Zwei bedeutende Nachlässe kommen beim Auktionshaus Zeller vom 24. bis zum 26. November unter den Hammer
Lindau – „Antiquitäten hatten bereits viele Leben – schenken Sie ihnen ein weiteres“ – so kann man es im Vorwort im Katalog zur 151. Internationalen Bodensee-Kunstauktion lesen.
2.265 Exponate warten im Auktionshaus auf der Lindauer Insel in der Bindergasse 7 auf neue Liebhaber und Kunstfreunde. Zuvor darf von 18. bis einschließlich 22. November täglich durchgehend von 10.00 – 18.00 Uhr besichtigt werden. Natürlich unter Einhaltung der geltenden gesetzlichen Corona-Regeln.

Besonders stolz ist Auktionator Michael Zeller darauf, dass es ihm gelungen ist, zwei bedeutende Nachlässe versteigern zu dürfen. Michael Zeller dazu: „Jetzt bin ich in einem Alter, wo man schon darüber nachdenken darf, sich irgendwann mal zur Ruhe setzen zu dürfen. Aber selbst dann ist man vor Überraschungen nie sicher. So z.B. wenn einem die Versteigerung von zwei wirklich außergewöhnlichen Nachlässen angeboten wird“. Da ist zum einen der erste Teil des Nachlasses des Deutschen Malers Hans von Faber du Faur (1863 – 1940).
Faber du Faur pflegte Kontakte zu zahlreichen Malern wie Arnold Böcklin, Ferdinand Hodler, Henri Matisse, Henri Rousseau oder Pablo Picasso und hielt diese Erlebnisse in kurzen Niederschriften unter dem Titel „Meine Begegnungen mit Malern“ fest.

In der Münchner Galerie Heinemann zeigte er 1913 ca. 80 Arbeiten und stellte auch in Zürich, 1919 mit Max Liebermann, Max Slevogt, Hans Thoma und Edvard Munch in Paris und Zürich aus.
Hans von Faber du Faur war ein guter Beobachter und ein sicherer Zeichner. Er machte sich die Erfassung bewegter, wechselnder Erscheinungen im Spiel des Lichts zur Aufgabe, die besonders in seinen starkfarbigen Aquarellen deutlich werden.
In seinem umfangreichen Werk, das als wichtiger Beitrag zum deutschen Impressionismus zu werten ist, überwiegen Zeichnungen und Gemälde von Pferden und Reitern.
Doch malte er auch Porträts, Gruppenbilder, Strand- und Straßenszenen sowie Darstellungen von Sportarten. Werke von ihm befinden sich zum Beispiel in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, in der Staatlichen Graphischen Sammlung München, in der Staatsgalerie Stuttgart, im Kunstverein Würzburg und im Kunsthaus Zürich.

123 Werke des deutschen Wegbereiters des Impressionismus finden sich in Zellers Auktionskatalog wieder.
Ein zweiter bedeutender Nachlass stammt von Helene Marktgräfin von Pallavicini, einer gebürtigen Herzogin von Württemberg. Sie war die ältere Schwester von Carl, dem aktuellen Chef des Hauses Württemberg und starb im April diesen Jahres im Alter von 91 Jahren in Altshausen.
Ihr Nachlass zieht sich quasi wie ein roter Faden durch den Auktionskatalog. Neben Möbeln sind es vor allem edle Porzellane, die Aufmerksamkeit erregen werden. Im Nachlass befinden sich u.a. auch zwei große, chinesische Palastvasen aus dem 19. Jahrhundert.
Ansonsten findet man bei Michael Zeller, wie gewohnt, ein riesiges Spektrum der Kunst, das von Asiatica, über Glas, Miniaturen, Waffen, Uhren, Alte Graphik, Gemälde und Aquarelle , Silber, Textilien, Bronzen, Schmuck und Juwelen bis zu Möbeln reicht.

Bei den Waffen sticht ein Paar Scheibenpistolen im Originalkasten heraus. An den Läufen finden sich Goldeinlagen. Die Pistolen stammen aus Wien und wurden um 1860 von Johann Springer (Inhaber des königlichen Kammertitels), gefertigt und befinden sich in vorzüglicher Erhaltung. Bei den Uhren ragt eine Herrenarmbanduhr (Audemars-Piquet, Royal Oak) besonders heraus.

Nochmal Michael Zeller in seinem Vorwort: „Die einfachste Möglichkeit, Individualität, Ästhetik und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, besteht im Erwerb von Antiquitäten. Der Spaß, den man bei der Jagd empfindet, ist schwer zu beschreiben. Lassen Sie sich von den Sinnen leiten.
Der Erwerb eines Stückes, in das man sich spontan verliebt, sollte nicht nur vom Geldbeutel abhängen. Vielleicht finden Sie dieses Stück nie wieder. Dazu kommt noch, dass sich Antiquitäten immer wieder veräußern lassen, in unserer Wegwerfgesellschaft ein weiteres, schlagkräftiges Argument“.

Zellers „Museum auf Zeit“ hat von Donnerstag, 18. November bis Montag, 22. November täglich durchgehend von 10.00 – 18.00 Uhr geöffnet. Die geltenden gesetzlichen Corona-Regeln müssen eingehalten werden.
Die Auktion findet vom 24.11. bis 26.11.2021 ausschließlich online statt.