Bundespolizei bringt drei Männer in Abschiebehafteinrichtung

Bundespolizisten bei einer Kontrolle in Lindau // Symbolbild.
Bundespolizisten bei einer Kontrolle in Lindau // Symbolbild. (Bild: Bundespolizei)

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Am Dienstag (20. Februar) hat die Lindauer Bundespolizei insgesamt 19 Migranten bei der unerlaubten Einreise aufgegriffen. Am Bahnhof Lindau-Reutin stellten die Beamten einen thailändischen und drei afghanische Migranten sowie eine siebenköpfige türkische Familie fest, die mit Zügen aus der Schweiz nach Deutschland unterwegs waren. 

Am Vormittag kontrollierte eine Streife der Lindauer Bundespolizei einen thailändischen Staatsangehörigen, der mit einem EuroCity-Zug aus Zürich eingereist war. Der 32-Jährige führte nur seinen Reisepass mit. Bei der Überprüfung im Fahndungssystem stellten die Beamten fest, dass der Mann seit 2022 durch die schweizerischen Behörden zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben war.

Außerdem fanden die Polizisten heraus, dass der Thailänder 2019 mit einem italienischen Touristenvisum nach Europa gereist war, nachdem ihm die deutschen Behörden die Erteilung eines Visums zwei Mal versagt hatten. Seit Ablauf des Kurzzeitvisums hält sich der Asiate unerlaubt in Europa auf und war im Sommer 2023 schon einmal in Stuttgart aufgegriffen und wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz angezeigt worden. 

Die Bundespolizisten ermittelten weiter, dass der Mann von zwei Frauen je ein Kind hat, eines lebt in Belgien, das andere in der Schweiz.

Der Thailänder erhielt Anzeigen wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes. Am Mittwochnachmittag wurde der Mann beim Amtsgericht Lindau vorgeführt, mit einer zweijährigen Wiedereinreisesperre für Deutschland belegt und schließlich am Donnerstagvormittag nach Österreich zurückgeschoben.

Gegen Mittag stoppten Bundespolizisten eine türkische Familie, die in einem EuroCity-Zug von Zürich nach München unterwegs war. Der 47-jährige Familienvater, seine 38-jährige Frau und die fünf Kinder im Alter von 4 bis 22 Jahren verfügten lediglich über türkische Reisepässe, weswegen die Migranten wegen versuchter unerlaubter Einreise angezeigt wurden.

Die Bundespolizisten recherchierten, dass die Familie im Besitz eines gemeinsamen Zugtickets war, welches ihnen ein mutmaßlicher Schleuser gekauft und anschließend auf das Handy geschickt hatte. Eigenen Angaben zufolge hatten die Erdbebenopfer für ihre Schleusung 18.000 Euro an einen unbekannten Mann gezahlt.

Die Beamten leiteten die Migranten, die ein Asylgesuch äußerten, an das Anker-Zentrum Augsburg weiter. Die Bundespolizei ermittelt nun auch gegen den bisher Unbekannten wegen Einschleusens von Ausländern.

Am Abend kontrollierten die Bundespolizisten auf dem Bahnsteig drei Afghanen, 17, 24 und 30 Jahre alt, die angaben, sich erst unterwegs kennengelernt zu haben und aus der Schweiz eingereist zu sein. Da die Migranten über keinerlei Reisedokumente verfügten, wurden sie wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes angezeigt.

Die Beamten ermittelten, dass alle drei Männer bereits in Kroatien als Flüchtlinge registriert worden waren, der 24-Jährige zusätzlich in Bulgarien.

Die Polizisten machten zudem einen Fund, der erhebliche Zweifel am Alter des vorgeblich 17-Jährigen aufkommen ließ. Auf einem Handyfoto war ein Ausweis eines serbischen Flüchtlingscamps mit abweichenden Personalien abgebildet. Demnach ist der junge Mann nicht mehr minderjährig, was er schließlich auch zugab.

Die Bundespolizisten führten die drei Männer am Mittwochnachmittag beim Amtsgericht Lindau vor und lieferten sie noch am späten Abend in Zurückschiebungshaft in die Abschiebehafteinrichtung Hof beziehungsweise Eichstätt ein und belegten sie mit einer zweijährigen Wiedereinreisesperre für die Bundesrepublik.

(Pressemitteilung: Bundespolizeiinspektion Kempten)