Für Brustkrebspatientinnen Frauenbund Horgenzell spendet Herzkissen an das EK Ravensburg

Frauenbund Horgenzell spendet Herzkissen an das EK Ravensburg
Im Bild von links nach rechts: Oberärztin Dr. Kristin Duelli, Inge Blattner, Carmen Zauner, Ida Fischer (alle Katholischer Deutscher Frauenbund Horgenzell) und Stationsleiterin Maria Bartha. (Bild: OSK)

WOCHENBLATT

Erneut hat der Katholische Deutsche Frauenbund– diesmal der Zweigverein aus Horgenzell – an die Brustkrebspatientinnen im St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg gedacht. Drei KDFB-Vertreterinnen überreichte der Gynäkologie kürzlich 35 wunderbar farbenfrohe, selbstgenähte Herzkissen, die die körperlichen und seelischen Schmerzen der Patientinnen lindern sollen.

Viele der 38 Frauen des Horgenzeller Vereins hatten daran mitgewirkt, die Kissen liebevoll mit Spezialwatte möglichst rund geformt und schließlich per Hand statt mit der Maschine zugenäht, damit die Naht nicht an der Haut reibt.

Die Herzkissen lindern die Schmerzen, Schwellungen und Spannungen im Bereich der Achselhöhle, unter denen die meisten Patientinnen nach einem chirurgischen Eingriff fast zwangsläufig leiden. Indem man den Arm auf das Kissen lagert, wird der Schmerz erträglicher. „Dieses Geschenk tut den Frauen auf so vielen Ebenen gut, nicht nur körperlich, sondern auch emotional und psychisch, als Seelentröster“, sagte Oberärztin Dr. Kristin Duelli. „Wir freuen uns über jedes einzelne Kissen, das wir bekommen, und sind den Frauen aus Horgenzell sehr dankbar. Wir wissen, wie viel Liebe und Mitgefühl da drinstecken. Als ich gestern zu einer frischoperierten Frau ins Zimmer kam, hatte sie das Herzkissen so vertraut unter dem Arm, als ob es seit Jahren zu ihr gehört. Diese Aktion wird wunderbar angenommen.“

In Ravensburg werden an der Frauenklinik jährlich etwa 150 Brustkrebs-Karzinome entfernt, alle Patientinnen erhalten eines der gespendeten Kissen. Fast jeder kenne in seinem Freundeskreis oder in seiner Familie Frauen, die betroffen sind, sagte Dr. Duelli, die Horgenzellerinnen können das leider bestätigen. Inge Blattner, die Initiatorin der Aktion, hat gleich zwei erkrankte Frauen in ihrem Umkreis – ihre Schwester und eine Arbeitskollegin.

„Ich wollte ihnen einfach helfen und ihnen etwas Gutes tun und hatte von dem Herzkissenprojekt gehört. Da aber beide schon ein Kissen hatten, habe ich vorgeschlagen, dass wir in Horgenzell für die vielen anderen betroffenen Frauen in der Region nähen – und alle waren begeistert und haben mitgemacht.“ Die Schildchen mit der persönlichen Botschaft habe man vom Bundesverband bekommen, sagt Carmen Zauner, die die Horgenzeller Gruppe jahrelang leitete und nun Bezirksvorsitzende der acht KDFB-Gruppen in der Region Ravensburg ist.

Wie häufig die Krankheit ist – jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens betroffen – und wie wichtig die Solidarität unter den Frauen ist, sieht man auch daran, dass eine Horgenzellerin, die beim Herzkissen-Nähen mitwirkte, kurz zuvor selbst an Brustkrebs erkrankte.

Auch für Ida Fischer, die 2. Vorsitzende des Vereins, war das Projekt aus vielerlei Gründen eine Herzensangelegenheit: Die Pflegefachfrau arbeitet als stellvertretende Stationsleiterin auf der operativen Intensivstation C22 am EK, sie kennt die Bedürfnisse der Patientinnen aus ihrem täglichen Leben.

Information

Jedes Jahr erkranken 70 000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs, jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens von der Krankheit betroffen, zumeist ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Gute Nachricht: Die Zahl der Sterbefälle sinkt seit Jahrzehnten durch medizinische Fortschritte, Früherkennung und Vorsorge kontinuierlich, obwohl mehr Frauen an Brustkrebs erkranken.

Fünf Jahre nach der Diagnose sind laut Deutscher Krebsgesellschaft 87 Prozent der Patientinnen noch am Leben. Um ihre Solidarität und ihre Anteilnahme mit den Frauen auszudrücken, hat der Katholische Deutsche Frauenbund seine Ortsverbände vor Jahren dazu aufgerufen, Herzkissen zu nähen. Bereits drei Zweigverbände aus dem Bezirk Ravensburg – Horgenzell, Berg und Bavendorf – haben Herzkissen an das St. Elisabethen-Klinikum gespendet.

(Pressemitteilung: OSK)