Der Vortrag mit dem Titel „Von Julius Cäsar bis Joseph II. Das Pfullendorfer Rathaus zwischen politischer Kultur und städtischer Wirklichkeit“ begeistert die Zuhörer.
Vor 500 Jahren, im Jahr 1524, wurde mit dem Bau des Pfullendorfer Rathauses begonnen. Für die Stadt Pfullendorf Grund genug, einen Blick in die bewegte Vergangenheit des Ratsgebäudes zu wagen.
Vincent Laun, M.A. (Master of Arts), Mitarbeiter des Kreisarchivs und Kreiskulturamts Sigmaringen, nahm am vergangenen Mittwoch rund 50 interessierte Zuhörer im historischen Sitzungssaal des Pfullendorfer Rathauses im Rahmen seines Vortrags mit auf eine spannende Reise durch die Vergangenheit des altehrwürdigen Gebäudes.
Dabei erfuhren die Interessierten viele spannende und interessante Details zur bauzeitlichen, architektonischen und historischen Geschichte des Rathauses, dass zu den zwei ältesten noch bestehenden Rathäusern im Landkreis Sigmaringen zählt.
Vincent Laun erklärte anschaulich, dass sich auch über die Jahrhunderte hinweg die eigentliche Funktion des Rathauses gewandelt habe. Laut Ortschronist Dr. Josef Grone wurde im Rathaus zunächst „beraten, beschlossen und gerichtet, aber auch gefestet, getafelt und getanzt“. Im Wesentlichen hat er damit, so Vincent Laun, den historischen Sitzungssaal im Rathaus gemeint, der mit seinen prächtigen und prunkvollen Ausschmückungen heute stets ein Staunen bei Besuchern verursacht.
Gerade der historische Saal nahm einen größeren Teil des Vortrags ein. Vincent Laun gab Erläuterungen zu den sich im Saal befindlichen Kunstwerken, allen voran dem aufwändigen Glasbilderzyklus von Glasmaler Christoph Stimmer dem Älteren. Die Glasbilder wurden von Stimmer in den Jahren 1524/1525 in Konstanz für das neu erbaute Rathaus in der Reichsstadt Pfullendorf geschaffen, darunter Schenkungen des Kaisers Karl V. und von dessen Bruder Ferdinand I. sowie von befreundeten Städten und Klöstern.
Durch die Glasbilder, die Verzierungen im Saal und den verschiedenen großen Gemälden, darunter Julius Cäsar und Joseph II., kam damals in besonderem Maße das reichsstädtische Verständnis und Selbstbild zum Ausdruck.
Die zahlreichen Fragen an den Referenten unmittelbar im Anschluss an den Vortrag, sowie die große Anzahl der Besucher, zeigen erneut das enorme Interesse an der Vergangenheit der Stadt und Bürgermeister Ralph Gerster zeigte sich erneut erfreut an dem Zuspruch und der Resonanz aus der Bürgerschaft.
Bereits eine Stunde vor dem Vortrag konnten sich die Besucher einen persönlichen Eindruck von der derzeitigen Nutzung der Gebäulichkeiten machen. Stadtbaumeister Jörg-Steffen Peter nahm die Gäste mit auf eine Führung durch das inzwischen modernisierte Rathaus von 1524 sowie durch das ehemalige Dominikanerinnenkloster, dem ehemaligen Johner- und Walderhaus, welches in den zurückliegenden Jahren aufwändig saniert wurde. Die Besucher bestaunten die tollen Räumlichkeiten und die modernen Arbeitsplätze, die sich hinter dem historischen Gemäuer verstecken.
(Pressemitteilung: Stadt Pfullendorf)