RAVENSBURG – Die Stadt Ravensburg stellt ihre Kultur- und Veranstaltungslandschaft neu auf. Mit dem Konzept „Kooperation und Konzentration“ sollen Angebote gebündelt und langfristig gesichert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei zentrale Ideen: eine neue Kulturbühne im Frauentorkino und die mögliche Umnutzung der Oberschwabenhalle zur Großsporthalle.
Frauentorkino als neue Heimat für Kultur
Hintergrund der Überlegungen ist unter anderem der Wegfall bestehender Spielstätten. Das Theater Ravensburg muss seinen aktuellen Standort bis Mitte 2027 verlassen, das Figurentheater steht vor einer teuren Sanierung. Die Stadt prüft deshalb, das Frauentorkino zu einem zentralen Kulturstandort auszubauen. Ein Investor könnte das Gebäude kaufen und umbauen, die Stadt würde es anschließend anmieten und über das Kulturamt betreiben.
Neben dem Theater Ravensburg sollen dort auch weitere Kulturakteure eine neue Bühne finden.
Konzerthaus bleibt – Sanierung geplant
Das Konzerthaus soll als wichtiger Kulturstandort erhalten bleiben. Allerdings steht auch hier in den kommenden Jahren eine umfassende Sanierung an. Während dieser Zeit könnten Veranstaltungen vorübergehend in das Frauentorkino ausweichen.
Oberschwabenhalle künftig für den Sport?
Parallel dazu prüft die Stadt eine grundlegende Änderung bei der Oberschwabenhalle. Statt als Veranstaltungsort könnte sie künftig als Großsporthalle genutzt werden. Hintergrund ist der steigende Bedarf an Hallenflächen – insbesondere für Schulen und Vereine. Ein Neubau würde laut Stadt zwischen 15 und 25 Millionen Euro kosten. Die bestehende Oberschwabenhalle könnte durch eine Umnutzung diese Funktion übernehmen und damit hohe Kosten sparen. Veranstaltungen wie das Rutenfest sollen weiterhin möglich bleiben.
Weniger Events – aber Alternativen in der Region
Mit der Umnutzung würde Ravensburg allerdings auf große Veranstaltungen wie Konzerte oder Comedy verzichten müssen. Die Stadt verweist jedoch auf die enge Zusammenarbeit mit umliegenden Veranstaltungsorten im Oberzentrum Ravensburg-Friedrichshafen-Weingarten. So könnten Events künftig verstärkt in der Region stattfinden.
Bürger sollen eingebunden werden
Die Stadt plant eine Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger, bei der die Pläne vorgestellt und Fragen beantwortet werden sollen. Oberbürgermeister Daniel Rapp betont, dass es darum gehe, Kulturangebote langfristig zu sichern und gleichzeitig den wachsenden Bedarf im Sportbereich zu decken.
(Quelle: Stadt Ravensburg)