Moorschutz im Westallgäu Rund 40 neue Torfdämme im Degermoos

Rund 40 neue Torfdämme im Degermoos
Mit einem Spezialbagger werden Holzspundwände gesetzt, um das Wasser im Degermoos zurückzuhalten. (Bild: LPV Lindau-Westallgäu e. V.)
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Im Degermoos werden ab Mitte September drei weitere Teilflächen wiedervernässt. Rund 40 neue Torfdämme sollen dafür Wasser länger im Moor halten.

Anhaltende Trockenheit setzt Moorflächen besonders zu: Fehlt Wasser, trocknen die oberen Torfschichten aus und die für Moore wichtige Wassersättigung nimmt ab. Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. setzt deshalb die schrittweise Wiedervernässung weiterer Flächen fort.

Auf drei Teilflächen werden dazu vorhandene Entwässerungsgräben mit rund 40 Torfdämmen versehen. Diese sollen den Wasserabfluss bremsen und dafür sorgen, dass das Wasser länger in den Moorflächen bleibt.

Bereits fünf Hektar wiedervernässt

Die aktuellen Arbeiten knüpfen an zwei umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen aus dem Winter 2025/26 an. Damals entstanden im Degermoos insgesamt 51 Torfdämme und sieben Kleingewässer. Rund fünf Hektar Moorfläche konnten dadurch wiedervernässt werden.

Die nun anstehenden Arbeiten schließen weitere Teilflächen an das bereits bearbeitete Gebiet an. Da das Degermoos von einem dichten Netz ehemaliger Entwässerungsgräben, zahlreichen kleineren Grundstücken und unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen geprägt ist, kann die Wiedervernässung nicht mit einer einzigen großflächigen Maßnahme erfolgen.

Stattdessen werden geeignete Bereiche nach und nach hydrologisch verbessert. Die Torfdämme halten das aus den Gräben abfließende Wasser zurück und tragen dazu bei, dass die Torfschichten länger wassergesättigt bleiben. Damit sollen sich die natürlichen Prozesse im Moor langfristig wieder stabilisieren können.

Wegen der unterschiedlichen Wasserstände innerhalb des Degermooses ist eine gezielte Planung notwendig. Die Maßnahmen werden jeweils auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt und nur dort umgesetzt, wo die entsprechenden Voraussetzungen und Flächenzugriffe gegeben sind.

Führung durch das Degermoos

Wie die Wiedervernässung im Gelände funktioniert und was sich durch die bisherigen Maßnahmen bereits verändert hat, können Interessierte bei einer Führung am Donnerstag, 1. Oktober 2026, erfahren.

Moorschutzmanager Armin Woll und Britta Linde, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Lindau-Westallgäu, führen durch das Degermoos und erläutern die aktuellen Arbeiten. Thematisiert werden auch die Auswirkungen längerer Trockenperioden auf Moorflächen und die Bedeutung eines möglichst stabilen Wasserhaushalts für die weitere Entwicklung des Degermooses.

Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Abzweigung ins Degermoos am Radweg Hergatz–Höhenweg nach Obernützenbrugg. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden. Interessierte und Grundstückseigentümer können ohne Anmeldung teilnehmen. Bei starkem Regen entfällt die Veranstaltung. Für die Begehung werden Gummistiefel oder feste Wanderschuhe empfohlen.

Für die Zufahrt zu den Maßnahmenflächen werden die allgemeinen Forststraßen und Wege des Gebietes genutzt. Für den Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung des ordnungsgemäßen Zustandes der Fahrstraßen und Wege wird gesorgt.

Die Maßnahmen werden durch die vbw Stiftung Lebensgrundlagen Bayern im Rahmen des Förderpreises 2025 sowie über die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie des Freistaates Bayern gefördert.

Weitere Informationen gibt es beim Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. bei Britta Linde unter [email protected] oder 08382/8893400.

(Quelle: Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu)