Wärme aus dem Bodensee Seewärme versorgt künftig 13 Gebäude in Meersburg

Seewärme versorgt künftig 13 Gebäude in Meersburg
Dr. Wöhler, Hr. Pehle, Herr Scherer (Funktion s.o.) (Bild: Stadtwerk am See)
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Das Land Baden-Württemberg setzt bei 13 Gebäuden in Meersburg künftig auf Wärme aus dem Bodensee. Dazu zählen Schloss, Gymnasium und Staatsweingut.

Die Vermögensverwaltung des Landes Baden-Württemberg hat den Vertrag mit der Seewärme Meersburg GmbH unterzeichnet. In den Folgejahren sollen die Liegenschaften des Landes schrittweise an die Seewärmeversorgung angeschlossen werden.

Zu den insgesamt 13 Gebäuden gehören unter anderem das Schloss Meersburg, das Droste-Hülshoff-Gymnasium und das Staatsweingut. Nach Angaben von Thomas Pehle, Leiter von Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Ravensburg, soll die Umstellung die CO2-Emissionen deutlich reduzieren.

„Wir gewinnen eine Wärmeversorgung, die zu einem Großteil mit erneuerbarer Seewärme gespeist wird. Die Seewärme-Gesellschaft gewinnt einen großen und zuverlässigen Kunden“, sagte Pehle. Auch der Preis sei konkurrenzfähig mit anderen Liegenschaften des Landes. „Die Seewärme Meersburg ist für uns so gesehen eine einmalige Chance, unsere Gebäude in der historischen Altstadt innovativ zu versorgen. Wir rechnen mit einer CO2-Einsparung von ca. 300 Tonnen jährlich.“

Stadt Meersburg hat ebenfalls Vertrag unterzeichnet

Auch die Stadt Meersburg hatte bereits im Juli einen Vertrag für ihre Gebäude abgeschlossen. Bürgermeister Robert Scherer bezeichnete die Einbindung der Landesliegenschaften als zentral für das Projekt.

„Es hat etwas von einem Ritterschlag, dass die Immobilienprofis des Landes sich für unsere Wärmeversorgung entschieden haben“, sagte Scherer. Die Entscheidung der Stadt sei zwar naheliegend, aber nicht selbstverständlich gewesen. „Wir haben als Kommune kein Geld zu verschenken und müssen mit spitzer Feder rechnen.“

Langfristig sei Seewärme nach Einschätzung des Bürgermeisters die einfachste und günstigste Lösung, um die historische Altstadt entsprechend den gesetzlichen Anforderungen mit Wärme zu versorgen.

Rund 90 Prozent der Wärme aus Seethermie geplant

Die Geschäftsführer der Seewärme Meersburg, Heike Sonntag und Mark Kreuscher, sehen die Vertragsunterzeichnung als einen „Riesen-Schritt in Richtung Realisierung unseres Seewärme-Projektes“. Das Land Baden-Württemberg sei als Referenzkunde für die anstehenden Gespräche mit weiteren Kunden besonders wichtig.

Nach Angaben der Gesellschaft sollen rund 90 Prozent der Wärmeenergie aus der Seethermie-Anlage stammen. Die Geschäftsführer bezeichnen Seewärme als „die beste Heiz–energie, auch und insbesondere, was den Anteil an erneuerbarer Energie betrifft“.

Ein weiterer Schritt für das Vorhaben ist ein kürzlich erteilter „vorgezogener Förderbescheid“ für das Gesamtprojekt. Der finale Förderbescheid wird nach Angaben der Seewärme in den nächsten Wochen erwartet. Die Förderung ist ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung.

Nahwärmenetz für die historische Altstadt

Die Stadt Meersburg und das Stadtwerk am See gründeten die Seewärme Meersburg GmbH im Jahr 2023. Das Unternehmen baut im Stadtgebiet ein Nahwärmenetz auf, das Wärme aus Bodenseewasser nutzt.

Im Bereich des Strandbades soll dafür eine Energiezentrale entstehen. Von dort aus soll die historische Altstadt in den folgenden Jahren über das Nahwärmenetz erschlossen werden. Im August 2026 erhielt das Unternehmen die Baugenehmigung für die Energiezentrale.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter seewaerme-meersburg.de. Eine Anfrage für einen Anschluss ist unter seewaerme-meersburg.de/anfrage möglich.

(Quelle: STADTWERK AM SEE GmbH & Co. KG)

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