Verbraucher trifft Erzeuger, Stadt trifft Land: Das sind auch dieses Jahr wieder die Grundgedanken der Ravensburger Herbstmessen.
Am Mittwoch, 16. Oktober, starten morgens um 9 Uhr die Oberschwabenschau und die Agraria Oberschwaben. Zwischen 60.000 und 70.000 Gäste werden während der fünf Messetage auf dem Gelände bei der Oberschwabenhalle erwartet, sagte Messechef Stephan Drescher heute auf der Pressekonferenz. 512 Ausstellungsbetriebe haben sich bis heute angemeldet.
Die Oberschwabenschau wird immer regionaler, berichtete Messechef Drescher beim Pressetermin: „Wenn wir auf unser Ausstellerfeld schauen, stammen dieses Jahr mehr Betriebe denn je aus der Region.“ Eine Entwicklung, die ihn freut: Sie zeige, dass die Ravensburger Messen nach wie vor ein großer Treffpunkt für ganz Oberschwaben sind.
„Ernährung, Energie, Technologien für die Zukunft: Wir bilden das ab, was aktuell für unsere Gesellschaft relevant ist“, sagte Drescher. „Und das interessiert die Leute auch!“ Die Messe sei zum Einkaufen da. Das sei auch heute, im Zeitalter des Online- Handels, nicht aus der Zeit gefallen. Im Gegenteil: „Wer auf die Messe kommt, kann dort mit allen Sinnen genießen“, sagte Drescher, „das kannst du im Internet nicht!“
Er findet gut, dass der Bereich Ernährung und Lebensmittel von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt: „Wo kommt das her, was ich esse? Wie wird es produziert, und wie kommt es auf meinen Teller?“ Das zeigt sich an vielen Orten auf der Messe und speziell auch in der neuen Bio-Markthalle. Dort präsentieren sich kleine Betriebe aus den Bio-Musterregionen Ravensburg, Biberach und Bodensee. Katharina Eckel ist die Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Ravensburg.
Sie machte deutlich, dass dieses Pionier-Projekt möglich wurde dank finanzieller Unterstützung vom Land Baden-Württemberg. Mehr als 33.000 Euro Fördergelder gibt es dafür. Sie freut sich, dass die neue Messehalle viele Begegnungen möglich macht. „Übers Essen und Genießen lässt sich Bio oft am besten wahrnehmen.“
Ein Ort, wo man es sich gutgehen lassen kann
Überall auf der Messe wird gekocht, gebrutzelt und serviert. Die Messe sei nicht nur Informationsbörse und Plattform, sondern auch ein Ort, wo man es sich gutgehen lassen kann, sagte Drescher. Und sie sei ein Ort, an dem immer etwas los sei:
„Unser Programm platzt fast!“ Für Oberbürgermeister Daniel Rapp ist die Ober- schwabenschau zudem der traditionelle Ort für den Ravensburger Bürgerempfang. Der Termin mit seinen politischen Reden sei quasi der Ravensburger Nockherberg, sagte er. Für ihn ist die Messe wichtig: „Die Oberschwabenschau gehört einfach zum Biorhythmus von Ravensburg und Oberschwaben.“
Regionale Vielfalt, regionaler Zusammenhalt
Michael Leibingers Ravensburger Brauerei bewirtet ihre Gäste dieses Jahr auf 350 Quadratmetern, vor der Halle liegt eine Sonnenterrasse samt Palmen und Lounge- Atmosphäre. Die Familienbrauerei ist schon seit Jahrzehnten dabei, berichtete er. Früher habe man ein großes Festzelt betrieben, „heute laden wir zum After-Work mit Musik“.
Die Messe passe sich an, sei innovativ und ideenreich. Und obwohl heute vieles digital und virtuell sei, will man hier auch die junge Generation ansprechen – ganz analog. „Es ist die physische, die persönliche Begegnung, die die Messe ausmacht.“ Neben Leibinger werden sieben weitere Brauereien auf dem Messegelände ihre Getränke anbieten. Michael Leibinger wertet das als gutes Zeichen: „Wir haben hier regionale Vielfalt und auch regionalen Zusammenhalt. Die Messe ist keine Plattform für internationale Brau-Konzerne.“
Ein Blick in die Zukunft der Landwirtschaft
Karl Josef Duffner ist Inhaber eines Landtechnik-Unternehmens und warf beim Pressetermin einen Blick in die Zukunft der Landwirtschaft. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe weiter sinken wird. Immer mehr werden aufgeben und ihre Flächen dem Nächstgrößeren weitergeben.“ Die große Herausforderung für die Betriebe sei es, die Kosten in den Griff zu bekommen. Die Branche beschäftigt sich mit Drohnen und mit autonomem Fahren. Derzeit geht das nur auf dem Feld, denn für die Straßen fehlt die Genehmigung. Er selbst kommt seit etwa dreißig Jahren als Aussteller auf die Messe nach Ravensburg und freut sich jedes Jahr „auf Menschen, Gesichter und die Maultaschen bei den Landfrauen“.
Projektleiterin für die Fachmesse Agraria Oberschwaben ist Gabriele Asshoff. Auch sie machte beim Pressetermin deutlich, dass auf der Messe die Landwirtschaft der Zukunft zu sehen ist: „Digitale Landwirtschaft mit künstlicher Intelligenz und Roboter- Anlagen: Das sind diesmal unsere Ausstellungschwerpunkte“.
Neue Technologien können Betrieben dabei helfen, ihre Tiere zu überwachen, „und das ist kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.“ Zu sehen gibt es moderne Stalltechnik mit Melk- und Fütterungsrobotern sowie Anlagen, um Gülle aufzubereiten und sie gesetzeskonform auszubringen. Ein Start-Up aus dem Allgäu zeigt einen elektrischen Schlepper mit Wechselbatterie – eine eigene Entwicklung. Es gibt auf der Messe auch Infos zu Diesel aus hydrierten Pflanzenölen, die fossile Treibstoffe ersetzen können. Wie jedes Jahr lädt das Ravensburger Landwirtschaftsamt in der Sonderschau „Der grüne Pfad“ zum Dialog zwischen Stadt und Land ein.
Am Mittwochmorgen um 9 Uhr geht es los. Bis dahin haben die über 500 Ausstellungsbetriebe noch die Gelegenheit, ihre Messestände herzurichten und zu befüllen. Auf dem Messegelände wird überall rangiert, entladen, gebohrt, geputzt. Messechef Stephan Drescher sagte der Presse: „Mir bleibt nun nur noch, wie immer, die beste Oberschwabenschau aller Zeiten anzukündigen!“
(Pressemitteilung: Ravensburger Veranstaltungsgesellschaft mbH)