Die Untersuchungen an der Wöhrdenbrücke sind abgeschlossen. In etwa zwei Wochen sollen die Ergebnisse zeigen, ob weitere Sicherheitsmaßnahmen oder Sperrungen nötig sind.
In der vergangenen Woche setzte die Materialprüfungsanstalt Stuttgart (MPA) eine sogenannte „Magnetische Streufeldmessung“ ein. Dabei wurde die Brücke mithilfe eines großen Magneten von unten untersucht. Technisch ähnelt das Verfahren einer Computertomographie in der Medizin. Derzeit werden die Messungen ausgewertet, die Ergebnisse sollen voraussichtlich in zwei Wochen vorliegen.
Mit der Untersuchung will die Stadt genauere Erkenntnisse über den Zustand der tragenden Brückenkonstruktion und insbesondere der Spannstähle gewinnen, die die eigentliche Brücke zusammenhalten. Bei einer ersten Untersuchung im Frühjahr durch das Büro Rehe waren lediglich die Spannköpfe im Bereich der Widerlager freigelegt und geprüft worden. Dabei stellten die Experten bereits eindeutige Korrosionsspuren an den Spannstählen fest. Damit steht fest, dass die Brücke stark sanierungsbedürftig ist.
Spannstähle auf gesamter Brückenlänge geprüft
Bei der zweiten Untersuchung wurden die Spannstähle nun über die gesamte Länge der Brücke geprüft. Sind sie weitgehend intakt, kann die Wöhrdenbrücke vorerst weiter genutzt werden. Sollten größere Schäden festgestellt werden, wären weitere Beschränkungen erforderlich – im schlimmsten Fall eine Vollsperrung.
Die Untersuchung soll größtmögliche Gewissheit über den Zustand der Konstruktion schaffen, damit angemessen reagiert werden kann. Dass zwischen den beiden Untersuchungen mehrere Monate lagen, liegt vor allem daran, dass die MPA nur eines von zwei Fachunternehmen in ganz Deutschland ist, die solche Untersuchungen durchführen.
Größere Sanierung ist unumgänglich
Unabhängig vom Ergebnis der zweiten Untersuchung machen die bereits festgestellten Korrosionsspuren an den Stählen eine größere Sanierung unumgänglich. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein Abriss und Neubau vermutlich sinnvoller sein werden.
Auch eine Sanierung nur einzelner Teile der Brücke würde auf jeden Fall einen Millionenbetrag kosten und eine Vollsperrung erforderlich machen. Danach bestünde weiterhin eine Brücke, die zu großen Teilen aus dem Jahr 1969 stammt. Die damaligen Planer gingen von einer Lebensdauer von 70 Jahren und damit bis 2039 aus. Weitere Sanierungen oder schließlich doch ein Neubau wären demnach bereits nach wenigen Jahren wieder zu erwarten.
(Quelle: Stadt Tuttlingen)