Illegal entsorgter Müll wird in Sigmaringen immer häufiger zum Problem. Stadtverwaltung und Bauhof registrieren zunehmend Fälle von wildem Müll im Stadtgebiet und in der Natur.
Ein Sofa auf einem Feldweg oder ein großer Haufen Reifen im Wald: Die Zahl illegaler Müllablagerungen in Sigmaringen nimmt nach Angaben der Stadt zu. Immer häufiger würden Bürgerinnen und Bürger privaten Hausmüll oder Schrott unsachgemäß entsorgen, stellen Ordnungsamt und Bauhof fest.
„Es hapert bei manchen wohl an der Gebühr für die Entsorgungsanlage Ringgenbach“, mutmaßt Ordnungsamtsleiter Norbert Stärk. „Oder am Aufwand, den Sperrmüll ordnungsgemäß zu entsorgen.“ Andere seien laut Stadtverwaltung schlecht darüber informiert, wie Müll korrekt entsorgt wird.
Restmüll landet in Grüngutboxen
Wie Bauhofleiter Harald Mägerle berichtet, landet zunehmend Restmüll in den Grüngutboxen auf Friedhöfen. Privat entstehender Haus- und Restmüll müsse jedoch über die Abfalltonnen entsorgt werden.
Für kleinere Mengen Müll, die unterwegs anfallen, stehen laut Stadt rund 100 Mülleimer im Stadtgebiet bereit, davon 22 im Stadtkern. „Leider werden darin auch oft Hausmüll oder Altglas entsorgt, für das es spezielle Altglascontainer gibt“, erklärt Norbert Stärk.
Die Stadt Sigmaringen betreibt nach eigenen Angaben einen hohen Aufwand, um das Stadtbild sauber zu halten. Rund 100 Arbeitsstunden pro Woche fallen beim Bauhof allein für das Leeren der Mülleimer und das Aufsammeln von Müll an. Auch an Sonn- und Feiertagen sei ein Mitarbeiter in der Innenstadt im Einsatz.
Zusätzlich unterstützt eine Person auf Minijobbasis. Der Leopoldplatz, der Schaukelweg sowie das Areal um die Josefskapelle werden zudem von einer externen Reinigungsfirma sauber gehalten.
„Monatlich fallen rund vier Tonnen Restmüll an“, erklärt Harald Mägerle.
Stadtputzete mit 1300 Freiwilligen
Besonders betroffen von Verschmutzungen seien Aussichtspunkte und beliebte Aufenthaltsorte. Einmal jährlich befreit die Bergwacht mit professionellen Kletterern den Panthelstein von Müll.
Im März findet außerdem die Stadtputzete statt, die von der Stadt organisiert und finanziell unterstützt wird. Im Jahr 2026 beteiligten sich laut Stadt rund 1300 Freiwillige, darunter Vereine, Schulen und Kindergärten. Dabei kamen rund 30 Kubikmeter Müll beziehungsweise etwa 2,9 Tonnen zusammen.
„Hier sehen wir mit Freude eine wachsende Bereitschaft in der Bevölkerung, mitzuhelfen“, sagt Ordnungsamtsleiter Norbert Stärk. Gleichzeitig schätzt er, dass sich vor allem Menschen beteiligen würden, die bereits ein Bewusstsein für das Thema hätten.
Reifenhaufen im Wald entdeckt
Jüngst entdeckte die städtische Forstabteilung einen größeren Reifenhaufen im Laizer Wald. Dort geht die Stadt davon aus, dass kein Privathaushalt, sondern ein gewerblicher Entsorger verantwortlich ist.
Der Bauhof übernimmt die Abholung. Die Kosten für die Entsorgung außerhalb des Stadtgebiets trägt das Landratsamt.
„Wir erstatten in solchen Fällen eine Anzeige gegen Unbekannt“, sagt Norbert Stärk. Letztlich trage die Allgemeinheit die Kosten, weshalb illegale Müllentsorgung konsequent verfolgt werden müsse. Dabei sei die Stadt auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.
(Quelle: Stadtverwaltung Sigmaringen)