Werner Haas wurde nur 60 alt. Der in Wangen im Allgäu geborene Pfarrer kam mit seinem E-Bike bei einem Unfall auf einer Straße mit starkem Gefälle ums Leben. Die Trauerfeierlichkeiten finden in Wohmbrechts statt.
In einem Nachruf des Bistums Augsburg zeigt sich Bischof Bertram tief erschüttert über die Todesnachricht und erinnert an Haas‘ Gabe des Ausgleichs und der Vermittlung.
Der Geistliche, der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Pfronten-Nesselwang und Dekan von Marktoberdorf war, wurde am 20. Mai 1965 in Wangen geboren und am 3. Mai 1998 zum Priester geweiht, heißt es weiter. „Erst vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, mit ihm zusammen und einer großen Pilgerschar das 300-jährige Jubiläum der Wallfahrtskirche Maria Trost bei Nesselwang zu feiern.“ Dort hätten sich beide noch über ihre Urlaubspläne unterhalten, nun habe sein Leben allerdings ein jähes Ende gefunden“.
Pfarrer Haas wurde leblos in einer Wiese entdeckt
Am Morgen des 12. Augusts entdeckte ein unbeteiligter Verkehrsteilnehmer den leblosen Pfarrer Haas in einer Wiese. Nach einer Veranstaltung war er vermutlich am späteren Vorabend, offenbar ohne Fremdeinwirkung, mit seinem E-Bike verunglückt. Für ihn mögen sich nun die Worte aus einem bekannten Lied erfüllen: „Es münden alle Pfade, durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.“ (GL A 856,2)
Haas wuchs in einer Familie mit sechs Geschwistern auf. Nach Abitur und Wehrdienst studierte er zunächst Elektrotechnik an der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten. Während des Praxissemesters griff er dann aus einer inneren Eingebung heraus immer öfter zur Bibel. Mit 26 Jahren begann er schließlich sein Theologiestudium und trat als Spätberufener ins Priesterseminar ein. Die mathematische und analytische Veranlagung konnte er aber auch weiterhin nutzen.
Primiz in Wohmbrechts gefeiert
Am 3. Mai 1998 erhielt er dann schließlich durch Bischof Viktor Josef Dammertz die Priesterweihe. Seine Primiz feierte er in Wohmbrechts (Landkreis Lindau). Sein Primizspruch lautete: „Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen.“ (1 Tim 1,12)
Wichtig war Haas neben seinem Priesterberuf auch immer der Sport. Beim Radfahren, Skifahren, Tennisspielen, Tischtennisspielen oder Schwimmen konnte er abschalten und sich auspowern. Als Seminarist gewann er Mitte der 90er-Jahre als Stürmer auch die Deutsche Priesterseminar-Meisterschaft.
Abschied von Pfarrer Haas
Die Trauerfeierlichkeiten finden am 19. August in der Pfarrkirche in Wohmbrechts statt. Um 13.45 Uhr beginnt der Totenrosenkranz. Direkt im Anschluss wird das Requiem für ihn gefeiert. Die Beisetzung erfolgt dann auf dem dortigen Friedhof.
Auf Wunsch des Verstorbenen wird anstatt Blumen und Kränzen eine Spende für die Hilfsorganisation nph „Unsere kleinen Brüder & Schwestern“ erbeten (Kennwort: „Pfarrer Werner Haas“).
(Quelle: Bistum Augsburg)