Das große Oldtimer-Festival am Sonntag, 4. August, ist fester Bestandteil des Wolfegger Kultursommers. Hier trifft man alte Bekannte und kann gemeinsam nostalgische Erinnerungen aufleben lassen. Der Fürstliche Hofgarten bietet dazu die passende Kulisse. Der Eintritt ist frei.
Angefangen hat alles vor zehn Jahren im Rahmen des baden-württembergischen Automobilsommers mit einem „Oldtimer-Picknick“. Mittlerweile ist es ein Event für Liebhaber glänzender Karossen aus Nah und Fern geworden. Zugelassen sind originale Fahrzeuge bis Baujahr 1990 mit H-Kennzeichen. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.
Der Wert steigt stetig an
Oldtimer und ihre Besitzer sind emotional miteinander verbunden – mag das Gefährt auch noch so alt und unmodern sein. Es ist eine Art Kunstwerk mit Statussymbol. Obendrauf kommt, dass die Investition in einen Oldtimer ganz schön lukrativ sein kann, besonders wenn es sich um seltene oder begehrte Modelle handelt. Bei guter Pflege und Lagerung steigt ihr Wert stetig an. Wichtig hierbei sind Faktoren wie Originalität, Zustand und historische Bedeutung. Manch einer spricht auch vom „Garagengold“.
Für viele Besitzer geht es aber um die tiefe Liebe zu seinem Schmuckstück auf vier Rädern. Das Fummeln, Werkeln und Basteln sind meist eine große Herausforderung, denn die passenden Teile sind oft nur schwer zu bekommen. Jeder Oldtimer-Besitzer ist meist auch eine Art Tüftler.
Anekdoten und Geschichten
Beim Wolfegger Oldtimer-Festival am Sonntag, 4. August, von 9 bis 17 Uhr, schlagen die Herzen der vielen Besitzer höher und die Besucher kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Hier sieht man die ganze Bandbreite, kommt mit den Besitzern ins Gespräch und erfährt interessante Anekdoten aus früheren Zeiten.
Die Veranstaltung findet im Freien und ausschließlich bei guter Witterung statt. Live-Musik und ein informatives Rahmenprogramm – bestehend aus Fachvorträgen zu unterschiedlichen Automobil-Themen – lassen keine Langeweile aufkommen. Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Ob Weißwurst-Frühstück, Kässpätzle, Deftiges vom Grill, Kaffee, Kuchen und mehr – hier muss keiner hungrig bleiben. Veranstalter ist der MV Wolfegg eV.
Weitere Infos – besonders wenn die Wetterlage zweifelhaft ist, gibt`s unter www.oldtimer-festival-wolfegg.de
Das geheimnisvolle „H“
Fast alle Oldtimer haben hinter dem Autokennzeichen ein „H“. Was bedeutet dieses Zeichen? Mit 30 Jahren wird ein Auto zum Oldtimer, offiziell bestätigt durch das „H“ (für „historisch“) rechts auf dem Kfz-Kennzeichen.
Das geheimnisvolle „H“ erhalten allerdings nur Fahrzeuge, die weitestgehend im Originalzustand sind oder fachmännisch restauriert wurden.
Einer der größten Vorteile ist die steuerliche Erleichterung. Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterliegen einer pauschalen Kfz-Steuer, die in der Regel deutlich günstiger ist als die Steuer für „normale“ Fahrzeuge. Dies kann eine jährliche Ersparnis bedeuten, besonders für Besitzer von Fahrzeugen mit großen Hubräumen, die ansonsten höhere Steuern zahlen müssten.
Ein weiterer Pluspunkt des H-Kennzeichens ist die Freiheit in Umweltzonen. Fahrzeuge mit Oldtimer-Kennzeichen sind von den Umweltauflagen befreit und benötigen keine Umweltplakette, um die Umweltzonen deutscher Großstädte zu befahren.
Die Nutzung von H-Kennzeichen birgt aber auch Nachteile, vor allem in Bezug auf die Fahrzeugnutzung: Die strengen Voraussetzungen für den Oldtimer-Status gemäß der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) setzen voraus, dass das Fahrzeug weitgehend im Originalzustand erhalten bleibt. Umbauten sind nur begrenzt erlaubt, wie beispielsweise Restaurierungen mit Originalteilen. Tuning der Abgasanlage, Veränderungen an Felgen oder neue Lackierungen sind jedoch nicht gestattet. (Württembergische Versicherung AG)
Für 135 Millionen den Besitzer gewechselt
Was macht einen Oldtimer so wertvoll? Experten sind sich hier einig:
- Ein Oldtimer, von dem nur wenige Exemplare existieren, ist ein äußerst begehrtes Sammlerstück
- Ein Auto, das eine wichtige Rolle in der Automobilgeschichte gespielt hat
- Ein gut erhaltener Klassiker, der noch alle Originalteile besitzt
Der Mercedes Uhlenhaut Coupé (300 SLR) ist einer von zwei Prototypen, die Mercedes-Chefingenieur Rudolf Uhlenhaut 1956 bauen ließ. Das Exemplar mit roter Innenausstattung wurde verkauft, der Rennwagen mit blauem Innenraum verblieb im Mercedes-Benz-Museum.Im Mai 2022 wurde das Uhlenhaut-Coupé in einer geheimen Auktion an einen Sammler verkauft. Kaufpreis: 135 Millionen Euro (143 Millionen Dollar) ist auf der Seite der OCC Assekuradeur GmbH zu lesen. Für diesen Betrag hätte man sich locker auch eine nagelneue Boeing 737 kaufen können.

