Millioneninvestition in Kliniktechnik Neue Medizinprodukte-Aufbereitung in Wangen

Neue Medizinprodukte-Aufbereitung in Wangen
OSK-Geschäftsführer Franz Huber (von links), Pflegedirektor Swen Wendt, OP-Manager Peter Rogg, Bernd Schulz, Leiter Facility Management, sowie AEMP-Leiterin Angela Tomea in den neuen Räumlichkeiten der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte am Westallgäu-Klinikum. (Bild: Christian Metz, OSK)
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Am Westallgäu-Klinikum in Wangen ist die neue Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte in Betrieb. Rund 2,1 Millionen Euro fließen in das Projekt.

Operationsinstrumente durchlaufen hinter den Kulissen des Krankenhauses einen genau festgelegten Prozess. Sie werden gereinigt, desinfiziert, kontrolliert, neu zusammengestellt und sterilisiert, bevor sie wieder für medizinische Eingriffe zur Verfügung stehen. Zuständig dafür ist die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP).

Seit dem 1. Juli 2026 läuft die neu gebaute Anlage im Untergeschoss des Westallgäu-Klinikums im regulären Betrieb. Rund 200 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. Der bisherige Bereich im ersten Obergeschoss direkt neben dem OP umfasste knapp 80 Quadratmeter.

Breite Arbeitsflächen, höhenverstellbare Packplätze, moderne Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, zusätzlicher Stauraum und klar voneinander getrennte Bereiche sollen die strukturierte Aufbereitung der Instrumente erleichtern. „Wir haben hier wirklich alles herausgeholt, was auf der vorhandenen Fläche möglich war“, sagt Wolfgang Gassner, zuständig für Bau und Technik an der Oberschwabenklinik gGmbH.

Haarriss gab Anlass für Neubau

Ausgangspunkt für das Projekt war der alte Sterilisator. Dieser war in die Jahre gekommen und hatte einen Haarriss. Gleichzeitig waren die räumlichen Möglichkeiten im bisherigen Bereich begrenzt.

„Wir mussten uns überlegen, wie wir die Aufbereitung modernisieren können, ohne den laufenden Krankenhausbetrieb zu gefährden“, erklärt Gassner.

Anfang 2024 begann die detaillierte Planung. Anfang 2025 wurde zunächst die ehemalige Bettenaufbereitung im Untergeschoss als Interimslösung umgebaut und in Betrieb genommen. Dadurch konnte die Aufbereitung während der anschließenden Hauptbauphase weiterlaufen. Vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme der neuen AEMP am 1. Juli 2026 vergingen knapp zweieinhalb Jahre.

Instrumente durchlaufen mehrere Stationen

Die neue räumliche Struktur bildet den gesamten Aufbereitungsprozess ab. Instrumente aus dem OP und anderen Bereichen des Hauses gelangen zunächst auf die sogenannte unreine Seite. Dort werden sie vorgereinigt und maschinell aufbereitet.

Anschließend kommen sie auf die reine Seite. Dort werden die Instrumente kontrolliert, zusammengestellt und entsprechend den Vorgaben für die jeweiligen Eingriffe in Siebe gepackt. Nach der Sterilisation bringt der Hol- und Bringedienst sie zurück in den OP, auf Stationen oder in Funktionsbereiche.

„Jetzt können wir den Medizinproduktekreislauf hier wirklich sauber abbilden“, sagt OP-Manager Peter Rogg. „Die Lenkung der Kontamination war dort nicht optimal. Mit der neuen Lösung haben wir eine klare Trennung und können die hygienischen Anforderungen deutlich besser erfüllen.“

Jedes aufbereitete Produkt erhält einen eigenen Hygienepass. Auch die Dokumentation der OP-Siebe wird digital unterstützt. An einem Kameraarbeitsplatz können die Mitarbeitenden die zusammengestellten Siebe kontrollieren und dokumentieren. „Man weiß genau, was auf welchem Sieb liegt. Und auch der OP kann nachvollziehen, was enthalten ist“, erklärt Rogg.

Acht Mitarbeitende arbeiten in der AEMP

Angela Tomea arbeitet seit 15 Jahren im „Steri“ des Westallgäu-Klinikums und leitet heute den Bereich. „Das ist für uns ein Traum“, sagt sie. „Wir haben wirklich das Neueste bekommen. Es ist richtig schön, hier zu arbeiten.“

Der Umzug lag zum Zeitpunkt der Mitteilung erst wenige Wochen zurück. „Wir müssen teilweise noch herausfinden, wo alles am besten hingehört“, sagt Tomea mit einem Lachen. „Aber im Großen und Ganzen klappt es richtig gut.“

Acht Mitarbeitende gehören derzeit zum Team der AEMP. Der Umzug bedeutete für die Mannschaft zusätzlichen Aufwand. „Alle haben an einem Strang gezogen. Wir haben einige Überstunden gesammelt, aber gemeinsam haben wir das geschafft. Ich bin wirklich begeistert von meinem Team“, sagt Tomea.

Die Aufbereitung arbeitet nicht nur für den OP. Medizinprodukte werden für das gesamte Westallgäu-Klinikum aufbereitet, darunter für Stationen, die Zentrale Notaufnahme, Funktionsbereiche und die angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentren.

„Der Steri ist im Grunde das Herz des Krankenhauses“, sagt Tomea. „Instrumente, die wir hier aufbereiten, werden überall gebraucht.“

Neue Technik arbeitet effizienter

Auch bei der Nachhaltigkeit bietet die neue Technik Vorteile. Die modernen Reinigungsprozesse benötigen weniger Verbrauchsmaterialien und arbeiten effizienter. Unter anderem kommt eine neue Eiweißlösung zur Reinigung zum Einsatz. Mehr Stauraum und Arbeitsfläche sowie höhenverstellbare Packplätze ermöglichen zudem ein ergonomischeres Arbeiten.

Die bisherigen Räume werden nach dem Umzug künftig anderweitig genutzt. Dort entsteht ein Lager einschließlich einer entsprechenden Schleusenlösung. Der Umbau soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

In der neuen AEMP geht es nun darum, Routinen zu entwickeln und letzte Abläufe anzupassen. „Wir müssen uns jetzt natürlich erst an die neuen Abläufe gewöhnen“, sagt Rogg. „Aber wir haben hier die Voraussetzungen geschaffen, um die Aufbereitung unserer Medizinprodukte langfristig sicher, hygienisch und effizient zu gewährleisten.“

Insgesamt kalkuliert die Oberschwabenklinik mit rund 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten für die neue AEMP. Das Land Baden-Württemberg hat das Vorhaben in das Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 aufgenommen.

„Mit der neuen AEMP investieren wir ganz konkret in die Zukunftsfähigkeit des Westallgäu-Klinikums“, sagt OSK-Geschäftsführer Franz Huber. „Eine moderne und verlässliche Aufbereitung der Medizinprodukte ist eine wichtige Voraussetzung für einen sicheren OP-Betrieb und damit für eine leistungsfähige medizinische Versorgung am Standort Wangen.“

(Quelle: OSK)

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
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