören – könnte sich dann aber eine Rolle als Sportlicher Leiter vorstellen. Seit 2010 ist der Gymnasiallehrer als Trainer der ersten Mannschaft tätig. Abteilungsleiter Michael Schneck erklärte zudem: „Der Aufwand, den Spieler, Trainer und Betreuer in der 2. Liga betreiben müssten, ist ungleich höher als in der 3. Liga“.

Dazu kämen deutlich weitere Auswärtsfahrten – auch unter der Woche – und eine längere Spielzeit. Hierzu würden die nötigen finanziellen Mittel schlichtweg fehlen. Ein reiner Hallenboden, 80 Meter lange LED-Banden und ein elektronischer Buzzer für Auszeiten kommen dazu. „Alles das erfordert Investitionen, die wir in dieser Höhe aktuell nicht finanzieren können“, sagte Schneck.

Energie und Fokus für das große Ziel

Große Herausforderungen, die alle Vereine mit dem Lizenzantrag bei der Handball-Bundesliga stemmen müssen. Allerdings auch etwas, was die Mannschaft der HSG antreibt, ihren Teil zur herausfordernden Arbeit der Vereinsführung im Hintergrund beizutragen. So freut sich der EHF-Mastercoach gerade über eine „große Frische“ im Team. „Wir befinden uns jetzt im Teil des Jahres, für den man arbeitet“, schärft er die Sinne bei allen Beteiligten.

„Jetzt entscheidet jeder einzelne Punkt. Unsere Energie und Fokus richten sich voll darauf.“ Schließlich zahle jeder damit auf den gemeinsamen Erfolg ein. Lützelberger: „Wir haben uns darauf eingeschworen und ich spüre diese Energie im Training. Das macht Spaß.“ Diese Konzentration und Emotionalität gelte es nun auf das Spielfeld zu transportieren.

HSG-Fans als Faustpfand

Fürstenfeldbruck wird seine Spieler dabei mit der bekannt emotionalen und aggressiven Spielweise, die darauf ausgelegt ist, Stress beim Gegner zu erzeugen, maximal fordern. „Sie haben starke Individualisten, ein gutes Umschaltspiel, aber auch eine klare Kultur“, so der 38-Jährige, der deshalb mit einem emotionalen Spiel und einem ganz heißen Duell rechnet. „Ich freue mich auf das Spiel vor einer großartigen Kulisse“, sieht er dabei die eigenen Fans wieder als echtes Faustpfand, das für den nötigen Rückenwind sorgen soll.

(Vereinsmitteilung: HSG Konstanz/ Andreas Joas)