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Pläne für die Schifffahrt Zwölf Millionen Euro: Bodenseefähre soll elektrisch werden

Die Stadtwerke Konstanz wollen die Bodenseefähre „Tábor“ auf Elektroantrieb umrüsten. Für das zwölf Millionen Euro teure Projekt wurde eine Bundesförderung beantragt.

Lesezeit 3 Minuten
Die Fähre „Tábor“ fährt zwischen Hafenanlagen auf dem Bodensee. Im Hintergrund sind das Ufer und ein blauer Himmel zu sehen.
Die Stadtwerke Konstanz wollen die Fähre „Tábor“ auf einen vollständig batterieelektrischen Antrieb umrüsten. Für das rund zwölf Millionen Euro teure Projekt wurde eine Bundesförderung beantragt. (Bild: Stadtwerke Konstanz)

Die Stadtwerke Konstanz planen, die Bodenseefähre „Tábor“ vollständig auf batterieelektrischen Antrieb umzurüsten. Für das rund zwölf Millionen Euro teure Vorhaben haben sie einen Förderantrag beim Bund eingereicht. Neben dem Umbau des Schiffes ist auch der Aufbau einer neuen Ladeinfrastruktur am Fährhafen Konstanz-Staad vorgesehen. Ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, ist noch offen.

Die Förderung wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Grüne Binnenschifffahrt“ beantragt. Ziel ist es, den Dieselverbrauch auf der Fährverbindung zwischen Konstanz und Meersburg deutlich zu reduzieren.

„Die Fähre ‚Tábor‘ erbringt fast ein Drittel der Verkehrsleistung der Fährverbindung Konstanz-Meersburg. Mit der Elektrifizierung des Schiffs könnte der Dieselverbrauch der Fähr-Flotte künftig deutlich reduziert werden“, erklärt Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.

Zwölf Millionen Euro für Schiff und Ladeinfrastruktur

Das geplante Investitionsvolumen beträgt rund zwölf Millionen Euro. Der Förderantrag sieht eine Unterstützung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten vor.

Eine Entscheidung über die Bewilligung steht allerdings noch aus. Erst wenn ein Förderbescheid vorliegt und die erforderlichen weiteren Beschlüsse gefasst wurden, können die Stadtwerke über die tatsächliche Umsetzung entscheiden.

Oberbürgermeister Uli Burchardt betont die Bedeutung des Vorhabens für die Region: „Die Fähre zwischen Konstanz und Meersburg ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer regionalen Verkehrsinfrastruktur. Sie verbindet Menschen, Unternehmen und zwei Landkreise miteinander.“

Mit der Elektrifizierung der „Tábor“ wolle die Stadt zeigen, dass Klimaschutz und leistungsfähige Mobilität zusammengehören. Für ein Projekt dieser Größenordnung sei die Unterstützung des Bundes entscheidend.

Batterie mit 3,6 Megawattstunden geplant

Die technische Umrüstung geht weit über den Austausch der bisherigen Dieselmotoren hinaus. Vorgesehen sind Batteriesysteme mit einer Speicherkapazität von rund 3,6 Megawattstunden, eine neue elektrische Energieverteilung und umfangreiche Anpassungen der technischen Anlagen an Bord.

„Wir entwickeln damit ein neues Energieversorgungskonzept für unseren Fährebetrieb“, erklärt Reuter.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, die benötigten großen Strommengen innerhalb kurzer Zeit bereitzustellen, ohne den bestehenden Fahrplan verändern zu müssen.

Christoph Witte, technischer Leiter des Fährebetriebs und Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB), erläutert, dass dafür auch die Infrastruktur an Land entsprechend ausgebaut werden müsse.

Schnellladen während des Be- und Entladens

Am Fähranleger in Konstanz-Staad soll eine Schnellladeanlage entstehen. Während die Fähre Fahrzeuge und Fahrgäste aufnimmt beziehungsweise von Bord lässt, soll sie innerhalb weniger Minuten nachgeladen werden können.

Zusätzlich ist eine weitere Ladeeinrichtung am Nachtliegeplatz vorgesehen.

Damit die benötigte Ladeleistung trotz begrenzter Netzanschlusskapazität zur Verfügung steht, planen die Stadtwerke einen stationären Batteriespeicher an Land.

„Mithilfe eines stationären Batteriespeichers an Land wollen wir die begrenzte Netzanschlussleistung ausgleichen und die für die kurzen Ladezeiten benötigte hohe Leistung bereitstellen“, erklärt Witte.

Die Ladeinfrastruktur soll so ausgelegt werden, dass die Fähre ihren bisherigen Fahrplan weiterhin einhalten kann.

Fähre aus dem Jahr 2004 soll langfristig im Einsatz bleiben

Die „Tábor“ wurde 2004 in Dienst gestellt und soll im Zuge der Elektrifizierung umfassend modernisiert werden.

Die vorhandenen Voith-Schneider-Propeller bleiben Bestandteil des Antriebskonzepts. Die bisher zur Stromerzeugung eingesetzten Dieselmotoren sollen im regulären Betrieb durch die Energieversorgung aus Batterien ersetzt werden.

Nach Angaben der Stadtwerke ist das Schiff technisch und wirtschaftlich weiterhin leistungsfähig.

„Die Fähre ‚Tábor‘ ist technisch und wirtschaftlich ein leistungsfähiges Schiff, das wir noch viele Jahre einsetzen wollen. Deshalb ist es sinnvoll, die vorhandene Substanz zu erhalten und die Antriebstechnik grundlegend zu modernisieren“, sagt Witte.

Wann die Umrüstung beginnen könnte, steht bislang nicht fest. Voraussetzung sind zunächst die Förderentscheidung des Bundes und die weiteren notwendigen Beschlüsse.

(Quelle: Stadtwerke Konstanz)

Schlagwörter

Transparenz

Erstmals veröffentlicht
27.10.2026, 13:25 Uhr

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