Karawane der Menschlichkeit Mit Hilfsgütern und Clowns an die Ränder Europas

Das Hilfsteam vor Ort wird meist von professionellen Clowns, Akrobaten und und Künstlern begleitet, die durch ihre Vorstellungen gute Laune und wichtige Abwechslung in den tristen Alltag der Geflüchteten in den Camps bringen.
Das Hilfsteam vor Ort wird meist von professionellen Clowns, Akrobaten und und Künstlern begleitet, die durch ihre Vorstellungen gute Laune und wichtige Abwechslung in den tristen Alltag der Geflüchteten in den Camps bringen. (Bild: Stadt Leutkirch)

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Im Rahmen der Leutkircher Interkulturellen Woche sind auf Einladung des Helferkreis Asyl, in Kooperation mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, am 23. September um 20 Uhr die beiden Reisefotografen Bruno Maul und Pascal Violo in der Kunstschule Sauterleute zu Gast.

Die Beiden geben in der außergewöhnlichen Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“ erstmals Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit als Helfer in unterschiedlichen Flüchtlingscamps an den Rändern Europas. Die beiden Berufsfotografen erzählen über berührende Erfahrungen und bewegende Begegnungen mit Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nun oftmals am Rande ihrer Existenz stehen.

Sie berichten aber auch über die Schwierigkeiten, die sie während ihrer „Arbeit für den guten Zweck“ überwinden mussten: Von der Bürokratie über emotionale Achterbahnfahrten bis zur Machtlosigkeit gegenüber den Ungerechtigkeiten dieser Welt. Doch es ist der Glaube an eine bessere Welt, der die beiden Männer und ihr Team dazu bewegt weiterzumachen, dabei stets die Menschlichkeit und den Menschen selbst im Fokus.

Mit wahrheitsgetreuen Fotos haben die beiden Helfer einerseits das Leben und die Herausforderungen geflüchteter Menschen dokumentiert. Andrerseits sind es die Geschichten zu den Bildern und Videos, die den Zuschauer tiefe Einblicke in die aktuelle Lebenssituation dieser Menschen geben. Mit der Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“ begibt man sich auf einen bewegenden Grenzgang an die Ränder Europas zu den fast vergessenen Menschen in den Flüchtlingscamps.

Wie alles begann / Der Anfang

Nach dem verheerenden Brand im Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos folgte Pascal Violo seinem Impuls, den notleidenden Menschen dort zu helfen. Er motivierte sein persönliches Umfeld, ihn dabei zu unterstützen und plötzlich entstand eine große Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität.

Das war die Geburtsstunde des Vereins Karawane der Menschlichkeit. Auch Bruno Maul wollte nicht mehr länger die Ungerechtigkeiten der Welt, die Unterschiede zwischen Arm und Reich nur mehr mit der Kamera dokumentieren. Er wollte selbst mitanpacken und Teil dieser Karawane werden.

Wie gewirkt wird / Die Wirkungsbereiche

Drei Wirkungssäulen zeichnen die Karawane aus: Den notleidenden Menschen wird durch Geldspenden, Hilfsgüter und Lebensfreude geholfen. „Überbringer“ der Lebensfreude ist die sogenannte „Karawane der Clowns“. Das Hilfsteam vor Ort wird meist von professionellen Clowns, Akrobaten und und Künstlern begleitet, die durch ihre Vorstellungen gute Laune und wichtige Abwechslung in den tristen Alltag der Geflüchteten in den Camps bringen.

Auf diese Weise ist es möglich, den Menschen in den Flüchtlingslagern auf Augenhöhe zu begegnen und ihnen nicht das klassische Bild von „Geben und Nehmen“ zu vermitteln. Durch das gemeinsame Lachen und Tanzen entstehen wunderschöne Begegnungen und ein starkes Gefühl des Miteinanders, das noch lange nachwirken kann.

Mit dem gespendeten Geld werden wichtige lokale Projekte unterstützt wie beispielsweise das Karawanen-Schulprojekt im Libanon. Außerdem werden dringend benötigte Hilfsgüter, wie Medikamente, Heizmaterial oder Lebensmittel vor Ort eingekauft.

Fotograf und Karawanen-Helfer Bruno Maul über seinen Einsatz bei den geflüchteten Kindern im Libanon: „Erst jetzt beim Sichten der Bilder zu Hause wurde mir die ganze Tragweite unseres Tuns bewusst. Mit unseren Spenden und unserer Hilfe retten wir tatsächlich Menschenleben. Auch wenn alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, so können doch ein paar mehr dieser Gesichter, die ich hier gerade auf meinem Bildschirm betrachte, auch im nächsten Jahr noch lachen und strahlen.“

Der Vortrag ist eine Benefiz-Veranstaltung, der Erlös kommt zur Gänze den Projekten zu Gute.

Live-Reportage „Karawane der Menschlichkeit“
Samstag, 23.09.2023, 20 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Kunstschule Sauterleute, Bachstraße 6, 88299 Leutkirch im Allgäu
Eintritt frei, Spenden willkommen

(Pressemitteilung: Stadt Leutkirch)