Intensive Vorbereitung für den Ernstfall Asklepios Klinik Lindau trainiert geburtshilfliche Notfälle

Asklepios Klinik Lindau trainiert geburtshilfliche Notfälle
(Bild: Asklepios Klinik Lindau)

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Geburtshilfliche Notfälle sind seltene, aber hochdramatische Ereignisse. In kürzester Zeit müssen Entscheidungen getroffen und unter hohem emotionalen Stress und zeitlichem Druck umgesetzt werden. Das Team der Geburtshilfe der Asklepios Klinik Lindau ist dafür hervorragend ausgebildet. Im Rahmen des sogenannten S.A.V.E. Teamtrainings wird am 12. Juni von 08:00 bis 16:30 Uhr einen Tag lang der Ernstfall geprobt und an einer besonderen interaktiven Puppe verschiedene geburtshilfliche Notfallszenarien unter realen Bedingungen vor Ort simuliert.

Es gibt wohl keinen emotionaleren Moment als die Geburt eines Kindes. „In diesen Situationen bringen die werdenden Eltern unseren Geburtshelferen großes Vertrauen entgegen“, sagt Nicola Scharf, Fachanwältin für Medizinrecht im Asklepios Konzern. Die Juristin leitet das Format S.A.V.E. („Sicher Arbeiten Vertrauen Erhalten“), das zum Ziel hat, alle im Kreißsaal tätigen Ärzte und Hebammen durch gezieltes Training optimal auf Notfallsituationen während der Geburt vorzubereiten. Sie weiß aus Erfahrung: In einem minimalen Zeitraum kann maximaler Schaden entstehen.

In Deutschland kommen pro Jahr etwa 750.000 Kinder zur Welt, etwa bei jeder 150. Geburt tritt eine kritische Situation für das Kind und bei etwa jeder 55. Geburt für die Mutter ein. Erklärtes Ziel von S.A.V.E. ist es, Geburtshelfer und Hebammen sowie Anästhesisten und Pflegekräfte optimal in einem umfassenden Hands-on-Training auf diese unvorhersehbaren Notfälle vorzubereiten.

Training mit täuschend echter Puppe

Das Training findet an einer speziellen Puppe statt, die täuschend echt eine Gebärende oder ein Neugeborenes darstellt. Gesteuert wird die Puppe aus einem Nebenraum. Hier können Puls, Herztöne, Stimmen und sogar lebensbedrohliche Blutungen oder ein Krampfanfall bei einer schweren Schwangerschaftsvergiftung simuliert werden.

„Geburtshilfliche Notfälle sind seltene, aber unter Umständen dramatische Ereignisse. Es gilt, in kürzester Zeit Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Um im Ernstfall bestmöglich zu agieren, muss jeder Mitarbeiter im Kreißsaal in der Lage sein, eine Gefährdung von Mutter und Kind zu erkennen und entsprechend zu handeln“, sagt Dr. Zana Luci, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe der Asklepios Klinik Lindau. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, den entsprechenden Umgang mit den unterschiedlichen Szenarien regelmäßig zu trainieren.

S.A.V.E. Training – Erstversorgung von Neugeborenen.
S.A.V.E. Training – Erstversorgung von Neugeborenen. (Bild: Asklepios Klinik)

„Vor Ort simulieren wir vier bis sechs Notfallszenarien mit den bestehenden interdisziplinären Teams aus Ärzten und Hebammen. In ihren realen Arbeitsbedingungen vor Ort trainieren wir dann etwa das Notfallmanagement wie z.B. die Notsectio mit Reanimation eines Neugeborenen oder Blutungskomplikationen – im Grunde ist jede denkbare Notfallsituation trainierbar“, erklärt Dr. Jochen Thiele, Ärztlicher Leiter des Asklepios Instituts für Notfallmedizin.

Das Hauptaugenmerk des S.A.V.E. Teamtrainings liegt laut Thiele auf der Entscheidungsfindung in der Notfallsituation: „Unter Stress ist es oft hilfreich, sich zehn Sekunden Zeit zu nehmen, einen Schritt zurückzutreten, die Situation zusammenzufassen, Möglichkeiten auszuloten und abschließend eine Entscheidung für die nächsten zehn Minuten zu treffen. Wir nennen dieses bewährte Prinzip ,Ten for ten‘ – zehn Sekunden für zehn Minuten.“

Während des S.A.V.E. Teamtrainings arbeiten die Trainer gemeinsam mit den Teams vor Ort auch mögliches Verbesserungspotential in der Struktur- und Prozessqualität heraus. Die abgeleiteten Maßnahmen werden anschließend in einem strukturierten Prozess mit klar definierten Vorgaben zur Zeitschiene in den Abteilungen umgesetzt, so dass ein nachhaltiger Effekt gewährleistet ist. Davon profitiert auch das Team der Geburtshilfe in Lindau und somit alle werdenden Mütter, die an der Klinik entbinden.

Ebenfalls kontinuierlich optimiert wird die Infrastruktur der Geburtsstation der Asklepios Klinik Lindau. Die werdenden Eltern können sich so über drei neue hochmoderne Kreißsäle, die maximale Sicherheit, Komfort und Geborgenheit für sie und ihre Neugeborenen bieten, freuen und über ein Team aus hochqualifizierten Hebammen, Kinderärzten, gynäkologischen und geburtshilflichen Ärzten, Anästhesisten und Pflegekräften die ihnen während und nach der Geburt zur Seite stehen.

(Pressemitteilung: Asklepios Klinik Gauting GmbH)