Das Polizeipräsidium Ravensburg hat bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2024 eine insgesamt positive Bilanz gezogen. „Die Kriminalstatistik des Jahres 2024 kann sich sehen lassen und ist Beleg für eine objektiv gute Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich“, sagte Polizeipräsident Uwe Stürmer bei der Pressekonferenz.
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der registrierten Straftaten um fast neun Prozent – der zweithöchste Rückgang unter den 13 Polizeipräsidien in Baden-Württemberg. Insgesamt wurden 27.196 Straftaten verzeichnet (2023: 29.788). Die Aufklärungsquote stieg auf über 67 Prozent und liegt damit knapp fünf Prozentpunkte über dem Landesschnitt.
Wahrnehmung und Realität klaffen auseinander
Trotz objektiv rückläufiger Kriminalität bleibt das Sicherheitsgefühl vieler Bürger angespannt. Ereignisse wie Amokfahrten in Magdeburg und München oder Messerangriffe in Solingen, Mannheim und Wangen im Allgäu prägen laut Stürmer die öffentliche Wahrnehmung.
Ein differenzierter Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass Straftaten mit Messern im Präsidiumsbereich sogar rückläufig waren.
Wohnungseinbrüche weiterhin auf niedrigem Niveau
Auch im Bereich der Wohnungseinbrüche setzt sich der positive Trend fort: Mit nur 140 Fällen wurde der zweitniedrigste Wert der letzten zehn Jahre erreicht, wie der Leiter der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen, Alexander Dürr, erklärte.
Sorge bereiten Sexualdelikte und Kinderpornografie
Zunehmend problematisch entwickelt sich das Feld der Sexualdelikte. Die Fallzahlen stiegen um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders gravierend: Die Zahl der Fälle im Bereich Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte nimmt weiter stark zu.
Tatverdächtige Kinder: Rückgang auf hohem Niveau
Die Zahl der tatverdächtigen Kinder sank 2024 auf 521 – nach einem Höchststand von 600 Fällen im Vorjahr. Dennoch liegt der Wert deutlich über dem Niveau vor der Pandemie (2020: 353). Besonders häufig sind Kinder als Tatverdächtige bei Ladendiebstahl, Körperverletzung und Sachbeschädigung registriert.
„Ein Trend sinkender Hemmschwellen und wachsender Gewaltbereitschaft ist auch bei Kindern erkennbar“, so Stürmer. Er sieht mögliche Ursachen in den Auswirkungen der Corona-Pandemie und betont die Bedeutung von Präventions- und Aufklärungsarbeit.
Gewalt gegen Polizeikräfte leicht rückläufig
Erstmals seit Jahren ist ein Rückgang bei Gewalt gegen Einsatzkräfte zu verzeichnen: 346 Fälle bedeuten ein Minus von 10,6 Prozent. Laut Leitendem Polizeidirektor Björn Maurer spiegelt sich darin dennoch eine anhaltend hohe Belastung wider. Die Aktion „Der Mensch dahinter“ sollte 2024 für das Thema sensibilisieren.
Weitere Informationen online verfügbar
Die vollständige Kriminalstatistik mit Detailauswertungen zu einzelnen Deliktsfeldern, Aufklärungsquoten und regionalen Unterschieden steht auf der Webseite des Polizeipräsidiums Ravensburg zur Verfügung.
(Quelle: Polizeipräsidium Ravensburg)
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